Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 86 (24.8.1839)
- Date
- 1839-08-24
- Page
- Seite 428 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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428 spricht, wäS nicht ihre werthe Person betrifft. O Gott, wurde sich die Zeit aus solchen Männerchen, machen, wie HerrJU. W. oder A. Weilt, so ist es allerdings am besten, man giebt ihr den Abschied, und mit diesen auf'eincr-Höhe zu stehen, wird Niemand, der mit Leben-und Kraft einebestimmte. Richtung verfolgt, verlangen! In einer der geachtetsien und achtungswerthesicn deutschen Seitungen, in der Leipziger Allgemeinen Zerrung wurde in jüngster Zeit mehre Male, . aus Berlin und Fürth, die fast verjährte Meinung aufgestellt, daß die jüdischen Rcformsüchugcn einen bloßen Deismus im Auge hätten und erzielten. - Diese Meinung, die wir noch immer dem tragikomischen Versuche deS seligen David Friedlander verdanken, da sie seitdem aus gewissen Regionen zu verdrängen nicht möglich ist, und die, wir namentlich in der kleinen Flugschrift „die Juden und ihre Bestrebungen" ff. zurückzuweisen versuchten, stellt sich selbst den Verbesserungen unsres Kulms entgegen und will sie Hintertreiben. Wir geben zu, daß da, wo alle historische Verbindung mit dem bisherigen Judenthum aufgegeben, wo alle Form des Judenrhums vernichtet wird, die Gefahr eines flachen Deismus sehr nahe steht. Wir fordern aber hiermit einen Jeglichen auf, zu beweisen, ob einer der von einer Allgemeinheit innerhalb der Synagoge unternommenen > ausgeführrcn oder vorgefchlagenen Reformversüche mir dem flachen Deismus idcntificirt werden könne! Eine Reform, welche die Offenbarung überall zu Grunde legt, welche ihren Gottesdienst aus Vorlesung aus der Lora und Den Propheten, aus Gebeten, die den Psalmen und der heil. Schrift entnommen sind, bestehen läßt, die Sabbat, Versödnungsfest, Peßach ff. in aller ihrer offenbarungsniäßigcn Begründung und Bedeutung auffaßt, die die Offenbarung als einen ihrer Glaubensartikel festhält: wie kann diese die Beschuldigung des Deismus aus sich ziehen, und in den Augen der höheren Behörden als deistische Bestrebungen, alö deistische Sekte perborrescirt werden? Seoet wohl zu, daß ihr hiermit nicht den Nerv einer bessern Lebensgeftalrung abschncidet, und einer Partei in die Hände arbeitet, welche aus dem Lichte der Offenbarung eine Verdunkelung des Menschengeschlechts machen möchte! Wir werden bei Gelegenheit ein Weiteres hierüber hcranbringen. Anzeiger. 3n demselben werden Annoncen aller Art gegen 1 Gr. Gebühren für 4ie gespaltene Zeile aus Petit-Schrift oder deren Raum ausgenommen. Die Verlagshandlung. Gegenerklärung. An Dbas in No. 79. dieser Zeitung. Wenn der Verfasser des, mir Dbas Unterzeichneten Aussatzes, sich mir genannt, und seine Berechtigung mir Fragen vörzulegen, so wie überhaupt, seine Befähigtheit derartige Gegenstände öffentlich zu besprechen, dargethan haben wird, dann werde ich ihm in einer Weise antworten, die, mehr als gnügend für ihn sein dürste. — So lange dieses jedoch nicht geschieht, kann ich sein albernes Geschwätz, nur als Ausbruch einer aufgeregten Leidenschaftlichkeit betrachten, und keiner weitern Beachtung werth halten. — Dem, für die Sache sich interesskrenden Publikum aber, diene, zu richtiger Beurtheklung meiner Denk- und Verfahrungswekse in dieser Angelegenheit: daß ich bei meinem vorgerückten Alter, wo die eigends erlangten Lebensansichten bereits-ausreichm, und jede öffentliche Belehrung fast entbehrlich machen, naturgemäß, in meiner Individualität ein Gegner des Hrn. 1)r. Geiger nicht sein konnte, und. auch nicht bin; daß ich vielmehr, so lange ich in meiner Stellung als Vorsteher, das Interesse meiner Comittenten zu vertreten hatte, seiner Anstellung durch vermittelnde Vorschläge förderlich zu werden, gewissenhaft bemühet war; und daß meine Theilnahmslosigkeit, (mehr aber auch nicht) nur dann begann, als meine versöhnende Versuche fruchtlos blieben, und der Gegenstand einen gehässigen Charakter annahm.— Pappenhein. Wichtige literarische Anzeige für Lehrer der israetitischeu Religion! In meinem Verlage ist soeben erschienene L c h v b u ch der israelitischen Religio» nach den Quellen bearbeitet, zum Gebrauche in den obersten Klassen der Religionsschulen, mit sehr wichtigen erläuternden Anmerkungen für Eltern, Lehrer, angehende Theologen rc. von Dr. B. L. Auerbach, Grosh. Hess. Stadt- und Land-Rabbinen zu Darmsiadt. Approbirt von den Nabbinen zu Bingen, Friedberg, Mainz, Michelstadt, Offenbach, Worms, von den israelitischen Consistorien. zu Bonn und Crefeld und von 35 andern israelitischen Geistlichen des Auslandes, gr. 8. 18gGr. oder 1 fl. 21 £r. Bei Einführung in Schulen 15 gGr. oder 1 fl. 6 36r. Darmstadt. L. P a ö st. Snbscriptious - AnzeLge. In der G. Ritter'schen Buchhandlung in Zwcibrücken wird erscheinen, und kann durch jede Buchhandlung bezogen werden: Die Rechte und Verbindlichkeiten dev Israeliten in der Pfalz. Ein alphabetisches Repertorium der die Israeliten des ehemaligen baier. Rheinkreises (Pfalz) in ihren staatsbürgerlichen, religiösen und privatcechtlichen Verhältnissen, unter sich sowol, als den christlichen Staatsbürgern gegenüber, betreffenden Gesetze, Verordnungen und der einschlaglichen Jurisprudenz' der französischen und baierischen Gerichte. Von einem Justizbeamten des linken Rheinufers. Das Merkchen erscheint auf feinem Druck-Velin, elegant gedruckt, in klein 8. 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