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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-10-12 · Heft 93 (12.10.1839) · p. Seite 528

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 93 (12.10.1839)
Date
1839-10-12
Page
Seite 528 (sequence 12)
Language
German
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L2S dort so weit eingeriffen, daß man sich nrHt begnügt, blos rmt seinem Nachbar traulich zu conversiren, sondern, man stattet sich in der Synagoge quasi Besuche ab, um sich eine Prise zu offeriren und entre Pris' unternimmt man ein Gespräch. Der dortige Rabbine, ein sehr gebildeter Mann, soll — wieich höre — schon mit Feuer und Schwert dagegen geeifert und gewüthet haben — allein vergebens! Vermuthlich weil der Unfug eben von den Reichen und Wichtigen des Ortes ausgebt und — wunderbar! diese halten sich auch für die Gebildetesten! — Nun noch einen Wink! — hat doch schon so mancher Ihres geschätzten Blattes genützt, vielleicht auch dieser. Zu Teltsch, allwo sieben jüdische Familien sind, und wo der selige Herr Jacob Lang, Besitzer der dortigen großartigen, als einer d>.r größten im österreichischen Staate betrachteten Tuchfabrik, die ehedem 1560, gegenwärtig aber noch immer an die Hälfte Menschen beschäftigt, auf eigene Kosten eine zwar kleine, aber im großartigen Style erbauete Synagoge Herstellen ließ, die, versteht sich, so lange der würdige Herr I. Lang lebte, dessen ausgezeichnete Wohlthätigkeit und humanes menschenfreundliches Walten den dortigen Christen wie Juden, sowie der Umgegend, unvergeßlich frisch im Gedächtnisse lebt, an nichts Mangel litt — ist aber seit dem Linscheiden des Hochwürdigen in gänzlichen Verfall gerathen; die Kasse der Gemeine ist zu arm, diesen Uebelstand zu heben. Wartet man länger, so kostet's dann das Zehnfache. Sollte es nicht höchste Pflicht der jetzigen Besitzer der Fabrik, der Erben des Hochwürdigen sein, das Andenken ihres unvergeßlichen Stammvaters auf diese schöne Weise zu ehren, indem sie sein schönes, edleS Werk auf ihre Kosten — ick est, mit seinem ihnen hinterlassenen Gelde — renoviren und seinen Bau für immer erhalten? Kann man den edeln Lang auf schönere Weise ehren, als wenn man seine Stiftung lang erhalt? — Ernst Mendel. - Anzeiger. Zn demselben werden Annoncen aller Art gegen I Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen. Die Verlagshandlung. So eben ist erschienen, und durch alle Buchhandlungen zu haben: mn oder Briefe eines jüd. Gelehrten rmd Rabbinen über das Werk: Versuche über Zisroels Pflichten in der Zerstreuung von 3. II. Hirsch- Großherz. Oldenburg. Landrabb. Altona 1837." Nebst einer Abhandlung: über die Möglichkeit einer Abschaffung bestehender Gebräuche im Judenthume vom orthodoxen Standpunkte. Herausgegeben durch M. S. Charbonah. 8. geh. Preis 6 Gr. ■'icnn sena bbl2r» lömp '2r,22 aiwrt -w» -piab P12P2 rMN 1D182 Vm •n&b tniüTna wr*, diö* trnwirü irbbia *siü?32 «"b da ■nab*' 2"b pi2p2 »i» n«» tpiznn tünn a'nsa iDTtt bs wb 1*21 i-rbäd "12* -iLvil nirisn ^aöiia *1^* nn i-fh^YiMbrü r’iö «im »aa dan Leipzig, den 24. Septbr. 1839. ^C. L. Fritzsche. Die Zesuiten von Professor Jordan. Die so eben erschienene Schrift des Di-. Sylv. Jordan Professor der Rechte zu Marburg, die Jesuiten und der Jesuitiswns hat bereits außerordentliche Sensation bei Protestanten und Katholiken erregt. Noch niemals ist der Orden mit mehr Sachkenntniß und Freimüthigkeit geschildert worden wie in der genannten Schrift, die für 20Gr. in allen Buchhandlungen Deutschlands zu haben ist. Gesuch. Ein Candidat der jüd. Theologie, der nach vollständiger Absolvirung des Gymnasiums und nach bestandener Abiturienten-Prüfung auf mehreren in- und ausländischen-Universitäten regelmäßige Studien gemacht, wie die Schulen bedeutender Rabbinen frequentirt hat, sucht als Prediger und Religionslehrer zu fungiren oder an einem Lehrerseminar oder andern Bildungs-Anstalten eine seiner Qualifikation angemessene Stelle zu finden. Unter annehmbaren Bedingungen wird er auch auf eine Hauslehrerstelle eingehen. Willkommen wird ihm ein Ruf nach Holland oder Belgien sein. Anfragen erbittet man (in portofreien Briefen) bei der Redaktion dieses Blattes unter der Chiffre v. R. H. Erklärun g. Herr I. Heknemann in Berlin, der bekannte literarische Schächer und Trödler, hatte jüngst die Güte^ in seiner neuen Trödelbude, Jedidja genannt, einige fehlende Stellen in meiner Concordanz aufzustellen; ich würde diesem armen Sünder gerne diesen Trödel gelassen haben, hatte ec diese Ausstellung nicht mit dreisten Unwahrheiten angepriesen. So sagt er z. B. daß unter "j.18 die Stelle Pf. 53, 5 fehle, während sie S. 23, Sp. *3 Z. 7 richtig steht. Unter ^^'b« soll Dt. 28, 15 fehlen, wahrend doch S. 71 Sp. 3 S v. U. sie richtig steht, eben so soll fehlen Dt. 25, 19, wahrend sie doch S. 71 Sp. 4 Z. 27 v. U. richtig steht. Eben so sollen bei 228 die Stellen Num. 24, 20. 24 fehlen, während sie S. 6 Sp. 4 in einem eigenen Artikel stehen. Es gehört eine eigene Dreistigkeit dazu, nicht zu wissen, daß 22« in diesen beiden Stellen ein Substantiv ist, also nicht an gehörigem Orte aufzusuchen verstehen, und doch eine Ausstellung machen! Aus solcher Unkenntniß der hebräischen Elemente hat dieser Freibeuter noch einige Stellen zusammen getrödelt und, wie gewöhnlich solche Leute, daraus den Schluß gezogen, daß die Concordanz nur durch seine nie zu erwartende nd^a brauchbar wäre. Ich kenne den Spruch: Wer Schmutz angreift u. s. w., aber unter dem Deckmantel des schmutzigen Schachers soll sich die Gemeinheit auch nicht breit machen. Fürst. Berichtigung. In der in No. 87 S. 440 d. Z. enthaltenen Anzeige der Eröffnung „einer Penstons - und Erziehungs-Anstalt zu Karlsruhe" ist in der am Schluffe bezeichneten Addresse der Beisatz „Rabbinats-Kandidat" aus Versehen weggelassen. Druck von I. B. Hirfchfeld.

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