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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-05-09 · Heft 56 (9.5.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 56 (9.5.1839)
Date
1839-05-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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SIL- Jahrgang. Allgemeine , No. 56. Zeitung des Zudentlmms. Ein unparthensches Organ für alles jüdische Interesse. (Mit Aönigl. Sächsischer aüergnädipstrr Eoncesiion.) Leipzig, den 9. Mai 1839. Zeitungsnachrichten. London, 16. April. Die Haude - und Spener'sche Zeitung vom 25. h. enthalt folgendes Schreiben von hier. „In der letzten allgemeinen Versammlung der schottischen Kirche (Kirk of Scotland) wurde ein Ausschuß ernannt, um sich über die Juden, deren Zahl, Lage und bürgerlich - gesellschaftliche Verhältnisse zu unterrichten; so wie darüber, welche Mittel bisher von -Setten irgend einer christlichen Gesellschaft zur Beförderung ihrer geistigen Wohlfahrt in Anwendung gebracht worden sind, und mit welchem Erfolg; ab eine Hoffnung da sein dürfte, durch eine Mission etwas auf dieß Volk zu wirken, und wo diese den meisten Erfolg versprechen dürfte.- Dieser Ausschuß hat eine ausgedehnte Vollmacht erhalten, sowol in Großbrittanken, als im Auslande, alle mögliche Mittel zu ergreifen, um den obenerwähnten Zweck zu erreichen. Der Ausschuß hat nun wieder zwei andere Ausschüsse ernannt, einen in Edinburgh und den andern in Glasgow, und beide sind sehr angelegentlich damit beschäftigt, nähere Erkundigungen einzuziehen, deren Ergebniß der nächsten General - Versammlung vorgelegt werden soll. Um die ganze Angelegenheit besser, als auf dem Wege der Correspondenz, zu fördern, hat die Versammlung beschlossen, eine Deputation nach Palästina zu senden, um sich über den Zustand der Juden in jenem Lande zu unterrichten. Diese Deputation besteht aus dem Geistlichen Dr. Keith, Pfarrer von St. Eyrus, der in der theologischen Welt durch seine „populäre Erläuterung der erfüllten und nicht erfüllten Prophezeihungen" bekannt ist, dem Geistlichen Dr. Black, dem Professor der Theologie am Marischal-College in Aberdeen, und den Geistlichen A. Vonax, Mac Cheyne und R. Wadrow in Glasgow. Hr. Mac Cheyne ist gegenwärtig in London, wo er Anstalt zur, Abreise dieser interessanten Deputation trifft. Die Mitglieder derselben werden durch Frankreich nach Marseille gehen, sich von dort nach Palästina begeben, und gedenken, über Constantinopel und durch Polen wieder zurückzukehren. Die schottische Kirche ist die erste reformiere Kirche, welche, als eine öffentliche religiöse Gemeinschaft, unmittelbar zur Seelsorge für sie „verirrten Schafe aus dem Hause Israel" aufgetreten ist." —. Um diese .Beschlüsse der Schottischen Kirche' gehörig zu verstehen, müssen wir bemerken, .'daß dies«s die Jude n n u r dem Namen nach kennt, denn im ganzen Schottland wohnen höchstens einige Dutzend Juden, die ganz kleine Gemeinden zu Edinburg und Glasgow bilden, die aber so unbedeutend sind, daß die meisten Einwohner nicht einmal ihre Existenz kennen — wie uns erst vor Kurzem zwei Schottlander aus Edinburg persönlich mittheilten. Aus diesem Umstande heraus sind die Beschlüsse der Schottischen Geistlichen nur erklärlich: sie kennen die Juden nicht! . . Sp rottau, 23. April. (Privatmitth.) In No. 135 v. I. wurde in einer Todesanzeige die Absicht des hiesigen Herrn Prayer besprochen, zu Ehren seiner verstorbenen Gattin eine Elementarschule' in seinem Hause zu errichten, wozu er die nöthkgen Lokalstaten und Utensilien bewilligen wolle. Er führte feine Absicht aus, und dem Lehrer Kuttner wurde die Leitung der Schule übergeben. Derselbe hat nun ein Examen mit seiner Schule am 2. huj. abgehalten , welchem die Herren Geistlichen beider Confessio«, die Behörden, so wie der Herr Superintendent und Schuleninspektor Keller beiwohnten. Die Erfolge der Schule stellten sich so vorzüglich heraus, daß die Herren Geistlichen nach dem Schlüsse der Prüfung ein Protokoll aufnahmen und Unterzeichneten, worin die Leistungen des Lehrers mir großer Anerkennung gewürdigt wurden. Aus demselben geht hervor, wie derselbe die zweckmäßigsten Methoden anwendet, die namentlich das kindliche Denkvermögen zu entwickeln'im Stande sind, wie er ebensosehr "das religiöse Gefühl nährt, was er durch Vorträge in der Synagoge auch auf die Erwachsenen ausdehnt: so daß man sich von seinem fernem Wirken des Guten nur immer mehr versprechen darf. Gütersloh, (Westphaien) 11. April. (Privatmitth.) Gestern feierten wir ein seltenes Fest!;— Das 50jahrige Jubiläum eines jüdsschen Lehrers, von denen 41 Jahre in einer und derselben Gemeinde verlebt, waren. Der Herr Levi Bambecger ist dieser Nestor der Lehrer'Westphalens, der an demselben Tage seinen siebzigsten Geburtstag beging.' Die Herren Lehrer Li ep mannsso hn zu Neukirchen und Posener zu Bielefeld, wie Fabrikinhaber B. 'Ising daselbst hatten insondecs das Fest in's Leben gerufen. Einer Morgenmusik folgte ein Gottesdienst, zu dem den. Jubilar der Vorstand der Gemeinde, Deputationen der jüdischen Einwohner der benachbarten Derter, eine Deputation seiner jüdischen, und mehrere seiner christlichen Schüler und Freunde abholten, bei welcher Gelegenheit ihm von Juden wie Christen viele Geschenke' mit sinnreichen Inschriften dargebracht wurden. In der Synagoge befanden sich bereits der Landrath des Kreises,' Herr von Trzebiatowski, so wie der Herr Bürgermeister und einegroße Zahl Einheimischer und Fremder -aller Confessionen.' Dem

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