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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1839-04-23 · Heft 49 (23.4.1839) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
3 (1839)
Issue
Heft 49 (23.4.1839)
Date
1839-04-23
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Ilf. Jahrgang. 3LU _0CMeLNt No. 49. impartheiisches Organ für alles jüdische Interesse. ■ - - (Mit Kömgi. Sächfischer allektzrm'diäster Lonckffion.) ' ' -:" ‘ Leipzig, den 23. April 1839./ # ' " ' .../ Zeit«»gS«ach richte«. Berlin, 11. April. (Privatmitth.) In No. 113 v. I., wo der Tod des zeitigen Vorstehers der „Gesellschaft der Freunde," Herrn Moses Moser sel., angezeigt ward, wurde zugleich der Wunsch ausgesprochen, auch in dieser Zeitung bald einen würdigen Nekrolog zu lesen. Moser, als Mensch wie Gelehrter den edelsten und herrlichsten Erscheinungen sich zugesellend, hat sein alles umfassendes Wissen, wie seine tief eindringende Combination der -Nachwelt durch kein schriftliches Dokument verewigt. Im persönlichen Wirken seine Befriedigung.findend, mir einer enormen Perceptivitat, aber wol weniger mit schöpferischem Genius, der durch die Details zur' plastischen Erfassung der Totalität dringt,-begabt, war es mehr die Ausgabe seines höhen Geistes, sich nur immer nach allen-Seiten der wissenschaftlichen Kultur ossenzuhalten und auszudehnen, das Empfangene sich selbst zu. asstmiliren, als umgeschaffen wiederzugeben. .. Um so mehr, ist es nothwendig, sein mit den edelsten Zügen geschmücktes Bild der Nachwelt zu stiller Bewunderung und eifriger Nachstrebung zu geben. — Ihr Wunsch: ist nun in Erfüllung gegangen.. Im der General-Versammlung':vom 3^ Marz hielt der interimistische .Vorsteher- Herr I. -Le hmann, der Redakteur des mit der ,Preußisch.-Staats-.Zeitung verbundenen Magazin für, Literatur des Auslandes, einen Vortrag, worin er in kräftiger und des Perstorbenen würdiger- Weisedie geistige Silhouette Moser's eUtw'arf. Auf Verlangen vieler Freunde wurde dieser Vortrag-gedrückt, - und ein Exemplar erfolgt hierbei. Gewiß werden Sie nicht ermyngeln, chen Theil, der, den Mkrolog enthält, .Ihrer Zeitüng" einzuverleiben, urn. jo aüch. Ihrerseits däch. Portrait Mdftr's für die Nachwelt festzühälten. r\['' „Der Sphäre eines praktischen Geschäftslebens angehoirend, blieb Moses Moser,' wie jener ändere -M osrs, der im vorigen Jahrhundert eine Zierde, dieser. Stadf ustd der Stolz unserer GlaubensLenossen war„ dem Kaufmannsstande treu,, während,er der Wissenschaft in allen.ihren,Rich- . tungen huldigte. — , Früh schon und' nochsun väterlichen ' Hause hat er sich Selbstständigkeit des Geistes und Freude an wissenschaftlicher Forschung zugeivinnen verständen Wir besitzen ^darüber 'ein ungemein schätzbares ,Dokument, ein Schreiben,,das Moser im November--des,Wahres, 1813,.an unseren Freund Moses Fri.edländer, feinen nachmaligen Principal,. Assöciö und treuesten persönlichen Freunds gerichtet hat. Der damals jähtigö Jüngling, der bis da^in in einem Landstädtchm gelebt, stvo es an alleniVissenschaftlichen Anregungen und höheren Bildungsmittelm fehlte, wollte die Kenntnisse, die er, lediglich einem inneren Antriebe folgend, sich erworben hatte, irr der großen Stadt und in der Nähe geistig hochstehender Männer 'erweitern.' Das Haus David Friedlander's, mit dessen Namen sich alle Traditionen von Mendelsfo-hn und seiner schönen anregenden Zeit verbandeneröffnete sich ihm, und' mit dem ganzen Feuer eines lebhaften - jugendlichen Gemüths ergriff er die ihm sich darbietende Gelegenheit. Ein Jtalianer in Napoleon's Diensten, der unfern Moser in Driesen, wo er sich damals zum Besuche bei seinem Großvater aufhielt, kennen gelernt, war von dem Geist und den Kenntnissen des jungen Mannes so überrascht/ daß er, mit Rücksicht auf dessen Wunsch, nach Berlin zu kommen,- das Frkedlanoerische Haus hier auf ihn aufmerksam machte. Auf die sodann an ihn ergangene Aufforderung "schrieb Moser jenen Brief, in welchem er sich über den bisherigen Gang seiner Bildung aussprach.' Ich' erlaube mir/ Ihnen daraus einige- Stellen mitzutheilen, die bereits den seltenen Menschen, als der er sich spater -in unserer'Mitte' gezeigt, im Voraus erkennen lassen. - Er schreibt : ' ’ -; „In der ländlichen Einsamkeit einer sehr kleinen-Stadt geboren und erzogen , wären- - die Umstande meiner Geistesbildung-Nichts weniger, - als günstig. -Die Lehrer, denen mein Vater, dem-seine Geschäfte sehr - wenig Muße - übrig lassen - die er der- Erziehung seiner Kinder - deren ältestes ich bin,' - widmen könnte-/ -den Unterricht meiner - früheren Jur gendanvertrau tewaren - theils p fli ch tv erg esse tt - theils ungeschickt--genug,- um meine Geistes-Entwickelung'-vielmehrzU hemmen, als-zu-'befördern. - -Virmöge' der-- schon frühe in 'mir rege gewordenen Wißbegierde^ ünv-imeines Strebens nach DoÄkMmen^ekt^--durchbrach -sch -endlich eigenhändig die engen- Schranken-, - brächte-einiges Mcbtin das -Chaos meinet Begriffe- und öffnete mir -da's FAd 'der Wissenschaften. —^ Ohne Führerwie ich - da war-/ und da ' es mir überdies noch an vielen Mitteln'- meinerü inneren Andrang zufolgen, gebrach , war ein glühender Eifer- Und unermüdeter Fleißnöthig, um nicht-unte^r -dem-männiKltigsten Schwierigkeite'n vollends zu- 'erschlaffen-.-' WaK achbisher - an fuWktiver und objektiver- Bildung' gewonnen-habe, rso winzig-es äüch sein mag, ich' darf es'als die Frucht-meMer angestrengten Bemühungenanfeheü/'"^.-Mit fsemden Sprachen, vorzüglich der. Lateinischen-üüd' Fcänzöffschen, -'suchte ich mich: frühzeitig : vertcau-t - zu MchenÜttd-^durch' die Lektüreihrer-besten Schriften meinen Geistüüfzübäuen und meisten Horizont zü - erweitern- - Diese hätte auf meine moralische und ästhe-

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