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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-10-05 · Heft 92 (5.10.1839) · p. Seite 510

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 92 (5.10.1839)
Date
1839-10-05
Page
Seite 510 (sequence 10)
Language
German
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510 Und, beugend sich dem schweren Joch des Schicksals, Trägt sie den Glauben durch den Kamps der Welt; Und wenn sie feilscht um dieser Erde Güter, So will sie dies' um Euren Durst zu löschen. Und wirst sie hin, so es die Wahrheit heischet! Pan. Mein'twegen Jüdin. Doch was soll mir dies. Zum Wortgefecht bin ich nicht hergekommen. Ha, ständen deine Füße hundert Schritte Dort weiter'rauf, so wärst du mir verfallen — Hier ist des Königs Grund — sonst wärst du mein! Wohlan, die Maske ab, Du hast zu wählen — Jüdin, in Deiner Hand liegt dein Geschick, Mit deinem Wort entscheidet sich zur Stunde Ein gräßlich Schicksal Deines ganzen Volks/ Und Dich und Deinen Vater trifft's zuerst! 'Esterka. Was hör' ich! — Pan. Einmal noch, komm mit mir, Mädchen, Und aller Lüste göttlich Feuer soll In hoher Flamme himmlisch dich umzüngeln, Mit Schmuck und Ehre kleid' ich dich, kleid' ich, Ben-Himmel und Eur ganzes Volk — Doch wehe, wenn Du diese Hand verschmähst. Die zärtlich will die Deinige umfangen — Dann wirft sie eine Fackel, einen Brand, In Eures Elends morsche Bretterhütten, Das jach die Lohe wird zum Himmel schlagen, Vertilgen von der Erde Eur Geschmeiß — So wähle — Esterka. Weh'! ich kann nicht — (Man hört entfernte Hörnerklänge.) Pan. Hörst du? Dort drüben treibt die Jagd des Königs, Mit jedem Schritt eilt das Verderben näher — Ein jeder Ton ist Euer Grabgeläute — Schon ist vorsichtig Alles vorbereitet, Und schützen kann Euch meine Hand allein — Wählst du —. Este rka. Weh' mir! ich kann nicht — weh, ich rufe Zum Zeugen an den einzig-eingen Gott! Pan. Den ruft Ihr ja Jahrtausende schon an. Ohnmächtig seid ihr, unserm Zorn gegeben — Esterka, komm! Esterka. So helf mir Gott! Verruchtes Kann durch Verbotnes nicht gehoben werden — P an. Wohlan, so sei's! Und wie du mich verschmähst. Verschmäh ich dich, und meiner Rache Blitz Soll mit dem Donnerkeile der Vernichtung Euch ungehindert von der Erd' vertilgen! (Ab.) . Dritter Auftritt. Esterka. Bald darauf Ben-Himmel. Esterka. So hast du dich entladen, düstre Wolke — Doch nein! des fernen Donners Rollen, Aufsteigenden Gewitters Künden war's Nur erst — ein Wola drohet nicht umsonst — Ein finsteres Geheimniß lieget da — Ich kann es nicht errathen — o, Ben-Joseph — Ben-Himmel (kommt links aus dem Forste.) Wen rufst du, Tochter? Deinen Bräutigam? Wer weiß, ob ihn dein Ruf erreichen könnte. Und wenn Du tausendmal ihn noch verstärktest. Wer wüßte je, wo sich Ben-Joseph aufhält — Doch ist er da, wenn er wo nöthig ist. Was ist Dir, Tochter? scheinst so ängstlich? (Während des Folgenden kömmt der Jagdlärm immer näher.) Esterka. Nichts! Ben-Himmel. Ich blieb zu lang — Jonathas hielt mich auf. Ich könnt' nicht fort, ich mußte sehen erst, Der Mitgift, der Geschenke Zahl, die er Der theuren Tochter hat bestimmt zur Hochzeit. Es ist sein einzig Kind, wie du das meine — Der Söhne vier verbrannt' man ihm zu Basel. ' Du ringst die Hände? Sag, was ist geschehen — Esterka. Nichts, Vater, nichts — wie, täuscht' ich mich — sagt, Sagt, Vater, kommt des Königs Jagd nicht näher. Hört Ihr die Hörner näh'r, weh', immer näher? Ben-Himmel. Was hast du, Kind? Ja näher kommt die Jagd — Was kümmert's uns, als daß vielleicht die Rüden Das Federvieh im Hofe uns verjagen — Der König ist dabei, und wo der König ist, Da ist Gerechtigkeit und Gnad' und Huld, Und wo der König ist, da können Bauer,

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