Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 64 (28.5.1839)
- Date
- 1839-05-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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hi. Jahrgang. Allgemeine No. 84. Zeitung -es Zu-enthums. Ein mrpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Königi. Sächsischer allergnädigster Conceffion.) Leipzig, dc» 28. Mai 1839. ZeituNgsnachrichte«. Paris, 6. Mai. Der Herr Abraham, Ober-Rabbkne von Algier, befindet sich in diesem Augenblicke hier. Er hat dem Könige und der königlichen Familie ein Lehrbuch der Moral überreicht, welches er vollendet hat. London, 10. .STOaL Wir haben schon gemeldet, daß Lord John Rüssel eine Motion zur Emancipirung der Juden angekündigt hat. Da aber seitdem das Ministerium seine Dimission genommen, und namentlich ein Wiedereintritt Ruffel's nicht stattfinden wird,, so scheint diese. Angelegenheit abermals 3ä oalenäL8 Nl-LeoL8 verschoben. Wien, 10. Mai. Das kaiserl. königl. österreichisch privilegirte Großhandlungshaus M. L. Biedermann und Comp, hat der kaiserl. kynigl. Polizeioberdirectkon die Summe. von 2857 fl. C. M. mit der Bestimmung übermittelt, die eine Halste derselben der Wiener israel. Gemeinde zu übergeben, und die andere einigen in Wien befindlichen Humanitatsanftalten zuzuwenden. (Oesterr. Beob.) Altona, 12. Mai. (Privatmitth.) Dev Eröffnung der durch rastlose Bemühung des zeitlichen Vorstandes, der verehrlichen Herren vr. Steinheim, I. Bromberg, I. Marcus, A. I. Samuel und des an deren Spitze stehenden Präses, des Oberrabbinen Ettlinger, begründeten israelitischen Volksschule dahier, ward bereits in Nummer 17 d. B. Erwähnung gethan, und zugleich der Hoffnung Raum gegeben,. daß diese Anstalt unter der Leitung und Mitwirkung hes. Directors vr. Enoch den an sie gemachten Anforderungen entsprochen werdet In wie fern nun sich diese Erwartungen gerechtfertigt haben, davon lieferte zuerst die statüten-- mäßige Quartal-Prüfung, in Gegenwart des Schulvorstandes und sammtlicher Herren Lehrer der.Anstalt einen genügenden Beweis. Das wissenschaftliche Fortschreiten der Schüler bot schon jetzt ein freudig überraschendes Resultat dar, und nicht minder mußte sich der gewissenhafteste Ernst der Lehrer, so wie der m dieser Schule allgemein herrschende Geist der Schüler gegen Lehrer fowol, als auch unter sich, von allen-damit Vertrauten die vollkommenste Anerkennung zu verschaffen..- ,, - . . Durch das unerwartet schnelle Gedeihen aufgemuntert, eröffnete mrr der Vorstand ein , neues Unternehmen, über deffen Nothwendigkeit und Zweckmäßigkeit schon langst unter den Einsichtsvollen und Sachverständigen unserer hiesigen Glaubensbrüder kein Zweifel mehr herrscht, nemlich die Gründung einer israelitischen Töchterschule. Es ist hier nicht der Ort, zu erörtern ,' in. wie fern es zweckmäßig und zuträglich fei 4 Kinder verschiedener Relkgionspartheken in einer Schule zu vereinigen, obschon sich in neuester Zeit gewichtige Namen gegen dieses Prinzip ausgesprochen haben, nur so viel: der Mangel an gehörig organisieren Töchterschulen ist gewiß unter jetzigen Zektverhältnißen ein sehr gefühlter unter uns. Und so ward es denn möglich, trotz der vielen Schwierigkeiten und Hemmnisse, eine namhafte Zahl von Töchtern zu vereinen, - so daß unterm 13. April diese neue Anstalt in's Leben treten konnte. Die Unterrichtsgegenstände umfassen 1) den ganzen Realienuntecricht; 2) Relkgions- und Sittenlehre; 3) Verstandniß der hebräischen Gebete; 4) Zeichnen; 5) französischer und 6) englischer Sprachunterricht; 7) weibliche Handarbeiten. Erste.ee werden unterrichtet unter Aufsicht und Leitung des Direktors Dr. Enoch von Lehrern der Knabenschule, Letztere von einer eigends dazu angestelltett, gebildeten Lehrerin, unter Aufsicht des hiezu erwählten weiblichen Vorstandes, bestehend aus den erfabrungs- und keNntnißreichen Damen: Frau Oberrab. Ettlinger, Frau vr. Steinheim, Mad. I. Bromberg, W. S. Marburg und Demois. de Castro. So möge denn diese Anstalt, hervorgegangen aus dem guten Willen und dem lebhaft gefühlten Bedürfniß religiöser Einheit, kräftig gedeihen und als ihres Wachsthums Erstlinge, Veredlung des religiösen und moralischen Sinnes unter dem weiblichen Geschlechts, auf dem Altäre der Gottgefällkgkeit niederlegen. Posen, 15. Mai. (Privatmitth.) Unsere israelitische Waisenknaben-Anstalt hat auch km vergangenen Jahre erfreuliche Fortschritte gemacht. Zuerst (>at die Direction, nach dem Vorgänge des Berliner Instituts, die Einrichtung getroffen, daß die, welche der Anstalt durch einen bedeutenden Act der Wohlthätigkeit ihre Theilnahme bethän'gen, nach ihrem Tode durch eine Tcauerfeierlichkeit am Jahrestage gefeiert werden. Außerdem wurden Sämmel- Büchsen für den Prämienfond ausgestellt', um späterhin zur Unterstützung der bei Meistern Untergebrachten oder auf der Wanderschaft befindlichen Waisen verwendet zu werden. Endlich ,wurde Alles gethan, um die sittliche und physische Entwickelung zu sichern. Die Theilnahme des Publikums an dieser segensreichen Anstalt blieb sich auch km verflossenen Jahre gleich. Die Einnahme betrug über 1416 Thlr., von welchen außer den Ausgaben beinahe 300 Thlr. zum eisernen Fonds reservirt wurden. Es wurden zwei neue Zöglinge ausgenommen,. so daß die Zahl derselben nun auf 17 gestiegen ist. - Beverungen, 6. Mai. (Privatmitth.) So viele