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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-12-21 · Heft 103 (21.12.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 103 (21.12.1839)
Date
1839-12-21
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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LM. Zahrgang. Allgemeine No.lOF. Zeitung -es Zu-enthums. Ei» Mpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Lu-rvig PHLlippforr, Baumgartners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. zu Leipzig. (Mit Könkgl. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 21. December 1839. Diese Zeirung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Dogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. um» fassen. In Gemäßheit de- Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungterpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. ZeitnngS»Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Asien. Aden. — Aus dieser, in der neuesten Zeit durch die Besitznahme von Seiten der Engländer berühmt gewordenen Stadt und Herrschaft, die zu Pemen oder dem glücklichen Arabien gehört, bringt die Bombay Times folgenden Bericht. „Die Einwohner von Aden sind Juden, Araber, Banianen und Somalis. Die Ersteren verdienen in Betracht ihrer Anzahl und der Stetigkeit ihres Aufenthalts zuerst erwähnt zu werden. Sie sind vom Stamme Juda, ihre Hauptbeschäftigung ist die Verfertigung verschiedener Wollenzeuche zum eignen Gebrauche und zum Verkaufe. Diese Zeuche sind gewöhnlich roth oder blau, mit buntfarbigem Rand. Ein fleißiger Arbeiter verfertigt in drei bis vier Tagen ein Stück, welches mit 1 —1| Dollar bezahlt wird. Das weibliche Geschlecht ist sehr wohlgeformt. Der Hausanzug der Frauen und Mädchen besteht bloß in, einem Hemde. Außer dem Hause sind sie verschleiert/ doch so, daß ihr Gesicht nur halb verhüllt ist, welches sie bei all ihrer Sittlichkeit gern zur Schau" tragen. In der Regel schmücken sie sich mit Ohrringen, Hals- und Armbändern. Letztere sind inwendig mit einem hebräischen Spruche versehen. Trotz ihrer natürlich schönen Hautfarbe halten sie doch ein gelbes Gesicht für das anziehendste, und sie färben es daher gewöhnlich mit Curcume, um, wie sie sich ausdrücken, ihr Gesicht zu vergolden. Die Männer sind in der Regel sehr gewinnsüchtig. Sie haben in der Stadt eine Schule, in der die Knaberr nach der indischen Methode unterrichtet werden. Der Schüler sitzt auf dem Boden und muß seine Lektion laut wiederholen. Ihr ganzer Bücherschatz besteht in wenigen gedruckten Bibetauszügen. (?) Die Zahl der Schüler beläuft sich auf 35—40. Die Mädchen bleiben nach der Landessitte vom Schulunterricht entfernt, um den Arabern keinen Anstoß zu geben. Die jüdische Bevölkerung beträgt ungefähr 300 Familien. Seit Aden im Besitz der Engländer ist, haben die Juden Kaufläden auf, dem Bazar eröffnet, während sie früher als Silberarbeiker, Kupferschmiede,- Steinhauer ff. nur auf ihr Handwerk beschrankt waren." — Die Schilderung, welche darauf dieselbe Zeitung von den „habgierigen" Somalis, den „rachsüchtigen" Arabern, und den „niedrig gewinnsüchtigen" Banianen macht, hebt dieses Portrait der Juden in Aden sehr, und erweist auch hier, daß die Juden der europäischen Civklisatkon am nächsten und zugenekgtesten selbst in solchen Ländern sind. Frankreich. Paris, 29. Nov. (Privatmitth.) Das Central-Consistorium der Israeliten hat soeben einen Ordonanzentwurf veröffentlicht, um ihn dem Minister der Kulte vorzulegen, betreffend eine neue Organisation des israelitischen Kultus in Frankreich. Dieser Entwurf erregt in diesem Augenblick zu Metz die lebhaftesten Diskussionen unter den Israeliten. Sie haben den Plan, sich zu vereinigen, um zwei Abgeordnete nach Paris zu schicken, gegen den Entwurf des israelitischen Konsistoriums zu arbeiten; und dennoch weiß ich gar nicht, wodurch derselbe sie so sehr beunruhigen könne, wenn es nicht darum ist, weil in dem 24. Artikel dieses Entwurfes es heißt, „daß das Central-Consistorium sich die Oberaufsicht fl» haute police) des Kultus vorbehält, und daß es sich vornimmt in Uebereinstimmung mit den Departemental-Consistorien die Dauer des Gottesdienstes zu ordnen und das Ritual durchzusehen (revoir)." Die Rabbinen von Paris, der des Cenr tral-Consistoriums miteinbegriffen, sind ebenfalls gegen den Entwurf. Kolmar, sagt man, zeigt ebenfalls Opposition, aber Metz ist es vorzüglich, welches sich am meisten in diesem Streite erhitzt. Man muß wissen, daß mit Ausnahme einiger Familien die Gemeinde dieser Stadt wol noch am meisten zurück ist, was die Ausübung des Kultus und überhaupt das Aeußere des Judenthums betrifft. DaS kommt von dem Umstande, daß die Mehrzahl und die weniger Unterrichteten der Israeliten, noch immer eine und

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