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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-09-07 · Heft 88 (7.9.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 88 (7.9.1839)
Date
1839-09-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M. Jahrgang. ^lllAemeine No. 88. Zeitung -es Zudenthuws. EL fl uupartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Br. Ludwig Philippfon, Baumgartners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. ZU Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 7. September 1839. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 86 Bogen in Quart ttici. des,Titels, Registers u. s.w. um, fassen. Zn Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitung», Speditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere har sich die König«. Sächs. wohllöbl. ZeitiuigS, Expedition allhier unterzogen. ' Zeitungsnachrichten. Aegypten. Alexandrien, 1. Aug. Ueber das gewiß merkwürdige Auftreten des Sir Moses Montefiore bei Mehmed Ali für die ägyptischen Juden berichtet das Morning Chronicle ausführlicher: Unser Correspondenc in Alexandrien schreibt: „Sir Moses Montefiore (jüdischer Bankier in London) ist am 12. Julius aus Syrien dahier eingetroffen. Er hat Mehemed Ali Vorschläge zur Errichtung einer hiesigen Bank mit einer Million Pfd. St. gemacht, vorausgesetzt, daß er das Loos der Juden erleichtern wolle. In Syrien ist nämlich der jüdische Rayah der gedrückteste von allen Unterthanen des Pascha; so kann er z. B. vor Gericht nicht als Zeuge austreten, kein Feld besitzen u. s. w. Sir Moses Montefiore hat bereits eine große Strecke Landes in Palästina auf fünfzig Jahre gemiethet, und muntert seine Stamm- und Glaubensverwandten auf, Agriculturisten im Land ihrer Voreltern zu werden, wenn sein Bankproject zu Stande komme. Ich fürchte, sein Plan ist voreilig, doch mag er der Keim werden zu einem großen und lange vorhergesagten Ereigniß, das seiner Zeit eintreten wird. Eine Million Capital würde nirgends von größerer Bedeutung sein als in diesem Land. Sir Moses hatte seine erste Audienz bei Mebemed Ali in voller Galatracht als Sheriff von London, was freilich insofern wol unpassend war, als ec dieses Amt nicht Mehr bekleidet." (Als Sheriff von London wurde der Bankier nach der Krönung der Königin baronisirt.) Deutschland. Kassel, 15. Aug. Ueber die bereits vollführte Einweihung der neuen Synagoge, über deren Bau wir bereits No. d. I. einen Bericht gegeben, geben die öffentlichen Blätter folgende nähere Mittheilungen. (L. A. Z. vom 9 Aug.) Gestern fand hier die Feier der Einweihung des vor Kurzem vollendeten neuen Synagogengebaudes zu einer gottesdienstlichen Bestimmung statt. Die Kosten sowol des Baues als der inneren Ausschmükkung desselben'wurden von den Gliedern der hiesigen israelitischen Gemeinde bestritten, welche die zu diesem Behuf erforderliche Summe durch Actien, die sie unter sich vertheilttn, zusammenbrachten. Hr. Baron von Rothschild, in Frankfurt, dankbar eingedenk, wie der Grund von dem großen Vermögen feines Hauses zuerst von seinem Vater wahrend seines Wohnsitzes in Kassel und späterhin durch Geschäfte mit dem verewigten Kurfürsten Wilhelm 1. gelegt ward, hatte unaufgefodect eine freiwillige Gabe von 309 Louisd'or zu diesem Zwecke dargebracht. Das Ganze wurde durch einen jungen israelitischen Architekten, Rosengarten, der durch den Bau mehrer ausgezeichneter Privathaufer bereits Proben seiner Geschicklichkeit und seines geläuterten Geschmackes in der Baukunst abgelegt hatte, ausgeführt, und zwar auf eine Weise, daß das jetzige jüdische Bethaus mit Recht den schönsten Bauwerken, welche Kassel aufzuweisen hat und unter denen noch immer das lUuseum Fridericianuui auf dem Friedrichsplatze die erste Stelle einnkmmt, angereiht wird. Ueber die Wahl des Baustyls für das fragliche, gegenwärtig unserer Stadt zur Zierde gereichende Gebäude vermochte man lange nicht sich zu einigen; denn wenn schon über die Frage, welcher Styl für die christlichen Tempel der angemessenste sein dürste, manchmal von dm Baukünstlern hin und her gestritten worden ist, so sind bei der Errichtung jüdischer Gotteshäuser öfter noch verschiedenere Meinungen an den Tag gebracht worden. Diejenigen, welche in den heutigen deutschen Israeliten noch immer Morgenlander sehen und sehen wollen, waren folgerecht für einen morgenländischen Baustyl, und der Hofbaudkrektor'Ruhl hatte geglaubt, mit Hinblick auf die Geschichte des jüdischen Volkes, den ägyptischen in Vorschlag bringen zu müssen. Gleichwohl haben sich die eigenchümlichen Bauweisen bei

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