Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 2 (14.1.1843)
- Date
- 1843-01-14
- Page
- Seite 30 (sequence 14)
- Language
- German
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Von Knaben schmachbedroht, Und komm' für uns zu streiten Und wende ab die Noth!" Doch Stund' verstrich um Stunde, Und Lag um Tag verstrich. Ach, keine Rettungskunde!. Kein Engel meldet sich! Bald ist erfüllt die Woche — Naht Spilft nicht heran, Daß nicht der Feind mehr poche, Und juble nicht der Wahn? — Am sieb'ten Peßach - Morgen, Zum Gotteshause hin Woll'n sie, voll Weh' und Sorgen, In Sterbekleidern zkeh'n. Der Synagogendienec Ruft aus die Betezeit, Gemeinde und Rabbiner, Sie folgen todberekt: Horch! an die Straßenpforte, Was klopft so. früh' schon .an? Ist schon der Feind am Orte? Ist es um uns gethan? Und wieder klopft's und wieder^ Da öffnet sich das Thor,' , Es stell'n zwei arme Brüder Sich den Erstaunten vor: „Staunt nicht, daß wir zum Feste Gekommen, sind so weit, Heiß't uns willkomm'ne Gaste Und theilt mit uns eu'r Leid! Fragt nicht, woher wir kommen, Seht nur, wohin wir geh'»! Noch einmal laßt, ihr Frommen, Mit euch zn Gott uns fleh'n!" — Gott noch einmal zu loben. Steht die Gemein' vereint, Der einst bei Meerestoben Sein Volk befreit vom Feind. Ach, jetzt auch, schwerbeenget, Steh'n sie am Unglücksmeer, Und hinter ihnen dränget Der Feinde wüthend Heer. Und laut herangestürmdt Kommt's schon wie Me'eresfluth, Wo Well' auf Well' sich thürmet. Und jede mehrt die Wuth. Und taufend Stimmen brüllen: „Den Frevler gebt heraus! Wie woll'n das Recht erfüllen. Die Gnadenzeit ist aus." Da herrschet TodesschvLeigen Im Gotteshaus und Grau'n, Wie eine Schaar von Leichen Steh'n Männer rings und Frau'n. Seht an der Thür' die Beiden! Hört ihr das fremde Paar? „Wir sind die Todtgeweihten, Folg' uns, ^erlöste Schaar!" Rasch öffnen sich die Pforten: „Wir sind die Thater, wir! — Gott wird belohnen dorten. Die ihm sich opfern hier! — Wir woll'n nicht eu're Gnade; Auf! strafet unser Thun! Führt uns zum Todespfade, Doch lafl't die Brüder ruh'n!" Da staunet die. Gemeinde, Sie weiß nicht, wie's geschah; Da stehen auch die Feinde Stumm und verwundert da. Doch niederkampft die Rache Das menschliche Gefühl: „Auf! und für Gottes Sache Führt sie zum Todesziel!". Sie treten zum Rabbiner Und fleh'n mit weichem Ton: „Gib uns, o Gottes diene r, Dein Segenswort zum Lohw!^ - Da weint der greise Lehrer Und spricht: ,gesegnet seid! Guch, feines Ruhms Vermehrer Geb' Stärke Gstt im Streit!" - Nun reißt matt sie zuM. Tode^ Zum Feuermartertob, Im lichten Flammenrothe.