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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-12-07 · Heft 101 (7.12.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 101 (7.12.1839)
Date
1839-12-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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ui. Jahrgang. Allgemeine No.toi. Zeitung -es Zu-enthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. zu Leipzig. (Mit Königl, Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 7. December 1839. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. f. w. umfassen. In Gemäßheit der Zweckederselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thrr. für den Jahrgang — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr..für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungSerpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sä'chs. wohllöbl. Zeitung- - Expedition allhier un. terzogen. Zeitungsnachrichten. Australien. London, 13. Nov. Nach der neuesten Volkszählung hat Vandiemensland eine Gesammtbevölkerung von 41,542 Individuen, worunter 132 Juden. (Da wir schon früher von einer vollständig organisirten Gemeinde inSidney in Neuholland berichteten, so haben wir hiermit schon die zweite australische Gemeinde. Da bekanntlich die Juden keine Missionaire aussenden, und nicht durch Proselyten sich vermehren und ausbreiten, so gehört ihre Ausbreitung auch in diesem Welttheil zu ihrer unmittelbaren Geschichte.) Oesterreich. Wien, 11. November. (Privatzrntth.) Die Bekanntwerdung zeitgemäßer Verbesserungen und Verschönerungen in Schule und Synagoge hat sich, wie die tägliche Erfahrung lehrt, auch in unserm^Vaterlandv'si^ffeMfkeich^zeigt, daß ich es mir zur Pflicht rechne^MT.LLdkeser Reformen getreulich mitzutheileN7"Bekänntlich ist es in der österreichischen Monarchie die^Provinz Mähren, welche der Vorwurf des allzulangen „Zurückbleibens" vor allen andern treffen dürfte. Die lombardisch-venetianischen Israeliten haben ihr Collegio rabbinico, wohl organisirte Schulen; die Gotteshäuser hatten bei ihnen immer eine, der Andacht entsprechende Ordnung zu erhalten gestrebt. Böhmen hat studirte Rabbinen, welche deutsch predigen, sich jedoch weniger die Liebe und Achtung ihrer Gemeinden zu bewahren verstehen, als ihre nichtstudirtm. Vorgänger. Indessen ist in diesem Lande der Fortschritt unverkennbar. Ungarn zeigt in neuester Zeit einen sehr empfänglichen Sinn für alles Bessere, und namentlich ist es die Pesther Gemeinde, die als Muster vorangeht, und an welche sich Altofen, Arad, Kanischa würdig anschließen. Galizien bietet in seinem Kampfe zwischen Dogmatismus, Mysticismus und Kritkcismus einen sehr interessanM Änblick dar. Wo solche Teilnahme, solche Beweglichkeit nach allen Seiten hin vorherrscht, ist mit Zuversicht eine schöne Zukunft zu erwarten; denn des Geistes Walten geht nichtz spurlos vorüber. Mähren allein fängt erst jetzt an, seinen Nachbarprovinzen nachzueifern, und neben den Schulen auch der Synagogen zu gedenken. Um so erfreulicher ist es also, daß auch hier die Bahn gebrochen ist, und diejenigen, die bald Mangel an Mitteln, bald Nicht-Opportunität vorschützten, immer mehr zum Schweigen gebracht werden. Bisher ist die kleine, 56 Familien zählende Gemeinde in Comnitz, brünner Kreises, die erste, welche seit beinahe einem Jahre regelmäßigen Choralgesang eingeführt, und der Vorsteher H. M. Goldmann hat sich damit im Herzen seiner Gemeinde ein unvergängliches Denkmal gesetzt. Die Schuljugend, die sich in der Person des Herrn Michael Wolf, eines sehr tüchtigen, für seinen Beruf begei« sterten Lehrers zu erfreuen hat , wird im Gesang unterrichtet, und in den Synagogenliedern fleißig geübt, der brave Cantor, H. Jostssh Saphir, wird von einem Vereine junger Leute unterstützsT-kurz Alles beeifert -sich, um dem Gottesdien^immer^ehr Innigkeit und WAhe zu geben. — Im "Brünner Kreist hat dieses BelsM^wch^seine Nachahmung gefunlmb^l^B^-sHchMLtz^^ hat ihre Synagoge renovkrt, aber bei Verschönerung der bewenden lassen, wiewol es ihr gewiß nicht an.Mitteln gebttMT^die-'-Bahn der Verbesserungen weiter zu verfolFM^— Im Olmützer Kreise ist eben Proßnitz^uarrlcheS^eine sehr zweckmäßig organisirte Talmud-Tora- Schule-befitzd-, im Begriffe, ordentlichen Choralgesang in der SynaZd einzuführen. Von den lobenswerthen Bestrebungen des^Rabbinen, Hrn. Fassel, für welchen seine Gemeinde.-Mit, dem Ländesrabbinate einen langen und schweren Kampf zu kämpfen hatte, ist in diesen Blättern bereits Erwähnung geschehen. Die jetzigen Vorsteher H. Alexander Schreiber, H. Gabriel Broch, H. Ignatz Brüll und ihre ehrenwerthen Cöllegen_Lvidmen seit einigen Monaten den synagogalen Angelegenheiten ^qlle Aufmerksam-

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