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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-10-19 · Heft 94 (19.10.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 94 (19.10.1839)
Date
1839-10-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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IIS. Jahrgang. Allgemeine No. 91. Zeitung -es Zu-cnthums. Ei» unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Br. Ludwig Philippsou, Baumgartners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit Könkgl. Sächsischer allergna'digster Concession.) Leipzig, den 19. Oktober 1839. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. f. w. um, lassen. In Gemäßhest des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig : mit 3 Thlr. für den Jahrgang — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitung-, Speditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. Zeitung-, Expedition allhier un, terzogen. Zeitungsnachrichten. Afrika. Algier, 21. Sept. Die französischen Blatter melden den Tod des Juden Ben-Durand an einem hitzigen Fieber. Was' man auch Beschimpfendes von ihm so oft gesagt hat, es muß ein geistvoller Mann gewesen sein, da die französische Regierung nicht aufgehört hat, sich seiner als Vermittler zwischen ihr und Abd-el-Kader zu bedienen, und er in diesem Augenblicke erst die wesentlichsten Dienste geleistet. Mag er diese nach seiner afrikanischen Individualität auch oft zu seinem eignen Besten aufgewendet haben, er war ein höchst nützliches Werkzeug, das schwer zu ersetzen sein wird. Daß alle französischen Gouverneurs, und eben so früher Clauzel, wie jetzt Valöe sich seiner bedienten, ist jedenfalls ein Zeichen , daß die französischen Journal-Artikel nicht volles Vertrauen über Ben-Durands Charakter verdienen, weil sonst der Vorwurf auf die Regierungen, die sich seiner immerfort bedienten, zurückfiele. Der Brief im Journal des Döbats, der den Tod Ben- Durands meldet, spricht sich auch über die Empfangsfeierlichkeiten aus, welche man dem Herzoge von Orleans bereitet, und fügt dann Folgendes hinzu: „Die jüdische Bevölkerung bereitet sich, in diesem Augenblicke, das Laubhüttenfest zu feiern. In jedem Hause errichtet man eine Laubhütte aus Schilfrohr mit Laubwerk geschmückt, män breitet im Innern kostbare Stoffe aus> und während acht Tage nimmt jede Familie ihre Mahlzeiten in dieser Hütte ein. Dieses Fest wird zum Andenken an den Aufenthalt der Hebräer in der Wüste beim Auszuge aus Aegypten gefeiert; es wird hier sehr streng religiös beobachtet. Da während dieser Feier die jüdische Bevölkerung sich mit ihren besten Kleidern schmückt, und sich sorgfältig reinigt, wird sie der Herzog schöner als jemals finden. Aber man muß sie. nicht nach diesem Aeußern wahrend dieser acht Tage beurtheilen, wo sie in einem ausnahmsweisen und festlichen Zustande sich befindet." Frankreich. Paris, 28. Sept.. Die französischen Blätter begrüßen mit Acclamation das Einschreiten des französischen Gesandten wider die Intoleranz der Basellandschaft, und sprechen laut ihren Beifall aus. Der Courr. fran^ais sagt: „diese Maßregel, würdig der Barbarei und Unduldsamkeit des Mittelalters, würde zur Folge haben, eine große Anzahl französischer Israeliten und besonders Elsässer, seit langer Zeit in Basellandschaft ansaffig, wo sie Eigenthum besitzen, unglücklich zu machen. Die französische Regierung, welche ihren Schutz allen französischen Bürgern, welcher ihr Cultus auch sei, schuldig ist, kann nicht bei einer solchen Proskription gleichgültig bleiben." Man erwartet daher, daß,,sobald die augenblicklichen Züricher Angelegenheiten beseitigt sind, die Tagessatzung sich damit beschäftigen, und das Nöthige, den dringenden Forderungen der französischen Regierung gemäß, anordnen wird. Möge man dies dann als einen Beweis ansehen», daß in der jetzigen Zeit die Ungerechtigkeiten Einzelner nicht unberücksichtigt bleiben, und hie Jetztheit dafür Befriedigung verlangt. England. London', 23. Sept. Bei der Durchsicht und Berichtigung des Verzeichnisses der Stimmberechtigten in dem londoner. Stadttheile Tower Hamlets hat der conservatkve Verein nicht weniger als 600 Einwendungen gegen die Befähigung von Wählern gemacht, und unter denselben waren ungefähr. 200 gegen einige der reichsten Juden gerichtet. Da nun am 18. Sept. jüdischer Feiertag, .darauf Sabbat war, und auf die folgendem Tage abermals Feste sielen, so herrschte große Aufregung unter den Juden, als sie sich genöthkgt sahen, vor der Regkstcicungsbehörde zu erscheinen, um auf die gegen sie erhobnen Einwendungen zu antworten. Blünt, der Wortführer der Conservativen, machte gegen einen Juden, dessen Wahlbefähigung vollkommen dargethan war, den Einwurf, er gehöre einem besondern Volk

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