Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 71 (13.6.1839)
- Date
- 1839-06-13
- Page
- Seite 288 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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288 und -ixn allein werden Plutim gesagt. Zum Vorlesen aus der Tora werden vier Rollen herausgenommen, wovon zwei die 'fipsnn bekommen, und die übrigen zur Vorlesung gebraucht werden. Zuerst werden ''i!?, ",i22 aufgerufen, dann wird dem Ober-Rabbinen bis 22p ''N7L5 2121272 vorgelesen, nun werden ^22172 gemacht, damit ein Jeder aufgerufen werden kann. Jedem wird seiner Würde gemäß, ein Piut gesagt. Die Gesetzrollen werden nachdem zusammengerollt und auf den Pult gelegt, der Vorsänger ruft laut: -,1221 'b*22732i 212N nm n^Ln' 21722% 5512pP IT’3lbö nn227272 2:212722: ‘’Slbs ÜI>n2l rin722 trpm insinn vn2 is^nbis nun i22ina :u21‘l2 12v. Der ■jnn geht mit der Rolle in dem Arm hinauf, öffnet dieselbe, und vor dem Segensspruche streut er etwa 10 Pf. Rosinen in der Synagoge aus, was auch von dem Synagogen-Vorsteher und den Verwandten des -,nn geschieht. Die Kinder ergötzen sich mit dem Aufsuchen der Rosinen. Der -,nn liest nun den ganzen Abschnitt, und vordem "p22) wird der rn2*52a )nn nach beschriebener Weise aufgerufen. Nachdem die Rolle geöffnet ist, wird ersterem ein -psis ^72. gemacht, der Geschenke zu Ehren des Gesetzes und der Feier verspricht. Der Inn min entfernt sich und der '•2*522 )nn liest bis *522 nwb ü^nViS, dann wird 2^2p über beide Rollen gesagt, und der ^nn bekommt einen ^222 172, das Uebrige geschieht, wie oben beschrieben ist. Nun wird 2^2272 aufgerufen und jeder Vers wird übersetzt 222212' ai22na. Der Gottesdienst dauert bis um 2 Uhr Nachmittag, dann geht ein Jeder seinem Vergnügen nach. Briefe des Herrn Dr. Loewe aus dem Oriente. Fünfter Brief. •phb n^pn 2*52 22? STö7an )i2an. Chebron, den 6. August 1838. (Schluß.) Man erzählte mir, daß gerade jetzt der Schech von Chebron nach Jerusalem gegangen sei, um Nachrichten cinzuziebcn, wie Ibrahim Mascha mit den Drusen siehe. Maren die Nachrichten nicht günstig ausgefallen, so würde sich der Schech mit allen Einwohnern ausgemacht, sich zu den rebellischen Einwohnern Jerusalems gesellt haben, und kein. Jude noch Franke wäre am Leben geblieben. Ibrahim Pascha aber kennt seine Leute zu gut, und ließ in Jerusalem seinen Sieg von allen Mauern herabdonnern, und Bestürzung fiel auf alle Araber und Türken daselbst. Heute gab die hiesige Gemeinde mir zu Ehren ein großes Gastmahl in meinem Zimmer, um mich nicht zu bemühen, in irgend ein anderes Haus zu gehen. Seit die Unruhen in Zafed vor vier Jahren angefangen ist die Gemeinde, wie ich höre, an 200 Personen stärker geworden. Zu Mincha wurde mir eine schöne silberne Lampe gezeigt, welche ia der neuen Synagoge vor dem N21P21 -,12*5 hing. Ich las die Inschrift, und sah, daß sie von dem Herrn'Asher Samson aus London geschenkt sei. Dieser Herr hat sich auch ein großes Verdienst um Palästina erworben, und noch heute giebt er einem würdigen Gelehrten in Zafed, der es mir selbst gesagt hat, und mehren Andern bedeutende Unterstützung.?Die Einwohner Jerusalems, ChebronS, ZafedS und ganz Palästinas sind nicht etwa durchgchendS Leute, die ohne Vermögen, ohne Talente hierher gekommen sind, um ruhig in Müssiggang zu leben , wie wir in Europa oft zu denken geneigt sind. Bedeutendes Vermögen ist von