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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-07-27 · Heft 82 (27.7.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 82 (27.7.1839)
Date
1839-07-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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UI. Jahrgang. Allgemeine No. 82. Zeitung -es Zudertthuins. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippsou, Baumgärtners Buchhandlung israelitischer Prediger in Magdeburg. zu Leipzig. (Mit König!. Sächsischer allergnädrgster Concession.) Leipzig, den 27. Juli 1839. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s. w. um« fassen. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungS« «Speditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. ZeitrmgS«Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Rußland und Polen. Warschau, 22. Juni. (Privatmitth.). Mit Bezugnahme auf unsren Bericht vom 8. April (No. 53 d. I.) beeilen wir uns die am 12. dieses getroffene Wahl eines Rabbinen in unserer Gemeinde in der Person des Herrn Chaim Davidsohn anzuzeigen. Die Verhandlungen bei der Wahl wurden aktenmäßig geführt, und der Gewählte hat eine schriftliche Urkunde erhalten und unterzeichnet. In den ersten drei Tagen nach Bekanntmachung der Wahl zählte man schon gegen 3000 Personen, unter diesen viele achtbare deutsche Familienväter, die ihm glückwünschend ihren Besuch machten, und ihn mit Geschenken beehrten. Er hat es sich Vorbehalten ein Bet - Din aus drei hier schon fungirenden Dajanim zu constituiren, und wird das Amt eines Rosch-Bet-Din, daS er selbst früher intermistisch bekleidet hatte, an einen Mann vergeben, der als Oberhaupt der hiesigen Chassidim bekannt ist, und dadurch diese große Partei sich freundschaftlich zu verbinden wissen. Da nun unser neu gewählter Rabbine, als alter hiesiger achtbarer Einwohner von Allen, die ihn kennen, sehr hoch geschätzt wird, seine Redlichkeit von Allen gepriesen, sein edler Charakter durch viele Beispiele dargethan, und seine talmudische Gelehrsamkeit ihn Allen, denen in dem Betracht ein befähigtes Urtheil zusteht, achtungswerth macht, da ferner die Erfahrungen eines mehr als 50jährigen Lebens an ihm hoffentlich nicht nutzlos vorübergegangen sind, und außerdem er seiner äußern Stellung nach , nicht blos auf das von.der Gemeinde zu beziehende Gehalt, das beiläufig ohne Accidenzien zu rechnen, gegen 5000 fl. poln. jährlich beträgt, angewiesen ist, also gewissermaßen mit Unabhängigkeit in seinen wirkungsreichem Amte auftceten kann, so muß die getroffene Wahl der 30 jüdischen Hausvater als gelungene betrachtet werden. Er hat die Aufgabe, alle Parteien unsrer großen Gemeinde zu nahem, sie zu versöhnen, ihre gegenseitigen Interessen zu verwickeln und so die Chassidkm und die Mehrzahl der polnischen Juden durch Belehrung und Zurechtweisung auf den Weg einer humanen Bildung und Erziehung ihrer Jugend zu führen, und die deutschen Juden zur großem Beachtung der jüdischen Interessen anzuregen. In der Anordnung des Rituals und der Jugend- Erziehung-, in der Verbreitung zeitgemäßer Ansichten und Abschaffung mancher Mißstände und trauriger Gebrechen in unsrer Gemeinde und der Synagoge — bleibt ihm ein weites Feld zum segensreichen Wirken offen. Möge der Allmächtige ihm hierzu die nöthige Erkenntniß und Kraft erhalten oder verleihen. 1. B. - England. London, 15. Juuk. (Privatmitth.) Die von Ihnen mit so vieler Energie verfolgte Stiftung einer theologischen Fakultät für Deutschland, ist auch für andere Lander nicht ohne Wirkung geblieben — vielleicht daß sie denn auch früher anderswo, als in Ihrem Vaterlande zur Ausführung kommt. — Ich theile Ihnen folgende Aufforderung, nebst Prospektus, welche hier erschienen, mit. „Schon lang hat sich der allgemeine Wunsch bei den Juden in diesem Lande kund gekhan, ein Institut zu bilden, welches das Studium des göttlichen Gesetzes M einer englischen Erziehung verbinde, und das so dringM nochwendig ist, um in jeder Beziehung die StudirendH zu den verschiedenen geistlichen Aemtern der jüdischen^Wiubensgenossenschaft geschickt zu machen. Dieses loÄmMMe Unternehmen ist jetzt im Begriff, zur Ausführujtzkommen, und sind bereits bei dem Rev. SolomomWirschel Versammlungen der Beamten der Synagogen unoMer Leiter des gegenwärtigen^ Bet hamidrasch gehalten ^worden, um über die wirksamsten Mittel, eine mit dem (Seifte der Zeit übereinstimmende Anstalt zu schaffen, zu berathschlagen; und wurde beschlossen: — daß ein geeignetes Kollegium soll gegründet werden, um das Studium des heiligen Gesetzes zu verewigen (to xerpetuate), so daß es übereinstimme

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