Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 7 (1843)
- Issue
- Heft 2 (14.1.1843)
- Date
- 1843-01-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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VII. Jahrgang. No. 2« Zeitung des Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung Rabbiner zu Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 14. Januar 1843. DieseIeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u.s.'w. umfassen. Ln Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig, mit r Thlr. für den Jahrgang; — 1 Thlr. 15 Ngr. (1 Thlr. 12 gGr.) für sechs Monate — 22 i Ngr. (18 gGr.) für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungserpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptfpedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Sn h a l t. Leitender Artikel: Das Jahr 1842. Die russischen Juden. Literatur:. Die drei Mosaiden. lFortsetzung.) Zeitungsnachrichten: Amerika: Philadelphia. Rußland und Polen: Kischiness, Warschau, Frankreich: Straßburg. Deutschland: Hildburghausen, Preußen: Posen, Koblenz. Belletristik: Gedichte von Leop. Stein. Leitender Artikel. Magdeburg, den 2. Januar. Das Jahr 1842. Seit 183.7 haben wir nicht ein Jahr des lauten Wortes und der geringen That gehabt, wie das verflossene, das Jahr 1842. Das Jahr 1837 hatten wir im Jahresbericht (s. S. 2 des I. 1838) als „das Jahr der erfolglosen Kammerverhandlungen" 'zu bezeichnen. Das verflossene Jahr könnten wir als das Jahr der erfolglosen allgemeinen Debatten charäkterisiren, wenn doch im Reiche des Geistes irgend eine lebhafte Bewegung ohne Erfolge fein konnte. Offen gesagt: der Sache der Juden schadet Nichts so sehr, als — Stillschweigen, Ruhe. Warum? Weil daun-die alten Vorurtheile, die schon abgsthaeuen, Zeit haben, wieder hervorzukommen, sich wieder festzusetze». Es liegt einmal in der Natur unsrer Angelegenheit, daß mit jedem Kampfe irgend eine Seite - des Widerstandes demvlirt, zerbrochen wird. Gehen wir nun von Kampf zu Kampf, so bleiben die früheren Siege frisch im Gedächtniß, und da ein Kampf immer alle früheren involvirt, so involvirt er auch alle früheren Siege. Dehnt sich aber eine lange Zeit zwischen den Angriffen und deren Zurückweisung aus, so ist dem großen Publikum das Frühergesagte längst aus dem Gedächtnis geschwunden, und das Unkraut und die Pilze des Vorurtheils sind wieder üppig hervorgewuchert.. Darum dürfen wir nicht erschrecken, so immer wieder von Neuem Schmähung oder feindliche Gesinnung verlautet, wir müssen, in unserm starken Bewußtsein, diese vielmehr als eine neue Gelegenheit anseheu, auf den .Schlachtfeldern des Geistes unsre gute Sache einen Schritt weiter zu bringen. — Doch wollen wir hierbei eine Schwäche unsrer Stellung nicht verschweigen: dies ist, daß wir zu wenig verstehen, auch zu wenig Hand in Hand gehe», um unsre Angelegenheit direkt weiter zu bringen, so daß nicht erst ein Angriff noth.tvendig v>äre, um uns zum Handeln zu bringen. Alle Versuche derart, von der jüdisch-theologischen Fakultät an bis zur Emanzipationsschkiften-Kasse Steinheim's, sind bis jetzt gescheitert. Es ist noch zu wenig Gemeinsinn unter uns, um in weiter Unterstützung, in umfassendem Verbände dem Gange unsrer Angelegenheit zu Hülfe zu kommen. Alles lokalisirt sich. Lokale UttterstützungSvereine, lokale wohlthätige Vereine finden stets die bereitesten Hände. Sobald aber Etwas über die vier Pfähle, über die Armen und Kranken, die dieselben Mauern mit uns umschließen, hinausgeht, fo findet es so geringen Anktang, daß man ihn eben gar keinen neunen muß. WaS daher frühere