vielen Israeliten hieher gebracht worden, und viele, die zu Hause zu Ehre und Reichkhum gelangt waren und gelangen konnten, sind nur ihrem religiösen Gefühle in dieses Land gefolgt. Zum Beispiele mag Rabbi Mordechai, ein Schnitzer in Jerusalem, gelten. Dieser Mann war einst die Zierde einer Akademie in Wilna, und seine Sculpluren würden ihm noch jetzt in Deutschland Ehre machen, aber er verließ Alles, und muß hier nun mit saurer Mühe sein Brod erwerben. ES sind hier gute Graveur, Männer, die sich sogar mit DeutscherLireratur sehr beschäftigt haben. Ein frommes Gefühl aber regte-sich in ihnen, daS sie nicht unterdrücken konnten. Mögen daher' meine Brüder in Europa mit mehr Freigebigkeit an unsere Glaubensgenossen denken, die Alles dem Glauben geopfert haben! Warum sollten wir nicht andern Nationen gleich bandeln, und unfern armen Brüdern eine hinreichende Unterstützung gewahren! W a r u m sollten wir auch nicht Denkmäler in Palästina noch zu erhalten suchen'! Haben wir n ich r s 0 viele n G r u nd für die lebendigen Zeugen unseres Glauben» zu sorgen, als andere Religionen für die todten Seligen der ihrigen'!^ — Ich besuchte nach einigen Tragen einen Ort den man Chalchrll nennt. Hier ist das Grab der Propheten Gad und Rakan. Unweit davon ist ein außerotdcnrlich schönes HauS, mit sehr großen Steinen, von oblonger Form. In der Mitte ist ein großer rund gemauerter Brunnen, von bewundernöwerther Schönheit. Nahe daran ist ein andere» HauS von derselben Große, aber aus kleineren Sreinen^zufammengesetzt. Diese Häuser nennt man 21221 2n22*5 b!2J5. Die Bauart ist hebräisch. Ich nenne sie so, weil das große Gebäude in Mirun und an vielen andern Stellen diesen ganz ähnlich war, und die Araber sie eben so nennen. — Ich bin nun mit der Beschreibung ChebronS zu Ende, und morgen werde ich mich auf die Rückreise nach Jerusalem begeben. Von dorr werde ich nach Jaffa gehen, dann nach Acre, Beyrout und dann nach DamaScuS, um Ibrahim Pascha meine unglückliche Lage vorzustellen. Wie ich höre, hat derselbe die Drusen, welche Zafed geplündert haben, bereits in feiner Gewalt,, der Anführer derselben ist bekannt, und alles Geld schon in des Paschas Händen. Ich werde versuchen, ob etwa» zu Gunsten der Unglücklichen bei ihm auszuwirken sein wird, obschon er daS , was ferne eigenen Unterthancn vor vier Jahren den Israeliten in Zafed abgenommcn haben, noch nicht zurückerstatret har.-?. 8. ÄlS eine Curiositat hat unser Reisender noch ein von ibm beim russischen Consul in Acre.abgeschriebene» Verzeichniß jener vor 4 Jahren geraubten Gelder beigefügt: 340 russische Unterthancn Piaster 2,536.936, 30 Para. 44 preußische 174 oesterreichische 21 brittische 126 französische 27 toskanische 9 holländische 4 griechische - 344,084, 1,390,157, 425,651, 344,160, 980,100, 73,373, 40,951, 745 Personen (Familien) Piaster 6,135,416, 35 Para. Darauf sind durch Emir Effendi, Soliman Pascha und Scheich Abd'el Hadi ersetzt 74 Proc. 745 Personen verloren mithin 5,695,250 Piaster, ungefähr 1,250,000 CvnventionSgulden, und dieselben Gemeinden haben seitdem Erdbeben und im letzten die-Plünderung erduldet! In seinen folgenden Briefen erwarten wir von unser,» Reisenden Näheres über Samaritaner, Karäer und dann aus Consta ntinopel. - Redacteur r vr. L. Philippfon. — Verlag von Baumgartners Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirfchfeld.