Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 85 (17.8.1839)
- Date
- 1839-08-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3225013-3225099--02074-3234635- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
115. Jahrgang. Allgemeine No. 8S. Zeitung -es Zudenthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacttur: Verlag von Dr. Ludwig Philippson, Baumgärtners Buchhandlung israelitischer Prrdigrr ul Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 17. August 1839. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titel», Registers u. s. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monare — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitung-» er'peditionen nehmen Besteüungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königs. Sächs. wohllövl. Zeitungs-Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Palästina. Amsterdam, 28. Juli. (Privatmitth.) Das heilige Land hatte am 9. Sivan d. I. den Verlust eines seiner frömmsten, gelehrtesten und würdigsten Männer zu beweinen; es hat nämlich der Vorsehung gefallen, in ihrer Weiszer Krankheit, in hohem Alter, seiner eifrigen Wirksamkeit zum Besten der von ihm administrirten Gemeinden, genannt Peruschim,' in Jerusalem und Saffet zu entrücken. Schwere Leiden mußte der Entschlafene während seines 28jährigen Verweilens auf heiliger Erde ertragen, und besonders die letzten Jahre waren voll von Elend und Kummer. Die Plünderungen der armen Israeliten durch die Rebellen, das Erdbeben im Jah^^ü2T^—t»Vdvrch die Städte Saffet und Liberias in Schutthaufen verwandelt wurden, Nahmen die ganze Thätigkeit des Verstorbenen in Anspruch,, und bei diesen Gelegenheiten entfalteten sich der fromme Eifer, die alle Gefahr für sich selbst verachtende Aufopferung und Uneigennützigkeit dieses trefflichen Rabbinen. Seine hohen Verdienste als Memune seiner Gemeinden, sein einfacher und. einnehmender Charakter, hatten ihm so allgemeine Achtung gewonnen, daß er sich der zuvorkommenden Protektion der Europäischen Herren General-Confuln und Beamten zu erfreuen hatte, und noch vor seinem Tode ward ihm die ehrenvolle Auszeichnung-, daß ihn der Herr Graf Medem, Kaiserlich Ruffischer Hofrath und General- Consul beim Pascha von Aegypten, in Anerkennung seiner Verdienste, zum Vekil seiner Gemeinden ernannte. Neben seinen administrativen Beschäftigungen war seine Zeit der gewissenhaften Erfüllung der gottesdienstlichen Vorschriften und dem Studium des Gesetzes gewidmet. Seine tiefe Gelehrsamkeit spricht sich in den beiden von ihm verfaßten Werken und Vaw1 mm inVarr nas aus, wovon das Ecstere in Skloff, das Zweite in Saffet im Druck erschienen, und weisen ihm einen ausgezeichneten Rang unter den Gelehrten der talmudischen Literatur an. Sein Ableben erfolgte zu Liberias, wohin er sich mit seiner Familie begeben hatte, um durch den Gebrauch der Bäder seine geschwächte Gesundheit zu stärken. Indem wir diese traurige Kunde zur öffentlichen Kenntniß bringen, erlauben wir uns an unsere hochverehrten Freunde, die resp. Herren Oberrabbinen und Vorsteher der Israelitischen Gemeinden die ergebene Bitte zu richten, dem Andenken dieses Gerechten ein Trauergedachtnr'ß, isöf-j, zu veranstalten, und seinen hohen Tugenden die verdiente Würdigung angedeihen zu lassen. Im Hinscheiden des Frommen und Weisen liegt eine ernste Mahnung an die Lebenden; der Tod verkündet laut die Gebrechlichkeit und das Eitle alles irdischen Tands und Flitters, und daß nur wahre Frömmigkeit und Gottesfurcht Jenseits des Grabes foctbestehen. — * Der Präsident der Pekidkm und Amarcalim sammtlicher Israelitischen Gemeinden im heiligen Lande, zu Amsterdam. H. Lehren. Wallacher'. Bukarest, 1. Juli. (Privatmitth.), Die hiesige starke Gemeinde hat seit längerer Zeit keinen Rabbknen mehr. Zwistigkeiten aller' Art, und die noch lange nicht beseitigt werden können, verhindern diese Stelle wieder zu besetzen, von der der letzte Inhaber, David Hailperin, auf traurige Weise sich zu entfernen gezwungen war. Ec war nämlich-in einen Proceß mit einer kleinen Anzahl .Männer, welche die Fleischabgabe, von der die Ausgaben der Gemeinde bestritten werden, gepachtet hatten, wegen Geldforderungen gerathen. Das Landestcibunal entschied am 6. Juni 1834 schon zu seinen Gunsten, mit welcher Entscheidung di? große, Mehrzahl der Gemeindeglieder und ihre Epitropen (Vorsteher) sich *unterschriftlich einverstanden erklärten. Dieses Uctheil wurde vom Fürsten Alexander Dkmitri Ghika bestätigt und am 17. Jan. 1835 durch Unter-