Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 68 (4.6.1839)
- Date
- 1839-06-04
- Page
- Seite 276 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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276 nicht vollständig sind; es fehlen (nach chronologischer Ordnung): Cod. Theod. Lib. XVI. Tit. VIII. Lex III. II. , IV. V. — Tit IX. Lex I. —> Appendix L. VI. — Lib. XVI. Ttt. VIII. Lex VI. — Tit. IX. Lex ll. — Tit. VIII. Lex VII. — Lib. III. Tit. I. Lex V. Tit. VII. Lex II. — Lib. XVI. Tit. VIII. Lex VIII. X. XI. XIII. — Lib. I. Tit. I. Lex X. t- Lib. XII. Tit. VIII. Lex XV. XVII. XVIII. Tit. V. Lex XLIV. XVV. Tit. VIII. Lex XX. XXI. XXII. Tit. IX. Lex III. Tit. VIII. Lex XXIII. Tit. IX. Lex IV. Tit. VIII. Lex XXIV. XXV. XXVI. Tit. IX. Lex V. Tit. VIII. Lex XXVII. — Appendix Lex VI. — Lib. XVI. Tit. VIII. Lex XXVIII. XXIX. — Aus dem Codex Justinianeusfehlen Lib. I. Tit. IX. Lex VII. XIII. XV. Von diesen sind zwar mehrere unwichtig und Wiederholungen, andere dagegen von großer Bedeutsamkeit, und im Charakter einer, Fragmentensammlung liegt es, daß es gar nicht in der Macht des Sammlers steht, Wichtiges und Unwichtiges zu unterscheiden, und letzteres zu übergehen. Man sehe zum Beispiel die Fragitiente des Empedokles von Sturz, des Anaxagoras von Schaubach ff. Von der andern Seite sehen wir gar nicht ab, was die langen Stellen des Iosephus und Philo über die Essener sollten (von S. 24 bis 33) blos um die Stelle des Plinius zu erhellen, in welcher jene kurz erwähnt werden. Denn da hätte noch vieles zur Erläuterung Dienende mit abgedruckt werden müssen. , Wie natürlich sind die Kirchenvater unberücksichtigt geblieben, da der Titel nur die 8er. vet. profani nennt. Aber mit vollem Unrechte sind die alten, verloren gegangenen Schriftsteller, von denen die Kirchenvater Bruchstücke citiren, übergangen worden, noch dazu da sich sehr Wichtige darunter befinden; eben so wie Apion, Charemon ff. aus Iosephus angeführt wird, hätten diese berücksichtigt werden müssen. Wir wollen hier nur die überaus wichtigen Bruchstücke des Alexander Polyhistor (gebürtig nach .Suidas zu Milet, nach Stephanus Byzant. und dem Etymol. magn. in Kotiaum, um 100 vor d. gew. Ztr.), die im 17. bis 39. Kapitel der präeparatio Evangelica des Eusebius angeführt werden, erwähnen. So enthalt auch Clemens Alexandrinus, Porphyrius, selbst Lheödoretus mehrere Stücke aus alten Schriftstellern über Juden. So ermangelt also das vorliegende Schriftchen sehrder Vollständigkeit. Es ist hier nicht der Ort, alles Fehlende zu ergänzen. Wir werden darauf zurückkommen. Beschäftigen wir uns zuvor mit den allgemeinen Andeutungen. Zunächst muß uns die Frage beschäftigen, in wie weit die alten Autoren mit den Juden bekannt wurden, und welche Glaubwürdigkeit sie deshalb hierin besitzen? Bedenken wir zuvörderst, daß kein Einziger der bekannten alten Griechen und Römer mit den Schriften der Hebräer selbst bekannt wurde. Lag es schon bekannterweise gar nicht im Charakter und Gesichtskreise der Alten, sich mit den Sprachen und Schriften dersogenannten Barbaren vertraut zu machen, so hatten sie noch weniger Anlaß die Hebräer in diesem Bezüge anzugehen, von denen stein wissenschaftlicher Hinsicht durchaus keine Resultate erhofften. Hierzu kommt, daß die Hebräer wirklich erst sehr spat die Aufmerksamkeit erregten, und mit den Griechen nur durch den sehr bald vorübergehenden Zug Alexanders und durch die Kämpfe mit den Antiochiden in Berührung kamen, mit den Römern erst durch die Bürgerkriege: so lernten Griechen und Römer sie nur als Besiegte, Verbannte, Zerstreute kennen, die nur in den untersten Regionen der Gesellschaft verblieben. So ist es denn zuerst in völkergeschichtlicher, in topographischer Beziehung, alsdann bei Veranlassung der Römerkriege, wo die Juden, und so nur gelegentlich zur Sprache kamen. Von der andern Seite waren die Juden selbst sehr wenig mittheilsam, und selbst späterhin beim Verkehr im Leben hatten sie von ihren Ueberwindern so .Vieles zu leiden, daß sie sich in geistigen Bezügen um so mehr von ihnen abschließen mußten, um nichtauch dieses Heiligthum von jenen profanisirt zu sehen. So waren es also immer nur aufgefangene Gerüchte, gelegentlich gehörte Sagen, und die stets lebendige, leichtsinnige Combination der alten Autoren, welche die Berichte der Alten über die Juden diktirten.1 An und für sich haben jene daher durchaus keine Glaubwürdigkeit, und hat. diese auch noch Niemand geltend gemacht. Immer aber sollte dieses Beispiel zur Warnung dienen, wie wenig den Berichten der alten Autoren über ihnen entfremdete, abgeschlossene Völker, wie Perser, Aegyptier, Phönizier, Chaldäer ff. zu trauen ist. Oft, wir gestehen es, hat es uns bei unsern Studien, in Erinnerung dessen, ein Lächeln abgewonnen, zu sehen, wie selbst, die geistvollsten Männer sich abmühen', die widersprechendsten, ungereimtesten Angaben der Altenbesonders über die Aepyptier, in Einklang und Vereinbarung zu bringen, und die Geschichte jener Völker darauf zu basiren: wo es wahrscheinlich genug ist, daß halb und falsch verstandene Gerüchte und die selbstgenügende Phantasie der eitelen Griechen, die gern eine Lücke selbst ausfüllten, wo sie sie verspürten, ihr Hauptspiel hatten. Eben so vielen Antheil an ihren Schilderungen von den Juden' hatte aber die gehässige Gesinnung,, welche sie gegen diese hegten, und von der wir sofort sprechen werden. (Fortsetzung folgt.) Redakteur J>r. L. Phtlippsorr. — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von Z. B. Hirschfeld.