Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 97 (9.11.1839)
- Date
- 1839-11-09
- Page
- Seite 588 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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588 kungerr enthält, die die Relkgionseiferer in ihre Schranken I weisen, leidet wieder an dem mächtigen Zerfällen, denn sie > besteht aus 12 Theilen. Die nothwendige Folgen ist, daß der eigentliche. Hauptsatz, die bestimmte Charakteristik/des Religionseifers nirgends zu finden ist, und einzelne, höchst wichtige Punkte auf's kürzeste abgefpeist werden. Es ist dies ein Zeugniß für die Gedankenfülle und die umfassende Behandlung des Stoffes; aber besser ist es, man behandelt einen reichen Stoff in zwei Predigten. — Eine herrliche, reine Predigt ist die 7., „Gott im Ungewitter," voller Scharfsinn und Lieblichkeit; die vielen Theile dieser Predigt schaden auch nichts, da sie sich als natürliche Stationen des Gewitters geben, mit dem die Ahndungen Gottes verglichen werden. — Die 9. Pr. „Zions Unheilquellen" leidet an großer Ueberladung, und hat a lle Form verloren. Es sind den neun einzelnen Theilen Talmudstellen zu Grunde gelegt, aber sie hätten gruppirt werden müssen, daß eine Uebecsicht gewonnen worden wäre. Die Blicke auf die heutige Welt sind allzukcass und im strengsten Rigorismus, so daß wir nach zwei Jahrtausenden wieder ständen an, der Zerstörung Jerusalems, das nur darum nicht zerstört wird, weil es schon zerstört ist. Solche bittersten, trostlosen Klagen können nichts wirken, als — Achselzucken, das ihnen gewöhnlich auch folgt. Wäre es so, wie der Redner schildert, so wäre es Zeit, das Buch der Zeit zu schließen. Haben sich aber selbst bei dem Untergange Jerusalems herrliche Momente offenbart, blieb das Judenthum doch — warum sollten in unserer Zeit nicht auch solche sein? Aber man will sie nicht finden. Zum Schluffe der Predigt hatte dies hervorgehoben, gegeben werden müssen. — Die beiden folgenden Predigten haben eine allgemeine Färbung, und sind ganz gediegen. — Endlich die letzte dieses Bandes giebt eine Vergleichung des Lulabs mit „vier Menschenklassen" nach einem Midrasch, wie wir deren schon mehrere Versuche gemacht haben. — (Fortsetzung folgt.) Literarische Correspondenz. München, 15. Mai. Bibliographische Notizen über die hebräischen Manuscripte der königlichen Bibliothek zu München, von Lilienthal. (Fortsetzung.) 358) nwts 'ö von R. Simson b en R. Jsaacben Jsaac, in 5 Abschnitte getheilt, handelt über die rma des I R. Jsmael und die andern rabbinischen exegetischen Regeln des | Gesetzes, dann über die Art, wie die Talmudisten der angeführten talmudischen Stellen sich bedienen, dann einige unzusammenhängende Collectaneen aus Mischna und Talmud. 2) Ein Register der bedeutendsten Männer von der Zeit des R. Achai Gaon an, mit Angabe der Werke und Schriften, die sie verfaßt haben. 3) Jüdischdeutsche Regeln über das Ausschneiden der Blutneten. 4) Grammatikalische Notizen über die Punktation. die Accente, über das Voll - und Defect - Schreiben der Wörter. 5) Anfangsgründe der hebräischen Sprachlehre. 6) m1-) , in diesem Codex steht als Verfasser dieses Werkes und Commentars zu dem Moreh in 11 Capiteln R. Jehuda b. Samuel ebn Tibbon. 7) nba .f'paST des Maimuni, abgeschneben von Meir ben Simson. 8) Auszüge auS dem Jore Dea und Orachchajim. 9) Tabelle der hebräischen Zeitwörter. — * 400) Pentateuch, die ersten und zweiten Propheten, die kleinen Propheten, mit Accent und Punktation und vielen lateinischen und deutschen Randglossen. 401) Die Psalmen, Josua, Jesaias, JeremiaS, Job , die Proverbien. 2) Die Hagada der beiden Pefachabende. 3) rn'-naT für den Freitag und Samstag. 4j Auszüge aus dem der Grammatik des R. Joseph ben Jsaac Kimchi. 5) die 'n des Maimuni. 6) rnba 's auf dessen Moreh von R. Samuel ebn Tibbon. 7) Uebersetzung zu einzelnen Stellen dieses philosophischen Werkes von R. Jehuda b. Salomo Alchophni Charisi.— 402) zum Jore Dea vonR. Jehuda Obern ek, R. Jehuda aüö Mainz, R. Elieser Klausner, R. Ben-- jamin von Regensburg, R. Moses Mendl, R. Jacob aus Oesterreich, R. Moses v. Halle, R. Aaron aus Pappenheim u. a. — 403) Anonymer Commentar zum Commentar auf den Pentateuch des R. Bechai ben Ascher. Wolf führt schon mehrere Commentare, besonders kabbalistischen Inhalts, auf die schwerer verständlichen Stellen dieses Werkes an, z. B. von R. M en oach Hendl, R. Naphtali ben' <£liefen Trevifano, R. Elieser ben Moses'Luny rc. Ob vorliegender Commen- ' tar vielleicht einer der genannten sei, kann ich aus dem schlecht erhaltenen Codex nicht bestimmen. — 404) ma-nn N-1Ä8 von R. Schemtob ben Joseph ben Palkira, ein sehr interessantes Werkchen, in dem in einem Dialoge zwei Gelehrte aufgeführt wurden, wovon der Eine den Talmud und die Grundsätze der Masora, der andre die Philosophie vertheidigt, und das Resultat dieser gelehrten Disputation dieses ist, daß beide Systeme sich nicht bekämpfen, sondern Glaube und Philosophie, wahrhaft begriffen, sich gegenseitig unterstützen und tragen. — 2) na2N von demselben, handelnd über die Gottesfurcht in drei Theilen a) von der rechten, sittlichen Lebensweise, b) von den Ansichten verschiedener Philosophen, c) Beweis, daß die Philosophie zum Erlangen der wahren Glückseligs keit nothwendig sei. 3) rn^aii 'ö von demselben, Collectaneen aus den Schriften verschiedener griechischer Philosophen, besonders dem Aristoteles, und Versuch, mit t>cr hebräischen Philosophie dieselbe zu vereinigen. 1 " (Fortsetzung folgt.) Druck von I. B. Hirfchfeld.