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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-12-07 · Heft 101 (7.12.1839) · p. Seite 643

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 101 (7.12.1839)
Date
1839-12-07
Page
Seite 643 (sequence 7)
Language
German
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643 wo! die ein sacke, wortgetreue Llc-ersetzungals den in schönem Hebräisch geschriebenen Commentar mnt yielein Wiße und Geschmacke gearbeitet habe. Der Commentar behandelt das sprachliche, historische und a chaologische Moment mit. gleicher Kritik und Umständlichkeit. Möge der Herr Verfasser reichliche Unterstützung zur Ausführung seines Vorhabens finden, um so zu fernern exegetischen Arbeiten aufgemuntert werden, in welchen er bei seiner Gewandtheit Ausgezeichnetes leisten konnte. B e l l e tri st i k. E s t e r k a. Trauerspiel in fünf Akten. Dritter Akt. (Fortsetzung.) Vierter Auftritt. Der König. Der Pan von Wola. RoSny., Lubornirz und mehrere Große. Soldaten besetzen die AuSgänge. Kasimir. Berufen ließ ich, meine Edlen, euch, Des Reiches Wohlfarth schleunigst zu berathen: Das Reich ist in Gefahr! die Russen sind Verräth'risch in die Gränzen eingefallen. Ohn' Ursach, ohne Kriegsankündigung, .Und wie der Fuchs sich in des Bauern Hof Zur Nachtzeit stiehlt mit tückevollen Listen — Wir sind bedroht, und fordern eure Hülfe. Rosny. Es wird ein Granzzug seinden die Anwohner Mit eigner Macht zurückeweisen werden — Kasimir. c So lauten die Berichte nicht; Prinz-Daniel Hat selbst das Schwert gen seinen Ohm gezogen, Galiziens Herren hat er all vereint,; ü Des Volkes Troß folgt ihm in großen Häufest? Rosny. Und was habt Ihr darauf beschlossen, Sire? 'v Kasimir. Was ich beschlossen? Welche Frag' ist das? Aufbitten will' ich meiner Polen Macht, Die Räuber zu vernichten — welcher Pole Wird sich entziehen diesem Aufgebot? Rosny. Doch wir' sind unbewehrt. Kasimir. So waffnet Euch, Ich öffne gern die vollen Magazine, Und Eure Schlösser sind der Waffen voll. RoSny, Verzeiht, die Macht des Adels liegt danieder, Der Bauer, der Leibeigne hebt das Haupt, Und widersetzt sich unseren Befehlen — So geht's vom Fuße bis zum Haupt empor. Pan von Wola. Ja, Bettler sind wir, Lumpe allzumal. Man brennt uns unsre Schlösser nieder, und Der Ahnen Sitze sinken in den Staub. Kasimir. Ich Hab' vernommen, was euch jüngst betraf. Und schmerzlich hat die Kunde mich ergriffen, Ich helf euch, prächtiger es aufzubauen. Lubomirz. Das-Land ist voll Vecräther, Juden schleichen Auf allen Straßen sich den Feind entgegen. Kasimir. Doch hat ein Jude treulich uns berichtet, Als Alles schwieg und Jeder es verheimlicht. R o s n y. Wenn es so bleibt, ist Polen ganz verloren. Wir sehn es schaudernd an dem Abgrund stehn. Kasimir.. Was ist verloren? Nie stand Polen höher- Nur diesen Feind gezüchtigt, ihn vertilgt- Den frechen Räuber schnell zurückgescheucht — Rosny. Ich sage Polen ist verloren, denn Wir sind zerdrückt, und Polen — das find wir! Wir sind die Herren, wir allein das Hou.pt, Und wo das Haupt krankt, ist der Körper faul! Kasimir. Zum Wortgefecht ließ ich euch nicht berufen. Im Herzen unsres Reiches steht der Zeinp- In Polens Herzen Russe und Galizier ■ Und welcher Pole könnte dies vernehmen, Ohn' daß die Rechte unwillkührlich griff Nach ihrem Schwert, es gen den Feind zu zücken. Des Reiches Schmach in seinem Blut sju löschen? Nur ein Entarteter vermag zu zaudern.. Darum hinweg mit der Partheien Zwist, Die Zwietracht bannt auf eine kurze Zeit In des Vergessens dunkle Schlummerhötzle, Und euer Zorn sei dorthin nur gewendt, Wo seine Gluthden Feind verzehren kann. Ros ny. Gehorchen werden wir, doch nur wenn Mo Aufrichter mieder, was Ihr tief gebeugt.

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