Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 102 (14.12.1839)
- Date
- 1839-12-14
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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in. Lahrgang. Allgemeine No.LOZ. Zeitung -es Zu-enthums. Ein rmpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Phittppforr, Baumgartners Buchhan-Luug israelitischer Prediger n» Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 14. Dccembcr 1839. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabend-, und wird jährlich 96 Dogen in Quart incl. de- Tittl-, Registeru. s. w. umfassen. In GemäKheit de- Zweckederselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Iabraang — l Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für da- Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitung-, kl-pedirionen nehmen Bestellungen an; der Hauptsprdition für beide Letztere hat sich die König!. Sä'chs. wohllöbl. Zeitung- * Expedition allhier uu, terzogen. Zur Geschichte der jüdisch-theologischen Fakultät. E r st e G a b e. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde zu Berlin und die jüdisch-theologische Fakultät. Nachdem der bekannte Aufruf zur Gründung einer jüdisch-theologischen Fakultät (Nr. 88. des Z. 1837 der Allg. Zeit, des Zudenthums) erlassen worden, wandte ich mich auch mit einem desfallsigcn Gesuche an den Vorstand der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Kurze Zeit darauf befand sich ein Mitglied dieses Vorstandes in hiesiger Stadt, beehrte mich mit einem Besuche, und erklärte mir im Aufträge seiner Kollegen, daß „sobald mein Schreiben und die Aufforderung bei dem Vorstände verlesen worden, die Glieder desselben sich erhoben, und ausriefen: „Dies sei ins Werk zu setzen, und das Geld liege bereits auf dem Tische!" Der Vorstand verlange nur von mir irgend eine Erlaubniß dazu von Seiten meine? betreffenden hohen Königl. Negierung. Obgleich ich nun eine Sammlung im Schoße einer jüdischen Gemeinde nicht als eine öffentliche ansah, so reichte ich doch sofort bet der hohen Königl. Negierung zu Magdeburg ein gehorsamstes Gesuch um Erlaubniß zur Collektirnng Behufs des angegebenen Zweckes bei jüdischen Gemeinden ein, und erhielt die gewünschte Erlaubniß in kurzer Zeit für alle Gemeinden der Königl. Preuß. Monarchie. Zch schickte nunmehr das Original dieses Nescriptes bei dem genannten Vorstände ein, erhielt aber den Bescheid — diese Erlaubniß genüge nicht, man wolle bei der Ortsbehörde nochmals einkommen. Auf einige Zeit sah ich wich veranlaßt, meine Einwilligung hierzu zu verweigern, weil dadurch die mir gegebene Erlaubniß, noch einmal in Frage gestellt werde. Da aber bald dennoch von einigen Gemeinden, namentlich in Wesiprcußen, bei.ihren rcsp. hohen Negierungen Anfragen geschehen, und diese denn auch überall bejahend beantwortet wurden, so eröffnete ich dem Vorstande der Gemeinde zu Berlin, daß ich nunmehr nichts mehr gegen ein Einkommen um Erlaubniß ihrerseits einzuwendcn hätte. Der Vorstand follicitirte demnächst bei der königl. Negierung zu Potsdam, diese verwies ihn an das königl. Oberpräsidium von Brandenburg. Der Vorstand sollicitirte auch bei diesem, und wurde an das königl. hohe Ministerium gewiesen. Der Vorstand sollicitirte auch bei diesem, und erhielt den Bescheid, zuvor näheren Aufschluß über den Zweck der zu creirenden Anstalt zu geben. Diesen Bescheid theilte der Vorstand mir mit, und' überließ cs nunmehr mir, das Weitere zu verfolgen. Zch reichte ein gehorsamstes Memoire bei dem hohen Ministerio ein, erhielt die gewünschte Erlaubniß für den Vorstand der Gemeinde zu Berlin, wie bekannt am 15. Zuli d. I., und theilte sie dem Vorstände, wie dem Publikum (Nr. 84. d. Z.) mit. Was anders als die schönsten Hoffnungen konnte man hieraus fassen, denn der