Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 3 (1839)
- Issue
- Heft 47 (18.4.1839)
- Date
- 1839-04-18
- Page
- Seite 190 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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190 goire's vernichten und den Widerruf des Organisten verhindern'müsse. — Mein Herr Präsident, rief er aus, indem er sich erhob, der Name des Klosters St. Dominik ist ausgesprochen worden; Sie werden es, glaube ich, dem Superior desselben erlauben, die unsinnige Klage, die ein falscher, von den Juden erkaufter Zeuge erhebt, zurückzuweisen! Und ohne die Erlaubniß des Kastellans abzuwarten, fuhr er fort: " — Wisset ihr, meine Herren, wer dieser unverschämte Mensch ist, welcher sich Richter nennt, und dann zum Zeugen macht? Es ist ein armer Diener des Pan von Wola, sein Zager, .der vornoch wenigen Tagen keinen andern Schutz hatte, als den ihm sein Herr bewilligte; jetzt, Dank der Freigebigkeit , der -Juden, fehlt es ihm nicht an Gold und Silber; - ec kauft Ländereien und -will Kolonicen gründen. Zweifelt-ihr-im Geringsten? Fraget den Pan von Wola. Ec .wird, euch sagen, wex dieser Mensch ist. und sein Weibsbild, welches nur eine Leibeigene, desselben Herrn ist. Dieser Mensch,, von den.Juden erkauft, hat diese Fabel erfunden, um die Zeugen eknzuschüchtern. Aber , ich frage, welcher Glauben ist einem Menschen zu schenken, der von Ausschweifungen gefleckt, und den Feinden unsrer Religion verkauft ist? Seht seine Wuth! Hielte man ihn nicht zurück, er. wäre fähig,, sich.auf meine geweihete Person zu werfen. Pan von Wola, fügte er hinzu, ich fordre Euch auf, uns zu belehren, wer dieser Elende sek. (Schluß folgt.) Briefe des Herrn vr. Loewe aus dem Oriente. Dritter Brief. Nablous Ende Iuli's 1838. p'bb n'kpn LNd/2. 'n 21^ *n« üssj . .. .. (Fortsetzung.) Um >seine Gelehrsamkeit zu zeigen fragte, er.- mich nach einer. Erklärung deSVerses, den er in seiner Aussprache mir vordcklaurirte: Watüaraaz annanrän vatägnd'läbäat "äiita fäbäeär&tit a'rrla. - Das soll heißen rPib ‘ism Ich.antwortete .ihm:. ‘-itJN.ö^ann bs dies verstand er nicht, und als ich ihm eö. ins Arabische übersetzte, sagte er, das; noch ein zweiter Sinn darin liege, und nun führte er eine Erklärung aus dem Baal Haturim an. -Um ihm-zu zeigen, das; dazu-keine große Gelehrsamkeit gehöre thcilte ich ihnr eine Menge ähnlichen Erklärungen stnir, und nun 'gerietst er ganz außer sieb über diese--meine-Gelehrsamkeit,, die ich mir-dadurch erworben -habe, daß ich-.früher-, am Freitage immer den Baal Haturim las. (Am-andern Tage erfuhr ich, daß er daS von mir Gehörte bei einigen Israeliten als sein Eigenthum ausgekramt hatte). Der Kanari kam nun zurück, und sogleich lenkte sich das Gespräch wieder auf die Samaritaner in England, und der,,Sohn sprach davon eine Reise dahin zu unternehmen, um die dortigen Samaritaner aufzusuchen. Ich suchte nun auf meine Angelegenheit: zurückzukommen; da trat derKanan auf mich zu, und redete mich mit den Worten an: „Ich weiß Du bist ein großer Arzt, und wenn Du mir versprechen willst,, mehrere meiner Freunde mit mir zu besuchen, dann werde ich Dir alle unsere Bücher zeigen. Umsonst protestirte ich^dagegen; er behauptete, wenn