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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-10-05 · Heft 92 (5.10.1839) · p. Seite 516

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 92 (5.10.1839)
Date
1839-10-05
Page
Seite 516 (sequence 16)
Language
German
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ir*un!föf ^fn"id;i 7-1, sond.cn um bzß O.c'ehcn des Talmuds handelt. Nicht meine Ansicht endlich, sondern ausdrücklicher Ausspruch des Talmud ist es, daß '2:9 rmiro w a:n mosaisches Gesetz sei, ebenso mosaisch als ,ms,!nbn, Tt) .“itaa Ich b'n zu Ende7 Und nun bitte ich meine Leser, sich doch No. 36, 39, 42, 48, 51, 54 dieser Zeitung zu nehmen; und sich zu vergegenwärtigen was diese Beleuchtung üttf svtctze durch und durch nichtige Sätze gestutzt, an Verth-eidigungen, Beschuldigungen und Vernichtungsurlheilen gegen mich und meineSchrift ausgesprochen. Für.meine Feder ist die gerechte Züchtigung, die ihr gebührte — zumal, da dem Interesse der Sache durch diese Würdigung volles Genüge geschehen — zu hart, darum überlasse ich sie dem öffentlichen Urtheile und dem niederschlagenden Bewußtsein des Herrn Kohn. Nur dieß Eine sei gesagt. Gewiß mag meine Schrift nicht von Fehlern frei sein. Aber jede Zeile, die bis jetzt gegen sie geschrieben worden, hat nur dazu gedient, sie zu rechtfertigen, und es hat Keiner eine glänzendere Rechtfertigung meiner Mittheilungen geschrieben, als Herr Kohn mit seiner Beleuchtung. Herr Kohn lebe wohl. Dem Leser aber bin ich noch ein Paar Worte schuldig. Am Schlüsse seiner Beleuchtung bemühet sich Herr Kohn dem Publikum Rechenschaft zu geben, von den von ihm vermutheten Beweggründen meines Eifers, und meint 4) es verdrüße mich und bringe mich in Eifer, daß er und seine Freunde ein in den alten Urkunden des Iudenthums begründetes Recht zu ihren Reformen vorbrachten und 2) daß sie eine wissenschaftliche'Theologie erstrebten. Herr Kohn ist, wie mit Allem, so auch hier in vollendeter Irre. Kein Freund des Iudenthums wird irgend einer in den alten Urkunden des Iudenthums wirklich begründeten Reform irgend eines jüdisch religiösen Verhältnisses gram sein, denn welcher Freund des Iudenthums würde abhold sein einem im Judenthume begründeten, aus dem Iudenthume, und nur aus dem Iudenthume blühenden Leben? Kein Freund des Iudenthums wird nicht jedes gesetzliche Fortsireben zum Bessern freudig begrüßen, kein Freund des Iudenthums von irgend einer Zeit, und wahrlich auch nicht von der unsrigen behaupten, wir halten bereits in Schule und Haus, in Synagoge und Gemeinde das Blütheziel des verwirklichten Iudenthums erreicht, und könnten uns schlafen legen. Ach, daß aber dieser lebendige Geist noch schlummert, daß der Geist nicht wach ist in unsern Schulen und Synagogen, in unsern Gemeinden und Hausern, und darum selbst die Thaurohgetreuen nicht lebendig wirken für Thauroh, im Kreise der Wissenschaft, im Kresse des Lebens, und darum unsere Hauser und Gemeinden, unsere Schüler und Synagogen, noch so fern, so sehr fern noch sind von dem heitersten Gedankenbilde eines jüdischen Lebens — dieser Schmerz ist wahrlich meiner Feder so wenig als meinem Herzen fremd. Aber eben jeder wahre Freund des gesetzlichen Fortftrebens ist doppelt gram jedem ungesetzlichen Bemühen, doppelt betrübt über die Erscheinung, wenn ein sogenannt reformatorisches Bestreben sich durch leichtsinniges Behandeln der jüdischen Urkunden zu rechtfertigen bemühet, wenn es von unjüdischem Standpunkte aus von vorn herein das Resultat gebieterisch hinstellt und hintennach auf dem Wege, der jüdischen Legalisirung desselben die Säulen antastet, auf denen das ganze jüdische Leven ruhet, doppelt uno doppelt betrübt, wenn gar irgend einer nicht im religiösen Gebiete liegender Rücksicht zu Liebe eine kecke Hand Stein nach Stein aus dem hehren Gebäude des. Iudenthums zu lösen sich en'tblödet. — Ein jeder Freund des gesetzlichen Fortstrebens ist diesem ungesetzlichen doppelt gram. Denn, wie das Ungesetzliche an sich verderblich ist, so hindert es auch das Gesetzliche. Denn auch das Gesetzlichste nimmt man nicht an den Händen des Ungesetzlichen, wenn man damit auch das Ungesetzliche zu autorisiren scheinen würde. Und daß sie eine wissenschaftliche Theologie erstrebten? Daß sie sie nicht erstreben, daß ihre Schäften aller ernsten Wissenschaftlichkeit bar sind, und sie durch ihre Unwissenschaftlichkeit die Jünger jüdischer Wissenschaft irre führen, das ist's, wogegen meine Mittheilungen eifern, das ist's, was mir die Feder in die Hand gelegt. Oder ist's etwa Wissenschaft, wie sie die jüdischen Urkunden behandeln? Wissenschaft, wie Herr Kohn, auf den ersten besten antiquarischen Gedanken hin eine Hypothese zu bauen, ohne sie durch die jüdischen Urkunden zu rechtfertigen? Wissenschaft, auf den ersten Einfall hin-doch still, still, ich will ja nicht züchtigen. Herr Kohn schließt seine Epistel mit dem Gedanken: Laßt uns auf den Gott der Wahrheit vertrauen — Amen, sage ich aus dem Grunde meines Herzens. .‘’Np Nb NÜÜlp Oldenburg. Hirsch. Druck von I. B. Hirfchfeld.

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