Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 96 (2.11.1839)
- Date
- 1839-11-02
- Page
- Seite 15-16 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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15 16 auch von dieser Synode wurde Aar gefunden, daß R. I. Alexandersohn unschuldigerweise verfolgt worden ist, und dadurch sehr viel gelitten hat,, und jetzt noch leidet. Es -wurde daher auch pflichtmäßig, ein vollgiltiger amtlicher Synodalspruch (1"3 p22) ausgefertigt, und solcher ihm zu seinem Ausweise, Gevrauche und Fortkommen übergeben. Da aber dieses Dokument in hebräischer Sprache abgesaßt, der Gegenstand gehörig auseinandergesetzt und auf den israelitischen Religionsgesetzen fußt, sonach es für Jedermann nicht zu lesen geeignet, und auch zu viele Zeit raubend seyn dürste, so hat der Unterzeichnete Rcligionsvorstand u. s. w. keinen Anstand genommen, besagten R. I. Alexandersohn dieses rechtmäßige, wohlverdiente Ieugniß, über das ihm zugefügte Unrecht, hiemit besonders zu ertheilen, und zugleich ihn dem Schutze und Beistand jedes Edelgesinnten und rein religiösen Menschen angelegentlichst zu empfehlen. Indem der Religionsvorstand u. s. >w., den Ällgütigen für sich und seine Amtsbrüder anfleht, bei allen ihren Handlungen, sie mit einem Strahle seiner göttlichen Weisheit zu erlauchten, und alle die das heilige Wort Gottes lehren, vor Verirrungen, Werfolgungsgeist, und aller Einflüsse menschlicher Leidenschaften auf das Wahre und Gute zu bewahren, bittet es zugleich um feinen heiligen Segen für alle jene, welche, sich eines unschuldig Verfolgten annehmen. Urkund dessen die eigenhändige Namensunterschriften und das beigedruckte Amtssiegel — von dem Religions - Vorstand und Collegium■ der Oberjuristen zu Prag, am 13. Sebat 5597, d. i. der 23. Der. 1836. Amtssiegel. Samuel Kauders, Oberjnrist und Religions-Vorsteher. Samuel Freund, Oberjnrist und Religions-Vorsteher. Der Schluß des Prager Synodalbcschluffes OT'2 POS) lautet also: "nx wp2' iipn moif? '2*ns ruvn tFps: N2TiKi rsw bv uejM 2^22 y:.-, Dinb vwnb ppn:n -ti£\s%3 121222 jm 12123 -]n upsxiy nD ^23 'onrh pm 'N12 mpin niwn -n? rw« D2 □’npp i2'23i nsü jn 12^2 >3X '"1,-12 2nn ro1? bv HT2 H 12hint? '3 D'21N*2!T 1123 '222 121m* ,12'131 Dnn1? ^pynDn wpvr\' dm ,nöan ]ynb tf'K '22v ^12 t6i mwn fpoinb Dwin pro *-nj/ pTP vn'nyora” bj D. h.: Im Gegentheil Litten wir unsere Mitbrüder, dem Ällgütigen, welcher-Verfolgten beistebt-— nachzuahmen, und diesen Rabbiner zu retten von deney^die das Werdammungs-, Urtheil über ihn ansgesprochen haben, und ihm mit allen Möglichen beizustehen, söwöhWnrt Rath und Lhat als auch mit Geld, so auch wir getha.n. Wir haben andere überaus wichtige Motive zum Wohl des R. Jonathan darzulegeu, wollen jedoch zur Schonung des CharacterS jener alten und hochgestellten Rabbiner, nur ein weniges angegeben, das mehrste aber noch zurfickgehalten haben, denn unseres Erachtens ist dieses für jeden fltedlichgesinnten genug: sollte aber Böswilligkeit und Lücke' sich erlauben, unsere Worte anzufechten, so werden wir keinen weiteren Anstand nehmen, noch mehrere . Beweise zu liefern/ ohne Furcht und ohne Rücksicht, damit alle Israeliten es/hören und sich fürchten, solchen Frevel mehr auszuüben. / / Samuel Kanders, / Samuel Freund, / Ephraim Feh Kaz Tezvels, . Dberjuristcn u. Religions-Vorsteher. Ergebenste Nachschrift von dem Bethciligten. Unter den im vorstehendem Sendschreiben erwähnten Aktenstücken befinden sich außer dem ausführlichen Prager Synodal-Beschluß noch: 1) Erstes Zeugenverhör — contra — vor einem eingedrungenen Rabbinat, datirt Csaba Sept. 1834, 2) darauf begründete Rabbinats - Erkenntnisse des Rabb. zu Szanto und 4 anderen, codem. 