ich nicht ein großer Arzt sei, Härte ich keine so weite Reise machen können. Um zu meinem Zwecke zu gelangen mußte ich mich endlich entschließen den Arzt wider Willen zu spielen, und nun gings gleich fort zu den Patienten. Dem ersten der einen Ausschlag auf dem Körper , hatte gab ich eine gute Dosis, englisches Salz, dem zweiten, der an Kopfschmerzen undeiner Augenentzündung litt, ließ ich Igel setzen, einem dritten, der an Beschwerden im Leibe litt, verordnete ich Douersche Pulver und Umschläge von warmem Baumöl auf den Leib. .Einem Kranken, der einen großen Krebsschaden in der Brust Hane, verbot ich den Genuß des Fleisches,,und nun war ich zu meiner Freude endlich mit meiner Quacksalberei am Ende. — Ernstlich mahnte ich nun den .Steuern an sein Versprechen; er aber fragte mich, wie viel ich ihm dafür bezahlen wolle, dies wüste er zuerst wissen, sagte er. - Mit Verachtung kehrte ich ihm den Rücken, da er aber sah, daß eö mein völliger Ernst sei rief er mich zurück, und versprach, am andern Tage mir Alles zu zeigen"). — Nun hielt er endlich einmal Wort, und ich werde hier daS Wesentlichste mitzutheilcn versuchen. Ihre Schriften sind eingrtheilt erstens in: Erklärungen zur Tora und Religion. Bücher über Ritualgesttze- Bücher über das Schlachten der Thicre. Besondere Gesetze der Israeliten und endlich >Commentare und Uebersetzungen einzelner Kapitel aus der Tora. , Erklärung zur Tora und Religion vo» Maarkiibu. Amrana' du re. Ucbersetzung der Tora ins Arabische von Amraam dura. Ucbersetzung derTora ins Arabische (zweiBande) von Gazal. , Commentar zur Tora von Schech abu cbüed. Commentar - - - Gazal Gizi Chakim. Erklärungen und Abhandlungen über alle Propheten von Jakoub RoubiS. Ferner besitzen sie ein Buch TaSbichat Jehoschua, Stirab Melachim und Schir'haschirim. . So viel ich aus diesen drei letzteren Büchern ersehen konnte, sind sie mir den unsrigen gleiches Inhaltes, sie behaupten aber, es sei. ein ganz anderer. Außer diesen Schriften besitzen sie noch ein Manuscript über die .Zeitrechnung, welches sie Aschban kuschta (riApN nennen, ohne Namen des Verfassers, und ein anderes gleichen Inhaltes Zabelajam genannt. — Ihre Gesetze werden in einigen Fallen streng nach den Worten der Bibel, in andern aber ganz abweichend und nach der Deutung ihrer Kaüans beobachtet. So sitzen sie z. B. am Sabbat Abends im Dunkeln, csten die feineren Speisen am Freitage, am Sonnabende aber durchaus nichts Gekochtes. Sie schlachten die Thicre mit einem scharfen Messer, haben aber keine irip^S. Am Pesach Suchet und Sche-, buot auch an anderen Festtagen wird auf den; Berge Geristm geopfert, und der hohe Priester erhält die schönsten Stücke Fleisch. Wenn ihre Frauen unrein sind, werden sie in ein besonderes Zimmer gesperrt, und Niemand darf ihnen näher treten. ' (nppn s? nrvn m: bni)- _(Fo rtfetzung folgt.). °) Nach diesen Deschreibunqen der Cuthaer, scheint es, daß ihr Cbarak.-er riech jetzt derselbe ist wie zu Christi Zeiten, wo ein barmherziger Samarircr ein eben so großes Wunder war als ein barrberziger Jude. .2tnm. deä Cinsensers. , ‘SttSoctcVrVDr.''L."Phirchpsorl. —' VcNag von Baumgärtttors BrrchharrdlUKg. — Druck von I. G. Hirfchfeld.