Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 97 (9.11.1839)
- Date
- 1839-11-09
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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in. Jahrgang. Allgemeine No. 97. uvpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von . Dr Ludwig Philippsorr, Baumgartners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. zu Leipzig. (Mit Königl. Sächsischer allergnädigfter Concession.) Leipzig, den 9. November 1839. Diese Zeirung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titel-, Registeru. f. w. umfassen. In Gemäßheit de- Zweckederselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig : mit 3 Thlr. für den Jahrgang — 1 Thlr. 12 Gr. für fechö Monate — 18 Gr. für da- Vierteljahr augesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitung-« erpeditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die König!. Sachs, wohllöbl. Zeitung- - Expedition allhier unterzogen. , ZeitrrugSuachrichte«. Deutschland. \ Mainz, 16.. Okt. Die Kölnisch^ Zeit, enthalt von hier aus über einen in dieser Zeitung schon öfter berührten und besprochenen Gegenstand folgenden Korrespondenz-Artikel: „Unlängst sind hier von. der Behörde die Ehefs zweier geachteten israelitischen Handelshäuser zu Handels - Notablen ernannt worden, eine Ehre, die früher Kausteuten dieser Confcsston noch nie wiederfahcen ist. . Man hat diese Thatzfache in einem andern Blatte so dargestellt, als sei dieses ein Schritt vorwärtszur ersehnten Emancipation. So erfreulich es: ist, daß man diesen achtbaren Männern die .Ehre erzeigt hat, sie unter die Zahl der Handels- Notablen aufzunehmen, aus deren Mitte sich bekanntlich die Handelskammer und das Handelsgericht zu ergänzen pflegt, so steht dieser Fortschritt doch allzusehr im Gegensatz mit einem noch aus der Kaiserzeit datirenden Gebrauch, als daß man sich aufrichtig darüber freuen könnte. Ich denke hier an das sogenannte „Judenpatent.," das einst Napoleon für einige französische Departements für eine kurze Zeit instituirte, das aber in Frankreich längst aufgehoben ist, während es in den rheinischen Provinzen, die einst zur Fremdherrschaft gehörten,^mehr oder wenigernoch beibehalten wird. Die bezeichnet^ Handels-Notablen also, auf deren Redlichkeit und Sosthitgt man. mit Recht astes Vertrauen setzt, und die unter jhMstäMdm nun.MitgÄer der Handelskammer und des Handelsgerichts werden können, muffen ein „Judenpatent", oder besser ein Redlichkeits - Patent von der einschlägigen Behörde nehmen, wenn ihre Forderungen vor Gericht Haltung haben sollen. Ist je ein größerer Widerspruch erhört .Morden? Dieses Judenpatent schändet unsere Zeit, und hat yicht einmal einen Zwecks denn weit entfernt, daß es dem. Wucher entgegenwirkt, wissen vielmehr die Wucherer am ersten sich in den Besitz eines solchen Patents zu setzen, um. dann, nur um so sicherer ihr trübseliges Geschäft trei? dm zp, können. Möchte dieser Unsinn bald entfernt werden! Der redliche Kaufmann verschmäht es, sich ein Patent der Ehrlichkeit ausstellen zu lassen, und ist in Gefahr, wie das schon oft geschehen ist, um ganze Summen betrogen zu werden; diese anerkannt Redlichen sollte man jetzt schon von dieser unseligen Plagerei befreien, bis bei der bevorstehenden neuen Gesetzgebung der ganze Gebrauch des „ Judenpatents," als die unsinnigste Erbschaft aus den Zeiten der Fremdherrschaft, entfernt wird. Stuttgart, .2.. Okt. (Privatmktth.) Nach dem heutigen Regierungsblatte hat der Herr Commerzienrath Marx Pfeiffer, Chef der königl. Hofbank und Ober-Kirchenvorsteher bei der königl. israelitischen Oberkirchenbehörde, am Geburtstage Seiner Majestät, unsres vielgeliebten Königs, den „Titel und Rang eines königl. würtembergischen Hofraths in Gnaden erhalten." So viel für heute. In meinen nächsten „Berichten über Würtemberg, insbesondere über Stuttgart" werde ich Gelegenheit haben, eines Mannes Erwähnung, zu thun, den Wüctembergs Israeliten mit tiefster Hochachtung nennen, des verstorbenen königl. Hofagenten Ezechiel Pfeiffer, dessen Leben und Wirken ich zu meinem größten Staunen nirgends in einem Blatte gewürdigt fand.- — Es ist der Vater unsres Hofraths. — Pfersee (bei Augsburg) 15. Okt. (Privatmktth.). Sie haben bereits die großmüthige Handlung Sr. Maj. des Königs von Würtemberg in Bezug auf die Gemeinde zu Bttchau am Federsee erwähnt, zu., deren Synagogenbau Alltzthöchstdieselben 1000 Gulden beitrugen. Als vor einiger Zeit die. Einweihung vor sich gehen sollte, schickten Sv. Maj. einen Extra-Estafetten nach Buchau, daß matt M Ceremonie am Freitag Nachmittag eine Stunde später beginnen möchte, da Derselbe Punkt 4 Uhr in Buchau eick treffen werde, um dem Feste beiwohnen zu könnem Der König zeigte sich durch die. gehaltvolle Predigt des Buchauer Rabbinen recht erbaut , und schenkte der Buchauer Gemeinde abermals 1006 Gulden!!'ft Tä tnsbft ab; - —. Sie werden die Bitte eines einfachen- Mannes nicht verargen, an bic‘ Jugendlehrer unsrer Gegend (kn