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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-07-27 · Heft 82 (27.7.1839) · p. Seite 372

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 82 (27.7.1839)
Date
1839-07-27
Page
Seite 372 (sequence 12)
Language
German
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372 neu durch eine Verordnung vom 31. Oktober 1838 noch Sclioolopzienet für die israelitischen Religionsschulen zu bestellen, die in Anzahl von einer oder zweier Personen mit dem Rabbinen-Jnspector eine Art von Aufsichts-Kollegium bilden. Um ober auch eine genügende Anzahl' von ReligionS,Lehrern zu beschaffen, wurde durch dieselbe Verordnung eine Prüfung auch für diejenigen Religions-Lehrer bestimmt, welche nicht zugleich Prediger sein wollen. Diese haben stch zuerst mit den nöthigen schriftlichen Beweisen und Zeugniffen an die Haupt-Kommission zu wenden, durch deren Visum die Kandidaten befähigt sind, ihre Examen vor einer besondern Kommission von Examinatoren zu machen, die durch das Staats-Ministerium ernannt werden, und jährlich zur selben Zeit, als das Examinarions-Rabbinen-Kollegium zusammenkommcn. ' Diese Kommission soll aus 8 Personen bestehen, zur Hälfte aus dem Rabbinen.Kollegium, worunter 2 Rabbinen, zur andern aus Notabeln. , Ich füge noch einige Historische Notizen bei, um daS erfreuliche Aufblühen dieser Schulanstalten zu erweisen.. So feierte am 27. Mai 1835 die am 1. Mai 1814 mit 5j) Schülern eröffnm portugiesische Armcn-Schule zu Amsterdam, welche auch eine Substdie von der Regierung genießt, ihr zehntes öffentliches Examen mit 108 Knaben und 105 Mädchen. — Am 1. Mai 1836 wurde das neue Schulgebäude der» allgemeinen israelitischen Schule zu Zwolle feierlich eingeweiht. — Am 16. September desselben Jahres hielt die religiöse und Elementar-Schule zu Ooorn ihr erstes Emmen mir 90 Schülern, dasselbe feierte die seit 1834 errichtete israelitische Armenschule zu Utrecht am 10. September 1837. — Früher schon, am 4. Dccembcr 1836 wurde die neue rellgiöfc- und Elementar-Schule zu Arnhem, zu deren Errichtung die Regierung, die Stadt, die Gemeinde, zwei katholische und zwei israelitische Vereine bcigesieuert hatten, feierlich eingewciht. Auch daS Jahr 1838 brachte mehrere solche Feierlichkeiten; der 2. Mai ein Examen zu Middelburg, der 6. die Einweihung der neuen Schule zu Pekel-A.; der 4. und 5. Juni die Einweihung des neuen Schulgebäudes zu Gouda, wodurch die bisher getrennten ReligionS- und Elemcnrar-Schulcn vereinigt wurden. Der Erwähnung verdient auch das niederländisch-israelitische Waisenhaus Megadle jetomim zu Amsterdam, welches am 20. August 1838 sein lOOjähriges Bestehen feierte. Aber erst mit dem Beginne deS Jahres 1836 hatte diese Anstalt, welche bis dahin die Waisen bei Privatleuten untei brachte, ein eigenes Gebäude erlangt. Dieses Resultat war durch die Freigebigkeit des Hrn. dc Bver, der die Anstalt mit 6000 Gulden beschenkte, und anderer Edclmüthigen erreicht worden. Es befinden sich jetzt 35 Waisen in demselben, die Unterricht erhalten und alsdann ein Gewerbe erlernen, deren Zahl aber mit dem WachSthum der Beiträge sich vergrößern soll. — . Die Thätigkeit der Haupt-Kommissicn zeigt sich aber auch noch auf andere Weise. Von Zeit zu Zeit, z. am 20. Mar 1837, erläßt sie, gemäß dem königl. Beschlüsse vom 17. Oktober 1827 eine Aufforderung an die israelitischen Geistlichen und Lehrer zur Einsendung von Predigten und Schulbüchern in holländischer Sprache, von