Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 53 (2.5.1839)
- Date
- 1839-05-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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No. 53. III. Jahrgang. Allgemeine Zeitung -es Zu-enthums. Ein unpartheiisches Organ für alles jüdische Interesse, in Betreff von Politik, Religio», Literatur, Geschichte, Sprachkunde und Belletristik. Redacteur: Verlag von Dr. Ludwig Philippfon, Baumgärtners Buchhandlung israelitischer Prediger l» Magdeburg. ' - ' ^zu.Leipzig. (Mit Kd'nkgl. Sächsischer allergnädigster Concession.) Leipzig, den 2. Mai 1839. Diese Zeirung erscheint wöchentlich 3 Mal, Dienstags, Donnerstags und Sonnabends, und wird jährlich 96 Bogen in Quart incl. des Titels, Registers u. s.w. umfasien. In Gemäßheit des Zweckes derselben die allgemeinste Verbreitung zu geben, ist der Preis äußerst niedrig : mit 3 Thlr. für den Jahrgang — 1 Thlr. 12 Gr. für sechs Monate — 18 Gr. für das Vierteljahr angesetzt worden. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZeitungSexpeditionrn nehmen Bestellungen an; der Hauptspedition für beide Letztere hat sich die Königl. Sachs, wohllöbl. Ieittmgs - Expedition allhicr unterzogen. Zeitungsnachrichten. Warschau, 10. April. (Privatmitth.) An den verflossenen Osterfeiertagen hat Herr Kandidat Goldschmidt die hiesige deutsche Gemeinde durch eine Predigt erbaut, welche wie seine früheren Vortrage mit der wärmsten Theilnahme gehört wurden. Herr Goldschmidt kehrt gegenwärtig nach Deutschland zurück, um die akademischen und rabbmkschen Grade zu erlangen, doch haben/wir Hoffnung, diesen würdigen Mann hier wiederzusehen, der während einer einjährigen Anwesenheit die Grundlagen für mancherlei Verbesserungen in dem religiösen Zustande der Juden Polens gelegt hat. — Für den Bau einer neuen Synagoge hat die deutsche Gemeinde bereits 50,000 Gulden gezeichnet; der Bau- Anschlag belauft sich auf 150,000 Gulden, und es ist fast keinem Zweifel unterworfen, daß die erforderliche Summe in kurzer Zeit gesammelt sein wird, da bisher nur einige wenige größere Beiträge bekannt geworden.sind, und das Brdürfniß eines Bethauses allgemein gefühlt ward. Straß bürg, 10. April. (Privatmitth.) Folgendes ist der Hauptinhalt des Berichts, welchen die Verwaltung der Gesellschaft-zur Förderung der Gewerbe unter den armen Israeliten des Niederrheins erlaffen hat. — Im Jahre 1825 ging diese Gesellschaft aus einem ' wohlgefühlten Bedürfniffe hervor, und hatte an ihrer Spitze den verstorbenen Herrn August Rätisbonne, damaligen Präsidenten des israelitischen Consiftoriums von Strasburg. Die Zeit von 1825;—1832 war die Epoche der Versuche, der Schwierigkeiten. Die Geringfügigkeit der Mittel gestattete nicht, ein besonderes Institut zu gründen, man mußte sich darauf beschränken, die Lehrlinge bei Meistern der Stadt zu' placiren, und ihnen. durch Subscription freie Wohnung. und freiem Tisch zu verschaffen. Die Nachtheile dieser Anordnung stellten sich aber bald heraus, da die Lehrlisige zu sehr sich, selbst überlaffen waren, . und Entschuldigung gnh Veranlassung für den Mangel an Pünktlichkeit hatten. Man mußte für sie eine gemeinschaftliche Wohnung haben. So erwarb denn 1832 die Gesellschaft ein gesundes, luftiges Lokal: 14 junge Leute wurden hier einlogirt, genährt, bekleidet auf Kosten der Anstalt, die Bedingungen der Annahme sind streng festgestellt, eine derselben ist das Alter zwischen 13 und 14£ Jahren. Die ersten drei Monate werden angewendet, dem Lehrling einen vorläufigen Unterricht für das Fach, zu dem er sich bestimmt, zu geben. Dann kommt er in die Werkstatt. Gleiche Kleidung. Genaue Zeitbestimmung der Tagesordnung. Alles wird mit Strenge und höchster Pünktlichkeit ausgeführt, und dies ist für die moralische Entwickelung der Zöglinge von großer Wirkung. Jeden Abend ist eine Stunde dem allgemeinen Unterricht im Französischen, Deutschen, Zeichnen ff. gewidmet; gymnastische Uebungen, Besuch des Gottesdienstes an jedem Sabbat. — In dem Zeiträume von 1832—1838 sind 50 Zöglinge zugelassen; 22 sind schon, in den Handwerkstand eingetreten , und ernähren sich gut; drei haben .ihr Handwerk verlassen; die übrigen haben ihre Lehrzeit noch nicht vollendet. Zum großen Leidwesen mehren sich die Bewerber um Stellen in der Anstalt, ohne daß die Mittel ihre Zulassung gestatten. So find schon 30 eingeschrieben. Jeder Zögling kostet der Anstalt jährlich 244 Franks (78^ Thlr.). Die Einnahmen haben sich in den letzten zwei Jahren vermindert. — Die städtischen Behörden begünstigen übrigens diese Anstalt sehr. 1500 Franks (400 Thlr.) jährlichen Vertrag haben sie bewilligt; der Präfekt, wie der Maire haben sie schon mit ihrem Besuche beehrt.— (Warum stiftet die Verwaltung der Anstalt, sowol zur Vermehrung der. Einnahmen, als auch der Wirksamkeit, nicht auch halbe Freistellen, und nimmt' vielleicht selbst Zöglmge auf, die bezahlen, die aber die gute Leitung des Instituts erfahren sollen? Wir dachten, dazu fänden sich auch Subjekte. - Redakt.). . Karlsruhe, 14. April. (Privatmitth.). In No. 15