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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-09-07 · Heft 88 (7.9.1839) · p. Seite 460

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 88 (7.9.1839)
Date
1839-09-07
Page
Seite 460 (sequence 16)
Language
German
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460 wir aber darum, weil so ein kleinförmiger Kopf die Heimlichkeit einer Lehre nicht ergreifen und fassen kann, und dieser Lehre gewiß auch nicht würdig ist, oder weil der Andere die Dinge anders versieht, als sie an sich selbst sind, rachen, daß man solche Bücher, weil sie ein Ungelehrter nicht recht versteht, verbrennen soll? Ich glaube: Nein! — Dies sind Reuchlin's Ansichten zu Gunsten .des Talmud. Schließen wir für diesmal und verfolgen wir diese Gründe vielleicht einst weiter, wenn wir die Gründe aus seinem Gutachten für die übrigen jüdischen Schriften mittheilen. Bücherschau. (Fortsetzung). 47) ->2d. Grund- und Glaubenslehren der mosaischen Religion von R. Joseph Aldo. Uebers. von W. und L. Schlesinger. Zweites Heft. Franks, a. M. 1839. 8. S. 161 — 320. Das diesem zweiten Hefte Vorgesetzte Subscribenten Verzeichniß bezeugt, daß dieses verdienstvolle Unternehmen noch lange nicht die Beförderung gefunden, welche'es mit Recht in Anspruch nehmen darf. Namentlich kommt auf Norddeutschland von den subscribicten 300 Exempl. nicht Eines, und wir dürfen nur hoffen, daß hier der Buchhandel nachhilft. Wir fahren in der übersichtlichen Inhaltsangabe, die wir im vorigen Jahrgange No. 98. vom ersten Hefte begannen, fort, und wie wir dies dort vom ersten Abschnitt gethan, so begnügen wir uns heule mit dem zweiten Abschnitt, welcher von S. 95 bis 212 reicht. Wir haben bereits bemerkt, daß der erste Abschnitt die drei Grundlehren, welche Aldo annimmt, im Allgemeinen aufstellt, die drei anderen Abschnitte jene Grundlehren im Besondern behandeln, und so bespricht denn der zweite das Dasein Gottes, mit vier Folgesätzen: Einheit, Unkörperlichkeit, Unabhängigkeit Gottes von der Zeit und Freiheit Gottes von allen Mangeln .(Ewigkeit und Vollkommenheit), nachdem in einer Vorbemerkung Etwas über die Methode des Vecf. von diesem beigebracht ist. Kap. 1. Das Dasein Gottes ist nur begreiflich, insofern er Schöpfer aller Dinge ist, keineswegs aber von Seiten seiner Wesenheit. Kap. 11. und III. Daß Gottes Thatigkeit mit Willen geschieht, dieser Wille aber in seiner Wesenheit liegt, also nicht mit Veränderung verbunden ist. Kap. IV. Das Hervortreten der Dinge aus der Möglichkeit in die Wirklichkeit , ist ein Beweis für das Dasein Gottes. Kap. V. Kritik der Beweise des Mainmni. Kap. VI. Der eigentliche Lehrsatz vom Dasein Gottes und seine vier Folgesatze. - Kap. VII. Diese vier Folgesatze heben alle andere Eigenschaften an Gott auf, so daß sie sich von selbst verstehen. Kap. VIII. Viele verschiedenartige Wirkungen bedingen keine Vielheit. Kap. IX. Ob und inwiefern man Gott Eigenschaften beilegen kann? Kap. X. Nur Gott kommt das Prädikat Eins zu als absolute Einheit. Kap. XI. Wie sich die Vielheit der verschiedenartigen Dinge aus der ersten Ursache herleitet. Kap. XII. Ueber die Existenz der Engel. Kap. XIII. Forts, des Kap. XI. und über den Ursprung des Guten und Bösen. So weit über die Einheit Gottes. Kap. XIV. und folgende: die heilige Schrift spricht anthropomorphistisch bei Gott von Leidenschaften rc>, um den Menschen verständlich zu sein, nicht aber daß sie wirklich waren. Kap. XVII. Ueber Unräumlichkeit Gott-es. Kap. XVlll. und folgende, über Ewigkeit Gottes. Kap. XXI. Daß Gott positive Eigenschaften nur insofern beigelegt werden können, um uns zu bezeichnen, daß sie Ihm nicht mangeln. Kap. XXII. Die Gott beizulegenden Eigenschaften sind also entweder solche, welche sich in seinen Schöpfungen offenbaren, Kap. XXIII. oder solche, die auf seine Wesenheit Bezug haben, und diese dürfen nur negativ gefaßt werden, weil sie sonst weniger bezeichnen, als Gott ist. Kap. XXIV. Eigenschaften, die zu beiden Kathegorieen gehören. Kap. XXV.-Die Eigenschaften Gottes sind der Zeit, der Vollkommenheit und der Zahl nach unendlich. Kap. XXVI. Ueber Kap. XXVII. Ueber ton. Kap. XXVIII. Ueber 'n, Engel Kabbala. Kap. XXIX. -Ueber ‘nN. Kap. XXX. Ueber die verschiedenen Stufen der Gotteserkenntniß. Kap. XXXI. Ueber die drei Theile des Universums, und daß sie nur einen Urheber haben. Der folgende Abschnitt behandelt die Offenbarung, den wir nach dem Erscheinen des dritten Heftes skizziren werden. So wie wir bei dem Referat über das erste Heft den Wunsch ausgesprochen', daß die Herren Uebertrager etn ähnliches Inhaltsverzeichnis beim Schluffe des Werkes hinzufügen mögen, wie wir es oben gegeben, so fügen wir heute die Bemerkung hinzu, daß es sehr zweckdienlich sein wird, ein Verzeichniß der Schriftstellen, die Aldo in seinem Werke erklärt, zu geben, wodurch die Brauchbarkeit des Buches sehr erhöht werden wird. Wir hoffen, daß die Herren Schlesinger ihr nützliches Unternehmen ungestört fortführen werden. 48) Museum zur Belehrung und Unterhaltung für die israelitische Jugend. Erste Lieferung. Bcieg. 1839. Die Hoffnung, welche wir von diesem zum Frommen der Jugend erscheinenden Werke, das in vier Banden vollendet sein soll, in No. 39. ausgesprochen, findet in den vorliegenden drei Bogen mit einer artistischen Beilage, einer guten Lithographie Mendelssohns, ihre ganze Befriedigung. Die darin gegebenen Parabeln von De. Güns bürg, die Betrachtung über die Schöpfung von Dr. Francolm, das Gedicht „Simson" von Dr. Döring, der Anfang.'der Biographie Mendelssohns, wie auch der erste Bogen Geschichte des jüdischen Volkes nach der babylonischen' Gefangenschaft, entsprechen allen Anforderungen, indem sie, ohne in läppischen Ton zu verfallen, der zu oft für kindlich ausgegeben wird, den Jdeenkreis der Jugend im Auge-haben, und zugleich, ihn zu erweitern und zu veredeln im Stande 'sind. Wir können israelitischen Eltern die Anschaffung dieses Museums dringend empfehlen. (Fortsetzung folgt.) Druck von I. B. Hirschfeld.

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