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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-09-28 · Heft 91 (28.9.1839) · p. Seite 500

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 91 (28.9.1839)
Date
1839-09-28
Page
Seite 500 (sequence 12)
Language
German
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500 nein gebildeten, seinem Beruft im Een Sinne entsprechenden Manne, nur allgemeinen Zufriedenheit geleitet; doch könnte sein Wirkungskreis ziemlich erweitert werden. — Nun zur Synagoge. Und auch Hier habe ich Ihnen Ueberraschendes und Erfreuliches zu melden. Es besteht in Lriesch nur eine einzige Synagoge, die aber ihres schönen und imponirenden äußern und innern Anblikkes wegen, den schönsten und lieblichsten Gotteshäusern, besonders kleinerer Gemeinen, in Israel, würdig sich anreihcn darf. Diese Synagoge, die bei der letzten Fcucrsbrunst, vor, mehreren Jahren gänzlich eingeäschert wurde, verdankt ihren neuen Bau und die hiermit verbundene gegenwärtige Gestaltung besonders dem 'unermüdeten Eifer und Streben des, in jedem Betrachte ehrwürdigen, verdienstvollen Herrn Jsak Wiesenwald, ersten Vorstehers der Gemeine. Dieser Mann, der wegen seines Wohlthätigkeitssinnes verehrt und hochgeachtet wird, und sowol von Juden als Christen als Mann von Ehre und Verdienst gewürdigt ist, hat, ohnerachtet der ihm von seinem ausgebreiteten Geschäfte damals nur sehr spärlich zugemessenen Zeit und trotz aller Hindernisse und Hemmungen, die sich bei einer durch Feuer beinahe gänzlich verunglückten Gemeine, besonders in pekuniärer Hinsicht, ihm hindernd entgegen stellten, mit edler Beharrlichkeit und selbst aufopfernder Lhätigkeit, den schönen Bau dieses Gotteshauses glücklich vollendet und sich hierdurch einen dauernden Namen in seiner Gemeine begründet. Wie erfreulich ist es aber erst von einem solchen Manne/einem ganz aus der alten Zeit, mit den^ letzten Zweigen seiner Jahre nur noch in die Gegenwart herüberreichenden Manne, sagen und rühmen zu können: daß er nicht bloS in sondern auch mit seiner Zeit vorgerückt, daß er es eben ist, von dem die zu meldende Reform, Organißrung und Gestaltung des Gottesdienstes auch innerhalb der Synagoge auSgcht! Daß die übrigen jüngern Mitglieder des Vorstandes, die wissenschaftlich gebildeten ganz ihrer Zeit angchörigen. Herren Jsak Lcdner, S. L. Eisenschütz und die nicht «iindor/ttoleranten Herren Oestreicher, Weinberger und Bergelftein hiemit einverstanden und thätig und hülfrcich die Hand boten, ist nur natürlich; aber daß Herr Wiesenwald, ein Greis, vollgesogen an den Brüsten der Gewohnheit, gealtert in den Vorurteilen der Urzeit dieses bewirkte, daß von ihm eben der erste Impuls ausging, ist nur zu anerkennungswürdig, und verdient, den noch Zurückstehenden, als Norm und Muster ausgestellt zu werden. - ES ist bereits ein Jahr, seitdem in dieser Synagoge, der hier herum und in den österreichischen Staaten allenthalben (außer Wien, Pest, Prag und Töplitz) noch fest eingewurzelte Mißbrauch des Mizwot-Verkaufes durch Ausrufen, ein für allemal abgestellt wurde, welches nicht nur ohne'den mindesten Anstoß, vielmehr beifällig von der ganzen Gemeine ausgenommen wurde und einstimmiger Belobung sich erfreute. Referent deraE zugegen war, alö diese Reform durch einen CheruS hyrf'Q her Gemeine bekannt gemacht wurde, ward auf'S und gerührt, als er diesen CheruS, mit einer, in eMringlichen Ausdrücken abgefaßten strengen Warnung veMmven^h.,^dü. Diskurse und das Plaudern in der Synagoge ungestörte Stille und feierliche Andacht w.aWüK§§4s''MMAmensteö zu beobachten. ■ (Schluß folgt.) Anzeiger. In demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum aufgempnmm. Die Derta gshandlung. Bei Theodor Fischer in Cassel ist erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: Japhet, I., Hebräische Lesefibel. 8. geh. 2 Ggr. Mailert, K. L., Erstes Elementarbuch der Hebräischen Sprache nach der Lautirmethode. 8. geh. 4 Ggr. In Parthien ä 3 Ggr. Mehrere bereits erschieneneReccnsionen sprechen sich sehr günstig über die Brauchbarkeit und Zweckmäßigkeit dieses Schnftchens aus. Durch Lewents Verlagsbuchhandlung in Berlin ist zu beziehen: iVVlBOn von Jacob E. Lowi, -nthält 30 Fragen und Antworten, über mehrere wichtige talmudische und rabbinische Gegenstände. 8. B. Br. 15 Sgr. rh. Der Verfasser (ein Galizianer) hat in dieser Schrift durch eine umfassende Kenntniß der talmudischen und rabbinischen Studien klar am Tag gelegt, wie der Talmud aufgefaßt und beurtheilt werden muß, um über manchen Inhalt gründliche Auskunft geben zu können; und beweist, in welche Jrrthümer der Verfasser der Schrift nrf?2nr5 verfallen ist aus Mangel einer richtigen Beurtheilung des Talmud. ES verdient daher diese Schrift sowol den gründlichen Talmudrsten als auch besonders denen empfohlen zu werden, die unermüdet darnach streben, das Recht1 der jüdischen Reformen aus den Quellen des Talmuds zu beweisen. In meinem Verlage ist so eben erschienen: r&en -Mm ntn* -fto Vollständiges Gebetbuch der Israeliten für das ganze Jahr. Hebräisch und deutsch. Ins Deutsche übersetzt und mit einigen Anmerkungen versehen von H. Arnheim. Preis 20 gGr. Die schöne korrekte Ausgabe zeichnet sich eben so durch ihre edle Einfachheit in der Uebersetzung, als durch Reichhaltigkeit und angemessene Ausstattung aus und der Preis ist für das Geleistete enorm billig. Stets vorräthig findet'man das Werk in den Buchhandlungen von Schröder in Berlin, Aderh olz in Breslau, Volckmar in Leipzig, Hartleben in Pesch, Borrosch & Andre in Prag, v. Mööle's Wttw. & Brau müller in Wien, doch kann eS auch immer durch jede andere Buchhandlurscj bezogen werden. . Glogau im September 1839.. H. Prausnitz. Gesuch. Eine kleine Gemeinde im schlesischen Gebirge wünscht einen unverheiratheten, geprüften Religionslehrer anzustellen, der außer den dazu erforderlichen Kenntnissen, der Funktion eines Vorbeters vorstehen, und erforderlichen Falls deutsche Vorträge halten kann. Hiezu sich fähig Glaubende, werden ersucht, ihre Qualifications-Atteste, nebst den machenden Ansprüchen, an die Redactkon dieser Zeitung unter 6. abzugeben. Druck von I. B. Hirschfeld.

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