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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-07-13 · Heft 80 (13.7.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 80 (13.7.1839)
Date
1839-07-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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HI. Jahrgang. Allgemeine Zeitung des No. §©♦ Ein unpartheiischcs Organ für alles jüdische Interesse. Redacteur: Dr. Ludwig Philrppsorr, israelitischer Prediger in Magdeburg. (Mit Königs. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 13. Juli 1839. Verlag von Baumgäi'tners Buchhandlurrg zu Leipzig. Diese Zeinmg erscheint wöchentlich einmal, Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registeru. f. w. umfassen. In Gemäßheit des Zweckederselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig: mit 3 Thlr. für den Jahrgang — I Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 16 Gr. für daS Vierteljahr angesrht worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeicungS, e-'peditionen nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich .die Kömgl. Sachs. wohltöbl. Zeitung- - Expedition allhier unterzogen. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Ham bürg, 15. Junk. (Privatmitkh.). Am 2. Juni hielt der „Hamburger Verein zur Beförderung nützlicher Gewerbe unter den Israeliten" seit sechs Jahren eine Generalversammlung wieder, in der ein ausführlicher Bericht verlesen ward, welcher auch gedruckt, erschienen. Ueber,die Möglichkeit der Wirksamkeit des Vereins bemerkt di-eser Bericht gleich Anfangs: „Es erwartet auch wol niemand hier von Hunderten jährlich ausgelernter Zöglinge, von eben so vielen neu etablirten Handwerksmeistern und Landbauern zu vernehmen, wie bei ähnlichen israelitischen Stiftungen in Preußen, Hessen, Würtemberg, Baden und anderen — glücklicherweise den meisten — Theilen unseres deutschen Vaterlandes, wo die Gesetze und Einrichtungen in dieser Beziehung unseren Glaubensgenossen nicht entgegenstehen. Die Hindernisse, welche hier in- Hamburg die größere Verbreitung des Handwerksbetriebs sowol als den Reiz dazu unter den Familien unserer Gemeinden hemmen, sie sind noch unverändert. Keine allgemeine Verfügung hat uns Erleichterung verschafft, keine Zunft hat irgend was von ihren Privilegien aufgegeben, und wenn wir gleich unsere Zöglinge in Anständiger Kleidung und unter unserer fortwährenden Aufsich't anbieten, wenn demnach bei denselben manche sonst wol vockommende Unannehmlichkeit nicht zu befürchten ist, so wird es uns dennoch sehr schwer, die erforderliche Zahl von Meistern für sie zu finden. Selbst nach übersiandenen Lehrjahren sind nicht alle Schwierigkeiten beseitigt, denn es bleiben ihnen auch dann noch immer die meisten derjenigen deutschen Staaten zur Niederlassung, ja zur Durchwanderung verschlossen, die ihren eigenen israelitischen Landeskindern die Ausübung aller Handwerke gestatten. Ganz neulich erst ist km Preußischen Staate ausländischen jüdischen Gesellen Wanderschaft und dreijähriger Aufenthalt erlaubt worden, doch nur unter Voraussetzung der Reciprocktat in ihren Heiinathsländern, und wir wissen noch nicht wie dieser Punkt in Beziehung aus Hamburg ausgelegt werden wird." Dennoch bietet das Specielle recht viel Tröstliches und für den Verein Rühmliches dar. Die Teilnahme des Publikums ist vergrößert, das Kapital vermehrt, und , was die Hauptsache ist, Zahl und Tüchtigkeit der ausgelernten Zöglinge ln dem frühem befriedigenden Verhältnisse geblieben. Die Gesammtzahl der seit dem Bestehen des Vereins bei demselben angemeldeten Knaben ist 192, also durchschnittlich 12 im Jahre. An ausgelernten Zöglingen zählt der Verein 57, von denen 24 etablirt, 33 noch lm Gesellenstande sind, übrigens sind 7 verstorben; und nur 5 haben ihr Handwerk niedergelegt. Die jährlichen Beiträge, außer denen von der deutsch-israelitischen Gemeinde und Legaten, betragen jetzt wieder 2200 M., wozu 300 Personen beitragen, unter denen mehre Christen und 3 .ehemalige Zöglinge. Auch 200 M. Rückzahlungen von früheren Zöglingen bilden eine erfreuliche Rubrik. Die Unterstützungsweise des Vereins ist aber auch wahrhaft umfassend. Bekleidung, Beköstigung/die jetzt, wo eine Anzahl Zöglinge bei jüdischen Meistern ist> weniger kostspielig geworden, Lehrgeld, Handwerksgerath, Ausstattung zur Wanderschaft consumiren bedeutende Summen. Endlich hat der Verein in den letzten 'Jahren einzelne Zöglinge, die im Auslande in Geldverlegenheit geriethen, unterstützen müssen, um nicht alles auf sie^ verwendete Geld völlig verloren gehen zu lassen. Der Bericht fügt hier folgende Worte ein: „Beim Ueberblick aller dieser Anstrengung.en und dieser Vorsorge die, sich ganz an die Stelle der natürlichen Eltern — und zwar bemittelter statt armer — setzend, diesen die Last ihrer Söhne völlig abnimmt und sie, wenn sie sich nickt ganz unwürdig zeigen, nicht eher verlaßt bis sie für ihre ganze Lebenszeit versorgt sind — da möchte, mancher unser System für zu weit geführt halten; aber sagen'wir, es unumwunden: eine Treibhauspflanze muß eben durch

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