Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 87 (31.8.1839)
- Date
- 1839-08-31
- Page
- Seite 433 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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435 genstand, seine Tendenz und seine äußere Darstellung die Aufmerksamkeit und das regste-Interesse, insbesondere des israelitischen Publikums, in Anspruch zu nehmen vermögen wird. Hat die neueste Zeit mehr als je ein treues Festhalten der heiligen Schrift, des göttlichen ÄVöttes, das in Israel durch mehr denn drei Jahrtausende auf uns gebracht worden, zum Mittelpunkte aller religiösen Bestrebungen gemacht, hat sie bei allen Wirren und Spaltungen der Ansichten um so mehr die' heilige Schrift als den gemeinsamen Boden Aller, die im Menschlichen zum Göttlichen kommen wollen, erkennen lassen, hat sie es uns Allen von Neuem zum Bewußtsein gebracht, daß ohne heilige Schrift keine Sicherheit, kein Festbestand: so ist es desto mehr zum Bedürfniß geworden, diese in solcher Gestalt zu besitzen, in welcher sie, ausgerüstet mit allen HülfsmittelN, die für Jedermann das möglichste Licht über ihren Inhalt zu verbreiten, das mögliche Verständniß heranzubcingen vermögen, auch dem Sohne des neunzehnten Jahrhunderts ganz nahe sein, seine Liebe und Neigung wieder beleben, zu seinem Studium, zu seiner Lektüre, zum bereiten und mannigfaltigen Gegenstände seines Nachdenkens werden könne/ Haben unsre Altvordern und die Lehrer der Religion zu allen Zeiten unablässig gestrebt, den inner» Sinn aller Theile der heiligen Schrift immermehr zu erkennen,, haben die Forschungen der größten Gelehrten neuerer Zeit den sprachlichen Schatz derselben immermehr zu erhellen gesucht, habey die Untersuchungen vieler sachkundigen Reisenden die Lokalitäten, in welchen sich die Begebenheiten,- die das heilige Wort berichtet, sich bewegten, zu genauer Kenntniß gebracht: so gilt es jetzt, alle diese einzelnen Strahlenbündel zu vereinigen, und sie für das Auge jedes Freundes der Religion zu einem Lichtwürfe zu bereiten. Die reichen Gaben, der Tradition und traditionellen Kommentare, die Forschungen der Neueren, die Nachrichten über die Lander, Völker und Sitten des Morgenlandes sollen sich/in angemessener Form, zu einander verbinden, um das unveränderliche Wort der heiligen Schrift zu deuten und zu .erhellen, und dem Forscher, wie dem Leser , den Stoff zu gehen, seine eigene Ansicht daran zu verfestigen. So soll der Vereinigungspunkt des altem Traditkonsglaubens, und des jüngern KriticismuS gegeben werden, von wo. aus in einem lebendigen Geiste das ganze Gebiet des" heiligen Wortes zu klarerer Anschauung gebracht, und in fortschreitender Entwickelung erkannt wird. Zu diesem bedeutsamen und hohen Zwecke mußte die Bibel der Israeliten vereinigen: 1) den hebräischen Text in möglichster Correktheit; 2) die wort- und sinngetreue, verständnißwie sprachgemäße Uebertragung; 3) den deutschen Kommentar, der die dogmatischen, exegetischen, historischen, antiquarischen, physico- und locographischen Elemente vereinigt; 4) Illustrationen in sachgetreuen Holzschnitten über, die naturhistorischen, antiquarischen und landschaftlichen" Gegenstände, welche die heilige Schrift berührt. Indem wir so den ersten fortlaufenden und vollständigen deutschen Kommentar der ganzen heiligen Schrift vom israelitischen Standpunktedie erste Mit den feinsten englischen", nicht für das Spiel der Phantasie, sondern für das Verständniß und die Belehrung selbst bestimmten Holzschnitten, (deren Zahl über 500,) geschmückte Bibel für Israeliten, überhaupt aber die erste Vereinigung des Textes, der Uebersetzung, des deutschen Kommentars und der Illustrationen —1 dem Publikum übergeben, glauben wir dem bedeutsamsten Bedürfnisse hiermit eine Befriedigung geschaffen, und die Theilnahme des Publikums in vollem Maße verdient zu haben. Vieljährkge Arbeiten und ein hoher Kostenaufwand lassen uns vollständigen Anklang erwarten, lassen uns die möglichste Beförderung aller derer, welche Religion und Religiosität, welche heilige Schrift und deren Verständniß zum Gegenstände ihrer Liebe und ihres Eifers gemacht, hoffen. Die Unterzeichneten stehen für einen ununterbrochenen, prompten Fortgang des begonnenen Werkes ein." Magdeburg und Leipzig, August i$39. . Dr. Ludwig Philippson. Baumgartner's Verlagsbuchhandlung. Historische Mitthekliingen . über d i e I u d e n i n A ft e n u n d A fr t f ü in dem letzten Jahrzehend. (Eingesandt durch Pr. I. Fürst.) (Fortsetzung.) IV. A e g y p t e n. Wir sind zu einem Lande gekommen, das, in der Rücksicht, in welcher wir es betrachten, billig die Aufmerksamkeit des gesammten jüdischen Volkes auf sich ziehen muß.