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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-06-29 · Heft 78 (29.6.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 78 (29.6.1839)
Date
1839-06-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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III. Jahrgang. Allgemeine No. ^8. Zeitung -es Iudenthums. mrpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Königl. Sächsischer allergnadigster Concession.) Leipzig, den 29. Juni 1839. Bei dem Abschluß des ersten Semesters des laufenden Jahres erlauben wir uns, unsre geehrten Leser darauf aufmerksam zu machen, daß, bei dem unermüdeten Streben der Unterzeichneten Redaktion, den hohen Zweck dieser Zeitung vollkommen zu erreichen, auch die nächsten Nummern des neuen Halbjahrs mehrere gediegene Arbeiten wie eine Originalnovelle: „Der Flüchtling aus Jerusalem", einen beschaulichen Aufsatz „Blicke eines Juden auf Welt und Zudenthum", einen ausführlichen Bericht über die Organisation der Synagogen in den Niederlandenrc. bringen, und in den übrigen Theilen unsres Gebietes wacker fortarbeiten werden. Um so mehr nehmen wir die° Theilnahme des geschätzten Publikums, die uns bis hieher begleitete, auch für die Zukunft in Anspruch, und je mehr auch die Tendenz dieser Zeitung über die Gränzen der flüchtigen Gegenwart hinausstrebt, je ernster und unerschrockener sie diese festhält und ausführt,- desto tiefer, Theilnehmenden wurzeln. Theologie. Der verbesserte Cttlttts der israelitischen Gemeinde zn Kopenhagen. 1. Historisches. (Fortsetzung von No. 53,unb. 57.) Im Jahr 1828 nemlich nach dem Tode ihres 75 jah-. rigen Rabbinen, traf d'ie Wahl der Gemeinde, mit dem entschiedenen. Willen ihres wohlwollenden und weifen Monarchen, den damaligen großherzoglichen hessischen Rabbinen vr. A. A. Wolss. Diesem Rufe folgend, trat derselbe seine Stelle im Mai 1829 an und hielt, in einem dazu eingerichteten Locale, seine Antrittspredigt, in welcher er bereits das unabweisbare Bedürfniß, ein der gemeinsamen Erbauung errichtetes Gotteshaus zu besitzen, auf das Kräftigste hervorhob. In einigen darauf folgenden Vorträgen, wo er dieses besonders zum Gegenstände der Betrachtung machte, sprach er diesem das Wort mit einem solchen Nachdrucke, mit einem solchen Feuer, und mit solcher Ueberzeugungskraft, daß der erloschene fromme Sinn wkedergeweckt und belebt,, daß die durch die verschiedenartigsten religiösen Meinungen getrennten Gemüther wieder zur Eintracht gebracht, und Astes für den edlen Vorsatz so begeistert und hoffen wir, wird sie in der freundlichen Neigung der Die Redaktion. beseelt wurde, daß die von ihm zu diesem Zwecke eröffnete Collecte sich eines unerwartet günstigen Erfolgs zu erfreuen hatte. Mit der größten Bereitwilligkeit kamen nemlich Viele zu ihm in's Haus und zeichneten sich zu Gaben, die die Kräfte Mancher beinahe zu übersteigen schienen, und bald war eine Summe, von 27,900 Rthlr. gesammelt, welche genügte, wenn auch nicht das Werk zu vollführen, wenigstens es zu begründen, 'indem eine humane Regierung, das edle Unternehmen gern fördernd, der Gemeinde gestattete, die übrigen Kosten, ohngefähr an 70,000 Rthlr., durch eine Anleihe zu decken. Die höchste Genehmigung zu dem ihr vorgelegten Bauplane erfolgte bald. Es wurde auch atfobald zum Bau des Gotteshauses geschritten, und während auf der einen Seite ein rühmlichft bekannter Architekt (Prof. Hetsch, Lehrer bei der Könkgl. Akademie der schönen Künste) durch archäologische Forschungen und sorgfältiges Studium der wenigen Ueberreste althebräifcher Architektur, wie auch dadurch, daß er die bekannten Formen griechischer und römischer Tempel vermied, und sich mehr dem ägyptischen Styl näherte — ein Gebäude darstellte, welches nach seiner innern und äußern Struktur ein ansprechendes orientalisches Gepräge trägt; war auf der andern Seite Herr vr. Wolff nicht weniger bemüht, sich mit den religiösen Bedürfnissen und Ansichten der Gemeinde immer vertrauter zu machen, und verfaßte, diesem entsprechend, eine Agende zum Gebrauche beim'Gottesdienste und andern religiösen Angelegen-

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