denen sie die vorzüglichsten mit silbernen Ehrcnmedaillen, nebst einer Anzahl Freiexemplare, wenn sie gedruckt werden, krönt. — Werfen wir nun noch einen kritischen Blick auf das ganze schön geordnete Gebäude, so fällt es nur auf, daß der wissenschaftliche Standpunkt, der dem gesammten geistlichen Stande gegeben,. allerdings nur der allgemeine Bürgerschulunterricht ist, und auf klassische Bildung noch gar keine Rücksicht genommen wird, und daß in den Seminarien die Methodik noch nicht als besondere Discwlin erscheint, sondern nur für das reale Wiffen gesorgt wird: Beweise, daß man den Standpunkt dieser Anstalten noch, nicht zu hoch angenommen, was ihnen nur zur Anregung dienen kann, immer unablässig höher zu streben. Vor Allem aber ist der Grundsah in's hellste Licht zu stellen, daß man zwar unter strengster Eoutrole des Staates, dennoch den Juden die Verwaltung ihrer Angelegenheiten selbst übergiebt, und sie vor jeder Beschlußnahme vernimmt. Dies ist der geeignetste Standpunkt, da von der andern Seite die strenge Aufsicht des Staates von dem einmal betretenen Wege nirgends abweichen läßt. Anzeiger. Zn demselben werden Annoncen aller Art gegen I Gr. Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petit-Schritt oder deren Raum anfgenommkn. Die Verlagshandlung. So eben ist im Verlage des Unterzeichneten erschienen: Allg. Archiv des Iudenthums (Iedidja, neue Folge.) Zeitschrift für Religion, Kultus, Geschichte und Literarur. Herausgegeben von Dr. I. Heinemann in Berlin. Ister Bd. Istes Heft. Preis 12 Gr. Inhalt: 1) Die Fundamentallebre des Iudenthums. 2) Moses Mendelsohns Urtheil über den Talmud. 3) Sollen die israel. Kinder die chrisil. Volksschulen besuchen, unv in der Religion in besonderen Schulen unterrichtet werden'! :c. Mir besonderer Beziehung auf Daiern beantwortet. 5) Wunsch und Bitte zum Feste der Religionswcihc eines israelitischen Knaben, von seinem Lehrer und Freunde. 6) Probe 'aus der vom Herausgeber veranstalteten Bearbeitung eines deutschen CommcntarS zum Pentateuch. Deuteronomium Kap. 32. 7) Religion und Sittlichkeit. Ein Fragment. 8) Ueber den jetzigen Zustand der Juden in den kultivirtestcn Landern Europas. 9- MassoretischeS Wörterbuch, oder Nachweisung aller Zeit- und Hauptwörter, Eigennamen und Partikeln der hebt. Bibel, wie und in welcher grammatischen Form solche Vorkommen, mir genauer mafforctischer Bestimmung ihrer Rechtschreibung, Interpunktion und Accentuation. Alphabetisch geordnet und mit deutscher Uebcrsetzung versehen. Ein unentbehrliches Werk für Bibelforscher und beim Gebrauch der hebr. Bibel-Konkordanzen. L. Fernbach.jun. in Berlin. G e s n chr Ein geprüfter, praktisch geübter Lehrer, der sowol in wissenschaftlicher, als auch in moralischer und religiöser Beziehung bewahrte Atteste beibcingen, außer den Elementargegenständen in der hebräischen, englischen und französischen Sprache, so wie in Mathematik, Geschichte und Geographie, Naturgeschichte und Gesang gründlichen Unterricht ertheilen, und, den neuern Erfordernissen gemäß, den Funktionen eines Vorbeters bevorstehen kann, wünscht bei' einet höheren Bürgerschule oder guten Elementarschule angestellt zu sein. Auch ist derselbe nicht abgeneigt, unter günstigen Bedingungen eine Hauslehrerstelle anzunehmen. — Portofreie Briefe, unter dem Buchstaben 8., bittet man bis spätestens Monat September an die Redaktion dieses Blattes zu senden. Druck von I. B. Hirschfeld.

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