Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 50 (25.4.1839)
- Date
- 1839-04-25
- Page
- Seite 202 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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202 — Ben-Himmel und Esterka, ihr seid frei! Beim Herausgehm aus dem Gerichtshöfe bot Jakob von Melchtin der schönen Jüdin die Hand, um sie zum königlichen Schlosse zu führen. Sie schickten sich an, ihm zu folgen, als Ben-Joseph ihnen den Weg vertrat, und, mit einem durchdringendem Blicke, fragte er sie: . — Wohin gehest du, Tochter Ben-Himmels? — In das königliche Schloß, antwortete Jakob von Melchtin. — Gestern war es ihr Gefängniß; heute ist sie frei, ihr Platz ist unter dem väterlichen Dache. Esterka erröthete, schlug die Augen, nieder, und, zitternd als wenn sie schuldig gewesen, ließ sie den Arck Jakobs von Melchtin los, um zu ihrem Vater zu eilen, der sie erwartete. Briese des Herrn Dr. Loewe ans dem Oriente. Dritter .Brief. Nablous Ende Juti's 1838. p"ab rfkpn bnsa 'n cmb -ns üouj (Fortsetzung.) DaS männliche Kind, wird von einem Türken, nach türkischer Weise (beli peria) beschnitten, und stirbt der Samaritaner, so wird er von einem Türken gewaschen, gereinigt und begraben. Ihre Gebete verrichten sie zu Hause; nur am Sonnabende besuchen sie die Synagoge, und dann wird gegen Mittag hier der Gottesdienst gehalten. Ihre Gebetbücher enthalten Auszüge aus -er Tora und zwar^: 1) Lobgesänge. ~ 2) Geschichte der Schöpfung. 3) Verse aus der Tora. 4) Wehaja im Schcmva. 5) Gebete. Bevor ich nun über ihren Gottesdienst spreche, will ich eine 'Beschreibung des BergeS Gerisim und der Umgegend voranschicken. Der Sohn des Kcman sollte mich dahin begleiten, da er aber zu viel Geld forderte, mußte es unterbleiben, und so machte ich mich denn allein dahin auf. Eine halbe Stunde von der Stadt entfernt sah ich den Ort den Jakob von Schechcm gekauft hat, und der Gedanke drängte sich dabei mir auf, daß man um alles Einzelne in der Bibel zu verstehen wirklich hierher nach Palästina kommen müsse, denn es heißt in der Schrift weder amek noch schefela, sondern Chelkat hassade, und in ganz Palästina ist keine solche Ebene zu findenin der in einem Umfange von zwei Stunden nicht die kleinste Erhöhung oder Vertiefung zu entdecken ist; auch ist sie die schönste und fruchtreichste Ebene, die ich je gesehen. . Näher zur Stadt ist das Grab Joseph'S. Es bildet ein Quare, in der Mitte ist das Grab und zur Linken ein schöner Weinstock; auf beiden Seiten stehen zwei Säulen, deren Spitzen in Schalen endigen, die gewöhnlich mit Del angefüllt sind. Ich wendete mich nun nach den Gräbern Pinecha's, Jtqmar'S und Eleafar'S,.die. alle im Dorfe Avarta, zwei Stunden vonSchechem, sich befinden. Diese Gräber find sehr gut erhalten, und gewähren einen so angenehmen Aufenthalt, daß ich mich nur mit Mühe von ihnen trennen konnte. Von den Samaritanern werden sie mit großem Aufwands so prächtig erhalten. Als Ibrahim Pascha nämlich die Regierung über Syrien und Palästina antrat, wurden die Samaritaner als Götzendiener bei ihm angegeben, und da er solche nicht dulden wollte, mußten sich alle auf den Tod gefaßt machen. Da begab sich einer der Angesehensten von ihnen . vor den Pascha und versicherte ihn, daß sie die wahren Israeliten fein. So wurde ihnen denn Leben und Eigenthum gelassen,.und aus Dankbarkeit thaten sie das Gelübde, diese Gräber auf daS Prächtigste zu erhalten. Auch die Araber halten diese ehrwürdigen Ueberreste in Ehren, und oft sogar wallfahrten muselmännische, Werber hierher und zünden Oel zur Ehre der Verstorbenen an, wenn sie unfruchtbar sind oder sonst irgend etwas wünschen. — Sie haben diese Gräber mit Inschriften versehen, die ganz dazu dienen, ihre Unwissenheit zu beurkunden. Jtamar'ö Grabschrift ist folgende r . . Nr 1bbllÄN Nim Ülv2 T«v Z*T1£ A-^-s b-2 imrxn mbma ■jsip« zvs ^-MAU TMÄAlllA ^fcPA * p tasna» man S .. 3« )s «stssa s*^t 3 . M3A Bon dem Uebrigen, das mit Kalk bedeckt war, konnte ich nur noch die arabische Jahreszahl entziffern. Zuerst heißt es nun: bvttil |T)£p 0102 dies .ist aber meiner Meinung nach eine Ueberfttzung von (Gott ist groß), keineswegs aber von bVttM b^n^ denn ^8N übersetzt der Samaritaner AZA3C £ala. Ferner finden wir im Hebräischen nim nie von ‘ynäSi begleitet, und wie ist endlich da6 Wort errichtet oder erbauet übersetzt— N7 1b-! dann folgt ^Ip8, was -j^2N heißen soll. Sie können oder wollen aber kein n im Hebräischen aussprechen. Daher heißt es auch von ihnen in der bekannten Stelle: nn öiib bn’isa i» n'anb'pai non anb ■pjo... .^-aapriim pj n . *pao N12- . . .2prn'P2 - *p«1 bimmbitb rn-'ttir) lain mm rr rnrniüb rwnin ibrr aipaai i. •pVm 'ob . Daß diese Leute keine ni33> haben, ist sehr wahr, denn sie sind alle vom größten Stolze beseelt. Die zweite Grabschrift, die des PinchaS, lautet: bnan nim vwa aipbn nr ibnrn abiiab aan b-a' . nabia 122 m b- 12bb 2*72 ZtTl^f UdUM A^-3 AV|lflO AM) TAZ S33A^ 3M ZVS ■‘"■fflASC t A* TVl* i)IS TM ZV ^l)AA 3T) «* TM 3)lN AdU-^ )3 P2 P28 AM 3^ AZ-^- A^lMU )A )AA Eleafar'S Grabschrift: üb- 2üb ÜW8 11bnnrna niüia-n ainn imbm nbbiü ni1 mb 2pm 122 ainaa '2rt ir-brr Nim üibia ITlll ilbblö 12D21 Td Ä^m A"»S «zv s^z «om^ta miV 3A3f3^ <fl*«*"-V AA$ MTMtzt T3V£ «JrA^T Xim ATZ srvm r)3 AA33A m £ A)3 :3ÄVZA mm «rz^ ^«z-^- taA«t (Schluß fvlgt.) Redacteur r vr. L. Philippfou. — «erlag von BaumgärlnerS Buchhandlung. — Druck von I. B. Hirfchfeld.