Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 66 (1.6.1839)
- Date
- 1839-06-01
- Page
- Seite 60 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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60 lieben Leser und Leserinnen." Wir halten da von einem jungen,^ / kräftigen Geiste, in' derben Worten erwartet: für chas und. das. fühle ich mich begeistert, nach dem und dem will ich aus allen Kräften streben, und mit Gott soll mir ,das und das gelingen! Anstatt dessen werden vier . Seiten mit der-Vefürchtung, Mißtrauen zu erwecken, und den Klagen-darüber ausgefüllt, die eben bei dem Unbefangenen erst Mißtrauen erwecken, 'es ist beinah von vorn herein das Zugestandniß, ich werde Manches bringen, was.Mißtrauen erwecken, wird. In der Darlegung seiner Tendenz bringt sich der Herausgeber nun .gleich in einen harten Widerspruch. Er sagt, ,die S. soll nur für.den Laien sein, sich um theologische Streitigkeiten nicht kümmern, soll sich nur mit den Grundwahrhesten der Religion befassen; und gleich darauf wieder, > sie soll vermittelnd streitige Parteien zu versöhnen suchen, . indem sie streitige Punkte von dem StanopuMe seiner jeden Partei aus beleuchtet — und wenn sie das letzstece soll, wie müßte sie sich dann-nicht um die. Streitigkeiten bekümmernd — Zn jedem Hefte wird'ei n e PreHigt geliefert, außerdem Bruchstücke' meist aus gedruckten Predigten. 'Die erste vom Herausgeber „ das Schwanken Israels in seiner Religion^ ist recht brav, wenn auch nicht für den Vortrag, sondern für die Lektüre; sie ist völlig logisch geordnet, aber zu viel-ästig. Jedoch ist auch diese Wahl des Thema's für das Debüt /einer Zeitschrift nicht ganz glücklich: 'man denke doch nicht immer an's Negiren, fändern zuerst was'Tüchtiges gegeben, und dann das Entgegengesetzte be-. kämpft und frisch niedergeworfen. Unter den übrigen Predigten,, die sich/ alle lesen lassen, , ist' unstreitig 'die,im 5. Hefte S 308 vom Kandidaten Lebrecht die beste. Der Gedanke ist schön, die Ausführung glücklich, ein feiner poetischer Uebcrzug, der. aber nicht zu Schwulst geworden, sondern sich ganz in seinen Schranken hielt. Besonders erfreute uns der 2. Theil, denn er'überrascht durch das feilte .tertium cdiiiparationis. — Auch eine Eonsirmation mit der ganzen .Religions-Prüfung theilt der Verf..mir. Wir hätten allerdings vieles an ihr zu erinnern, doch wird der Vers, bei vermehrter praktischer Thätigkeit selbst mancherlei Uebelstande verbessern.— Sehr passend für Viele Leser'sind, die Aufsätze über Pijutim, und haben dem Ungelehrten gewiß Vieles Neue über diesen Gegenstand gebracht, was ihm eine richtige Ansicht beibringen wird. Nur hätte, der Verf. auch hier nicht so viele Umschweife machen müssen, sondern seine Meinung und Absicht kur; und derb sagen sollen, da das Recht ganz auf feiner Seite stand. — In ' dem Streite über Beibehaltung oder Weglassung der Piju« tim muß doch nicht äußer Augen gelassen werden, daß die ganze portugiesische Synagoge' gar keine oder sehr wenige Gebete hat, welche so genannt werden können. — Unter den mitgetyeilten.Parabeln ist. die erste von Josef Klein brav, unter den, 'Gedichten nur „die Wolkenhand" von Stein gut-, welches einen schönen epigrammatischen Gedanken giebt. — Höchst sonderbar ist der Titel „die heilige- Lade" für Kritiken, besonders da diese unbedeutend sind. (Man erlaube den Witz — für wie viele Bücher könnten sie eher die Aufschrift „Schermeskasten" führen.) Unter anderen klemm Aufsätzen ist der Artikel „ Ein.jüdifcher Handwerker auf dem Krankenlager," vom. R. Ko h n ergreifend und währ. —- (Fortsetzung folget.) Literarische Correspoudenz. ' München, 15. Mai. Bibliographische Notizen über die hebräischen Manuscripte der königlichen Bibliothek zu München, . von Lilie ntha l. (Fortsetzung.) 315) 'n'i'Su in zwei und zwanzig Kapitel, in welchen die Zeit vor der Ankunft desselben und die merkwürdigen Ereignisse in ihr, die Vorfälle bei seinem Erscheinen, und der Stand der Dinge und des WeltenlaufeS nach seinem Auftreten behandelt werden. 2) des Maimonides, aus dem arabischen von R. N ach um in'S hebräische übersetzt. 3) V? von MaimonideS. 4) Der Brief des Maimonides an R. Jonathan. 5) Der Brief an die jüdischen Gelehrten von Marseille. 6) Ein Brief über die Verbrennung seines BucheS Moreh. 7) Commentar auf den deS R. Jedajah ben 2lbraham hapenini. Der Commentar zu diesem Buche, daö über die Nichtigkeit deS Erdenlebens und daS Anstreben der ewigen Glückseligkeit handelt, ist nicht angegeben. Nach Wolf hat er mir einigen eigenen Additamenten doch größtcntheilS auS den Commcntaren des Dt. MosiS Schemtob und des R. Joseph Franzis zu genannten Werke excerpirt. 8) Abhandlungen über.die Sononymen und gramarikalische Notizen über und einige andre Wörter. 9) Der Brief des Periphoth D ü ran an seinen getauften Schüler B on er u S, früher R. David b Goren-, irr welchem er ihn für das Judcnthum wieder zu gewinnen sucht. 10) Comentar deS R. David Kimchi-auf die Himmelfährt EliaS, nur Fragment. 11) von Rl Jehudah ben Salomon bcn Alchophni Alcharisi (aus den arabischen Collectanecn, auS griechischen und lateinischen-Philosophen des Cha nanjah ben Jsaac übersetzt, nach Wolf.) 12) ^-,2 ptf von R. Kal0nymoS ben Kalo nymuS, eine moralische Abhandlung, in der gezeigt wird a) wie -man die Fehler seines Zeitalters erkennen, und wie man b) sich vor denselben hüten und schützen könne. 13) n'yo p mit einem Commentar zu dessen Sprüchen, der immer nach jedem. Verse steht, nur Fragment. — - . 1 316) ®iniöcmrr'bo, mit der gewöhnlichen, in den Bußtagen täglich rccitirten Einleitung und dem gewöhnlichen Schluffe, abgeschrieben von Jacob b Jehudah häcohen. 317) Commentar auf den talmudischen Tractat Kethuboth von R. Jsaac halaban; eine Art wie der Commentar Raschi's. - (Fortsetzung folgt.) Redactcur: vr. L. Philipps?». Verlag von BarrmlzärtnerS Bttchhandluug. — Druck von Z. Hirschfeld.