Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-04-27 · Heft 51 (27.4.1839) · p. Seite 205

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 51 (27.4.1839)
Date
1839-04-27
Page
Seite 205 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3225013-3225065--01816-3234343
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

205 zeichntter Mgnn, dessen Ehre dabei gelitten hätte, davon dispensirt? und warum ist dieser Brauch spater ganx abgekommen? “i'V'ö »'to 4'*1 5>'b 1p“’5>. Und wenn Herrn Hirsch an nvhnii N122 wenig liegt, was er in dieser Broschüre oft genug faktisch beweist, wie willer N2VN 4122. retten, wegen dessen selbst am s'b siJ? (4b n/M>n) auch die in übliche (äußerlich bemerkbare) Trauer aufgehoben wird? — Meint etwa Herr Hirsch Alles' abgethan zu haben, wenn er (S. 66) sagt, wir seien entweder nicht fähig, oder nicht tüchtig, oder nicht würdig (mit wie. viel Grund, haben Sie gesehen,) Ln dieser heiligen Sache ein Wort zu reden? Gott sei Dank, es wird ihm nie gelingen, dem Zutrauen, das ich. bei meiner Gemeinde genieße, dadurch den geringsten Abbruch zu thun, - und wenn sein Urtheil auch mehr Gewicht chatte. Aber sprechen nicht die Sachen für sich? was' braucht es da der Autorität, wo jeder prüfen und untersuchen kann? Wenn auch z. B. Alles, was er von Herrn Brück citirt wichtig wäre *), (Mißtrauen gegen seine Citate, wird uns jetzt wol niemand verargen), und wir mit ihm das Verdammungsurtheil über diesen Theologen unterschreiben müßten;' welchen Einfluß haf das auf die von ihm behandelten Cecemonialgebräuche? . So lange Herr Hirsch nicht tiefer eindringet, nicht mehr auf die Sachen eingehet, seine Kritiken nicht mit mehr Gründlichkeit und Gediegenheit abfaßt, sondern hie und dort etwcrs zusammenrafft und den ersten besten Einfall für eine, triftige Widerlegung jeder Behauptung halt', die ihm neu scheint und die er sich nicht die Mühe giebt zu verstehen; Mrf er sich von all seinen Exklamation^n,. Verdächtigungen und Verketzerungen wenig Erfolg versprechen-, weil ein solches Verfahren die heiligste Sache nur herabwürdigen und die gerechteste nur verdächtig machen kann. CausaMtieä perorata est und wenn ick Sie überzeugt, so werden Sie. davon auf die Gründlichkeit der andern Kritiken des hochgelehrten Naphtali leicht schließen können, aber einige Winke im Vorbeigehen werden Ihre Vermuthung in Gewißheit verwandeln. .Auf Alles eingehen können wir ohnehin nicht, sonst würden wir nicht so bald fertig werden. S. 38. Herr Hirsch nimmt es sehr übel, daß man auf einen Fall hinweist,. in welchem David keine Trauer gehalten,- wahrend, doch drei Fälle in der Schrift namhaft gemacht werden, in denen er Trauergebräuche beobachtet. Das beweist aber eben, daß diese damals natürliche Aeußerungen des lebhaften Schmerzes waren, den man dadurch aller Welt zu erkennen gab, welche Aeußerungen sich "- -Seine'Predigt habe ich noch nicht gelesen und kenne.sein erstes Werkchen nur aus der Geiger'schen Recension. - . nach Zeit und. Ort und der herrschenden.Sitte richten. Als David z. B. Abner beehren und seinen Schmerz über dessen Verlust an den Tag legen wollte, befahl er seinen Leu-, ten, ihre Kleider zu zerreißen, und Sacke an zu legen, und so vor Abner her zu klagen (2 Sam. 3, 31). Wurde in spätem Zeiten auch auf diese Weise getrauert? Wäre drS in unfern. Tagen Tr.auer? S. 39. Geschwind, mein Freund! die Bibel zur Hand genommen, und 2 Sam. 12, 18 nachgeschlagen. Nicht wahr? da lesen SieUnd es war am fiebenten Tage, da starb das Kind. Herr Hirsch,weiß das' jedoch besser, und lehrt uns, daß es, wie aus dem Zusammenhänge scheint, an dem Tage der Geburt starb. Trauen Sie noch Ihren Augen? Kannten wir nicht seine Anmaßung und seinen Dünkel, die ihn bereden, daß Alle, die nicht seiner Ansicht sind, immer und immer Unrecht haben müssen, weßhalb er sich die Mühe ersparen kann nachzuschlagen, wir waren versucht, ihn zu zählen zu den Rabbinen, P1N2 rrnpb!pw» von denen er uns S. 74 erzählt. Unglücklicher Weise verstößt er immer'gegen Bibel und Talmud zugleich; denn die Gemara 'k i'b p'fe lernt von David (Has. 24), daß fnta* 'bna. Nun soll David in diesem Falle gar nicht gewesen sein. Das scheint mir doch etwas zu viel, wenn auch die Schriftstelle eine bloße Anlehnung ist. Gegen die Erklärung des Maimuyi läßt sich freilich vom Gesetze aus nichts einwenderi; aber was halten Sie von einer Trauer, nachdem man sich gesalbt, Kleider gewechselt, kurz sich getröstet und in Gottes Willen ganz ergeben? scheint sie Ihnen, nicht eine Art Heuchelei und. Formendienst? halten. Sie David eines solchen Thuns fähig? S. 41. Herr Hirsch glaubt , gegen die zarte Sorgfalt für Leidende, die unfern Weisen' in Ihren Anordnungen bewähren (und der zufolge allerdings manchesTrauerceremonke, weil sie jetzt ganz anders geübt wird und ganz anders auf uns wirkt, verwerflich wäre)' einen gewaltigen'Widerspruch zu finden in dem Satze: rnp-nbwi, bsfi? n 4b ‘ph inrP73. „Ein Leidtragender der nicht das Haupthaar wild.wachsen lassen, und seine Kleider nicht zerrissen^ ist des Todes schuldig!" Er will also unsere Lehrer, deren Vertheidigüng er übernommen, zu wahren Terroristen machen, und vielleicht gar das Tödesurtheil sprechen über alle Leidtragende, die nur 30 Tage das Haupthaar nicht scheeren, was doch gewiß bei uns für kein Trauerzekchen gelten kann, da es niemand, (auch der nicht) bemerkt. Dahin muß es freilich kommen, wenn man am Buchstaben klebt und in den Innern Sinn nicht eindringt! Aber die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.