3) Zweites Zeugenverhör — pro — vor dem Rabbinat zu L. Füred und anderen, Februar 1835. 4) Erkenntnisse des Rabbinats, zu Papa — pro — und anderer Rabbiner, codem. Oktober 1835. 5) Schreiben von der Csabaer Gemeinde an die Gemeinde zu Pesth, worin ein Lheil der Intrigen enthüllt . wird, 27. Mai 1835. * 6) Schreiben des Rabbiners zu L. Füred an Herrn S. Rothal zu Pesth, enthaltend m. Rechtfertigung u. a. Juny 1835. , , 7) Schreiben der Gemeinde zu Pesth an den Preßburger Rabbiner Herrn M. Sopher, worin gegen das rechtswidrige Verfahren der ersten Inquirenten und die schändliche Parteilichkeit Klage geführt wixd, 7. Mai 1835. PMS. Die darauf erfolgte Antwort ist in dem Sendschreiben erwähnt. 8) Antwort des Szanto er Rabbiners an den Advokaten Herrn v. Miatowicz, auf dessen Schreiben datirt 13. Julh 1835. 9—10) Einige Fragen befördert durch Berlin er Rabbinat an Hrn. M. Sopher nebst dessen Antwort, in der er die Stellung eines unschuldig Angeklagten annimmt und woraus mein Recht deutlich zu erkennen. Beide datirt vom April 1839, und dem Herrn Rabbiner Dr. Frankel bei Abfassung des Sendschreibens noch unbekannt. Außerdem noch viele andere rechtfertigende Piecen von größerer und minderer Wichtigkeit, und eine Anzahl Zeugnisse über meinen rechtschaffenen und religiösen Wandel, so wie über den ganzen merkwürdigen Hergang der 'Sache. In diesen Dokumenten ist bis zur Evidenz ersichtlich, daß die von den ehrlosen Zeugen ausgestellten Beschuldigungen, die Herr Dr. Frankel wegen ihrer schmutzigen Wider-' wärtigkeit nicht näher angab, die aber von der hochwürdigen Prager Religions-Behörde auf's speciellste untersucht sind, größtentheils völliger Unsinn, die übrigen aber Trug, seicht und total erlogen sind, da ich, wie es einem religiösen Rabbiner zukommt, mich stets in Allem streng an die Autorität des Schulchan Aruch gehalten habe. Hierüber besitze ich breits die bestätigenden Gutachten vieler frommer und gelehrter Rabbiner und anderer Theologen, und hoffe diese-Zahl noch zu vermehren, damit immer mehr anerkannt werde, daß nicht einmal eine irregeleitete Gottesfurcht, sondern lediglich Privathaß und gereizter Eigendünkel gegen mich — und auf welche niederträchtige Weise— gewüthet und mich und die Meinigen dem Elende Preis gegeben und aller Aussichten für die Zukunft beraubt haben. Einstweilen ersuche ich alle meine wohlmeinenden Glaubensgenossen , mir mit ihrer geneigten Subfcription?Ur Herausgabe meiner Ehrenrettungs - Schrift behülflich zu seyn, um so mehr als die Scheinheilkgkeit mir hie und da unter mancherlei.Worwauden entgegen zu arbeiten sucht; nicht achtend, daß gerade die Sache unserer heiligen, auf -Wahrheit und Gerechtigkeit gegründeten Religion und ihrer redlichen Verkünder in Ungarn sowohl als anderswo am meisten dadurch gefördert werde, wenn den Heuchlern, die ihren erhabenen Namen zum Deckmantel uiedriger Leidenschaften mißbrauchen, die gleißnerische Larve abgerissen und achte gediegene Frömmigkeit dadurch ins wahre Licht gestellt chird. 'Jonathan Mexandersohn, R.v°» CM. Geschrieben zu Hamburg im Iuly 1839. . Lamus 5599.