Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 98 (16.11.1839)
- Date
- 1839-11-16
- Page
- Seite 604 (sequence 16)
- Language
- German
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W4 abermals die -Hände -nb» ^L», -und die .Mahlzeit wurde auf eben diese Art wie sie begonnen Hatte, mit Ge- 'beten, bei den Römern auch mit Libationen geendigt. — Hierauf -wurde vom das Speisezimmer von' den wählend der Mahlzeit herabgefallenen Brodstückchen, Beinen -u. d. g. gereinigt und das RauchwerV gebracht« -(Berachot P. 6. Misna 6/).— Der , welcher die - -Tischgebete laut verrichtete, welches -die Anwesenden mit beantworteten, scheint der Tischkönig rex eonvivii, av(.moüiaQyog, biNÄ gewesen zu sein. (Berachot 47. 2.) — Beim Weggehen theilte der Herr des Hauses - unterdie Gäste verschiedene Geschenke aus nid», bei den Römern apopliorela, die diese mit nach Hause nahmen. ( Beza P. 5. Misna 7. Batanora.) —• Uebrigens hielten sie am Sabbat drei Mahlzeiten, Nachts, Mittags und Abends. (Sabbat P. 16. Misna 2.), an Fest- und Wochentagen gewöhnlich nur zwei. Mittags und Abends (Pea 63. Misna 7.). Außer der ersten Nacht NÜ2 und da-hielten sie auch des Nachts eine Mahlzeit. (Succa P. 2. M. 6.) Auch ein kleines Frühstückpflegte ihnen zu munden (Sabbat 10.) Die Hauptmahlzeiten wurden auch nicht gleich gehalten, die Meisten hielten sie in der 4ten Stünde (um 10 Uhr), Taglöhner u. d. g. in der 5ten Stunde des Tages (um 11 Uhr), Gelehrte und Richter -in -der 6ten Stunde des; -Tages (um 12 Uhr)' Sabbat -1-0. ------ L i t er arische C o r r e sp o n d e n z. München, 15^ Mär.; Bibliographische Notizen über die hebräischen Manuskripte der königlichen Bibliothek zu München, von . Lillerrtchal. - , . (Fortsetzung und'S chluß.); , 405) Hymnen/auf die 4 Sabbate von Punm- bis zum Pässahfest vom R. Leon Kreskas, R. Jsaac Halevi, R. Kalonymos. — ... > '/ . r ' 406) Das Tischgebet, altes und vermodertes Büchlein, -r-: 407) '-jWtt'pb Collectaneen auf den Joreh Deah vvnR. Joseph ben Moses aus Münster W-°-. ' .- " 408) niniö Commentar auf die mystischen Stellen im Mor^h von R: Abraham b. Jehuda aus Barzelonai 2) -Commentar auf die Vision Ezechiels, und eine- Einlfitüng üMr das Dasein Gottes von £}?-.• CH a m a i. .R e u ch li n im 1. Buche der K a b b ala erwähnt dieses Werkchens,, wi.e auch V'ia... — 409) Ermahnungen an die jüdischen Glaubensgcnoffen , ihrer Religion treu zu bleiben, mit zahlreichen Anführungen aus den Propheten. Ohne Angabe des Autors und des -OrteS. , .. 410), Jüdisches Gebetbuch -ohne besondere Merkwürdigkeiten.---. ........ ... 411)..Thomas d e Kempis ins Hebräische übersetzt von dein Klosterbruder Georg Mayer, ohne befondern Werth und eigentliches Interesse. —' - - ' < Hierauf-folgen einige' Rollen Handschriften, die aber nur kabbalistische Tabellen.über die-10. S e p H i r oth, A d a m Kadmon, eine Abschrift der Hapthoroth, und eine Megillah Esther sind. ' '/ /? ' Schließlich theile ich den geehrten Lesern einen kurzen,Bericht .überdie Entstehung der Manuskriptensammlung der Hof--- und Staatsbibliothek mit, um durch Benennung des Gründers derselben seinem hohen'Verdienste um die jüdische Literaturen unserer Zeitung doch auch einen Denkstein zu setzen. Der Gründer dieser ganzen für jüdische Philosophie und Medizin, für Kabbala und rabbinische Literatur höchst wichtigen Sammlung war I ohann.Albert Widmanstad, mit dem Beinamen Lucretius Suevrus, im 16. Jahrhundert zu Stellingen im Ulm'- schen geboren. Von Reuchlin und andern Gelehrten seiner Zeit schon'früh zum -Studiumder alten Sprachen aufgefordert, verlegte, er-sich auf die griechische und-hebräische Sprache, und erhielt .spater von Tht,feus Amb-rosius Albonesi, in der syrischen Sprache Unterricht, der, ein regulirter Chorherr in Bononien, ihn mit mehreren syrischen Handschriften beschenkte, als er ihn aus seiner Schule entließ. Im Jahre 1533 kam er unter dem Pabste Clemens VH. nach Rom, wo er an dem Cardinal Aegidius von Viterbo einen innigen Freund fand, der miit Wydmanstad bei einem und demselben Lehrer in der arabischen Sprache unterrichtet wurde. Von diesem Cardinal wurde er mit mehreren orientalischen Handschriften beschenkt, wie die Codices, die seinen Namen als Inschrift haben, Nachweisen. — Durch solche Geschenke ward der Gtund zu seiner Sammlung gelegt, die er aber durch fortgesetzten Ankauf und durch Aufträge zur Verfertigung von Handschriften bis -auf 330 -Manuskripte und 500 gedruckte Werke vermehrte. Unter seinen Handschriften ist eine beträchtliche Anzahl von arabischen, die Flügel in den wiener Jahrbüchern, beschrieben, einige persische, syrische und..sieben armenische. —'Zwei seiner fleißigsten Abschreiber waren -Paulus EmiliuS und Pa u l.U.S, Fagius. Der .Erste war Buchdrucker bei St. Urftsil zu'Augsburg, und wurde im Jahre 1575 .hm Lehrer der .'hebtaischM-S.prache.-an her Universität Ingolstadt, ernannt;WauluS F;a<gi.us Buchlin -hingegen ward später von Elias L.evita und Petrus Bufler nach Prag berufen, allwo er eine Buchdruckerei gegründet Auch schrieb in seinem Aufträge mehrere Handschriften Moses Tö'biah aus Krakaui Als Albe r-t V. der Großlmithige, -die - kurfürstliche' Brblio thek anlcgte, und zu' diesem Zwecke die- Biblivthek des.praktischen Arztes..Hartmann Schedel zu Nürnberg, , und die dex. Grasen Fugger zu Augsburg er? kaufte, überließ auch W.y dm an stad die seinige dem Staate, die, was die orientalischen Codices betrifft, seit jener Zeit keinen Zuwachs erhielt. : : ■' Druck von I. B. Hirschfeld«