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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-07-13 · Heft 80 (13.7.1839) · p. Seite 344

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 80 (13.7.1839)
Date
1839-07-13
Page
Seite 344 (sequence 16)
Language
German
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344 durch die Klinge, sondern durch eine Klinge übersetzt habe., Nichtbeachtet sei das Sprachliche in der Urschrift, well ich Gen. 8; 7 schickte übersetzte. In der Ueberfttzung aber befindet sich das Wort aus schicken, mein Herr Kritikus! Und von solcher Erheblichkeit sind auch die übrigen Rügen in dieser Rubrik. Ein offenbarer Druckfehler wie in Gen. 6; 18, wo für „meinen" „einen" stehet, ist dem Herrn Recensenten eine „Nichtbeachtung des Sprachlichen in der Urschrift." Es würde wahrlich sehr schlimm um meine Predigten und andere lit. Erzeugnisse stehen, die sich in den Händen des größer» Pud- Ucums befinden, wenn der Hr. Rabbine zu Randegg mein Spcachmeisterwerden müßte. Es kommt indessen noch ärger. Die sechste Rubrik soll — Undeutsches und Sinnloses enthalten, nämlich Gen. 34; 10 „Ihr habt mich ins Elend gestürzt, da ihr mich zum Abscheu gemacht. — Wenn sie sich zusammcnrotten gegen mich und . mich schlagen, so werde ich ausge rottet. " Ich bitte alle Sprachkenner, mich über das Un deutsche, und noch mehr über das „Sinnlose" in diesem Satze zu belehren. Gen. 6; 3 übersetzte ich die äußerst schwierige Stelle ^rrn yn*1 8b durch Nicht ewiglich soll mein Geist herabge- Ivrrrdlgt werden im Menschen. Da diese Stelle, wie gesagt, zu den aUcrschwierigsten gehört, so erlaubte ich mir das Werbum ■j'Haus dem Arabischen abzuleiten, und dem gemäß zu übersetzen. Ich gebe zu, daß Philologen die Uebecsetzung nicht billigen dürften; aber ist sie deshalb MK&eutfd*? ist sie ja sinnlos?! Wird dn-rch die Sünde der Geist Gottes in dem Menschen etwa nicht herabgewürdigt?i (Schluß folgt.) Literarische Corresporrdenz. Brüssel, Juni. Zweiter Artikel. DaS zweite Buch °) hat, wie bemeldet, Herr Lubliner den Vorwürfen gewidmet, welche den polnischen Juden gemacht. werden. Er stellt sie auf, bekräftigt sie, wo sie mit der Wahrheit uberelnkommen, auf unpartbeiische Weise, und widerlegt sie mit aller Macht, wo er sie ungegründct. glaubt, und dies ist nicht sc.- tcn. Folgen wir ihm; er ist ein sachverständiger und einsichtsvoller Fuvrer. Er gehr aber hierbei analytisch zu Werke, indem er die Quellen deö Hasses gegen die polnischen Juden aussuchl. — Die erste Quelle findet er in dem früher« Hasse der Geistlichkeit gegen die Juden. - Dieser Artikel, worin er in die bekannte Untersuchung Salvador'6 verfällt, die er mit Heftigkeit fortsetzt, .enthält nichrö Spezielles für die polnischen Juden. 'Auffallend ist cs, daß der Berf. sich besonders heftig darüber auöläßt, daß in Polen die Juden durch ein Dekret unter Stephan und Sigiömud m. mit einer Abgabe zum Bortbeil der Pfarrer belegt wurden, da dies'in anderen Ländern auch statt, fand, und z. B. die-Ha nnover'fchen Stande, welche 1v37 ein Jüdengcsetz debatürten, das nicht zur Ausführung kam, sich nur mir vieler Nvkh dahin bestimmen konnten, die Skolgeb'ühren, welche die Juden dorr den Pfarrern zu zahlen haben, jed'cSmal mir dem Lode eines gegenwärtig dazu Berechtigten schwinden zu lassen»- (S. die betreffenden A-rr. im Jahrg. 1637 dieser,Zeit.) — Alö zweite Quelle erkennt er die Habsucht der Fürsten, Herren, .Behörden und dcS . Pöbels, die früher überall, und eben so in Polen gegen die Juden bis zum Uebermaaß sich geltend, machte. Er erinnert daran, welche Preise man in Polen auf die Bewilligung ihrer Privilegien gestellt, daß die Juden die doppelteKriegssteuer zahlen mußten, daß unter dem Könige Michel, im Jahre 1670, die Plünderung der Juden das höchste Maaß erreichte, so daß, vor Furcht noch mäßig genug, sie in ibrer Bittschrift vom 12. Mai jenes Jahres sagten: „Unsere Augen sind schon erschöpft von Lhranen, unsere Beutel sind leer, ein Jeder plündert uns auS, viele von uns sterben vor Hunger." :c. Man muß-gestehen, daß keine Klasse der Gesellschaft sich enthielt, ihnen das Leben unerträglich zu machen. — Die dritte Ursache des Hasses besteht nach unserm Vers, in dem Vorwurfe, den man gewöhnlich gegen sie laut macht, daß sie sich nicht dem Ackerbau widmen. Dieser ^Vorwurf wird vom Vers, auf daS gründlichste widerlegt. Er weist zuerst darauf hin, daß die Juden in Palästina nur Ackerbau trieben, und nach allen geschichtlichen Zeugnissen dem Handel ganz fremd waren, daß sie aber unter den Bedingungen, unter welchen ihnen der Eintritt in die Lander gestattet wurde, unmöglich sich dem Ackerbau überlassen konnten. Er legt alsdann dar,- daß es die ernstlichste Absicht der hohen russischen Regierung war, unter den Juden den Ackerbau zu befördern, daß diese auch in Folge dessen die Sache mit Liebe begannen, und sich sofort unter ihnen eine Gesellschaft zur Beförderung des Ackerbaus unter den polnischen Juden bildete, daß aber die edle Absicht der Regierung durch die Auslegungen, welche das Gesetz erlitt, und die. Bedingungen, welche in dasselbe eingetragen wurden, in der Ausführung scheitern mußte. Wenn aber dem jüdischen Sandmann nur so viel Boden bewilligt wird, als er selbst ohne fremde Hülfe bearbeiten kann, ihm jeder christliche Dienstmann selbst auf die ersten Jahre verboten wird/ da er doch selbst noch keine Kenntniß vom Landbau besitzt; wenn ferner dem jüdischen Sandmann nur unbebaute Strecken gestattet werden, die er erst urbar machen soll; wenn -er gehalten sein soll, sein urbar gemachtes Land zu jeder Zeit zurückzugeben, und sich mit einer dafür bestimmten Revenue zu begnügen; wenn er, beim Eintritt in die Städte, in die er kommt, fein -Getreide und feine Erzeugnisse zu verkaufen, Abgaben und Zölle für sich bezahlen muß: so ist eS doch wol dem Juden nichf zu verargen, wenn er davon absteht'. — Demungeachtet gab eS im Jahre 1830 noch 8,803 jüdische Landleute. Um diese Vertheidigung als vollkommne Wahrheit zu stempeln, führt endlich der Berf. auch Stellen anderer Schriftsteller, und zwar nicht jüdiscl-er, an, die seine Ansichten gänzlich bestätigen. — (Schluß folgt.) •) S. Beiblatt No. 17.: Des luits en Pologne. Examen de ,leur condition sous lc poiut de tue historique, leuislatif etpolitique par 0. Louis Lub'liuer, avocat, Bruxelles. 1839. P. 4tz. Drück von I» B. Hirfchfeld«

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