Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 17 (1923)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1923)
- Article
- Die ostjüdische Einwanderungsbevölkerung der Stadt Berlin
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 8)
- Language
- German
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< V* I / — Berlin. Volkszählung vom I. Dezember 1910. Die in Galizien, Rumänien und Rußland geborenen jüdischen Selbsttätigen der Gruppe E. Berufsgruppe Deutsche Juden Ostjuden Geboren in insgesamt üaiizien Rumänien Rußland m. w. m. w. m. w. m. w. m. w. Höhere Beamte ....... 193 3 1 2 71 12 5 2 3 19 5 1 1 Rechtsanwälte und Notare . . . . 476 7 1 6 ' <~>r. ÖV 25 c u 19 Dienstpersonal in Anstalten für religiöse Zwecke . ..... 20 4 1 2 Bildung, Erziehung und Unterricht 146 215 31 2 16 1 1 15 Dienstpersonal........ 4 11 1 1 Gesundheitspflege u. Krankendienst 1094 44 84 28 13 3 8 63 25 Verwaltungspersonal...... 3 6 1 1 10 81 2 8 2 2 6 Sonstiges Dienstpersonal .... 2 6 1 1 Privatgelehrte, Schriftsteller, Journa- 136 16 20 2 3 1 16 2 Stenographen, Privatsekretäre . . 107 157 10 9 5 5 1 4 4 Schauspieler, Musiker, Künstler . . 165 88 77 16 28 4 2 i 47 8 Verwaltungspersonal...... 12 8 2 2 Abteilung E zusammen | 2497 649 | 272 67 | 80 16 12 5 179 46 Drittes Kapitel. Die ostjüdischen Vereine. Im Laufe der Jahre sind die seßhaft gewordenen Ostjuden in vielfache Berührung und Verbindung mit der einheimischen jüdischen Bourgeoisie gekommen. Alle Wohlfahrtsvereine, Berufsvereinigungen, die Brie Brith-Logen und Freimaurerlogen haben auch ostjüdische Mitglieder. Dennoch hat sich ein Vereinswesen gebildet und erhalten, das ausschließlich ostjüdisch ist. Es baut sich in der Hauptsache auf religiösen und karitativen Prinzipien auf. In den „Chewras" ist das religiöse Prinzip ausschließlich Träger der Solidarität der Mitglieder. Ihre Aufgabe j erblicken sie in der „Abhaltung des rituellen \ Gottesdienstes an Wochentagen, Sonnabends! sowie auch au allen jüdischen Feiertagen! in einem eio-enpn B^tlnkal;' In den Ost- I -ö -• -- i jüdischen Straßen gibt es eine größere Anzahl solcher „Stuben' Der Gottesdienst, den die verschiedenen Chewras abhalten, zeigt leise Abweichungen, da in einigen sich chassidische Einflüsse mehr oder weniger stark fühlbar machen. In diesen Religionsvereinen sind die Mitglieder größtenteils Galizier, es finden sich aber vereinzelt andere Elemente. Ein eigentliches Vereinswesen pflegen diese Chewras nicht. Umso intensiver ist der gesellige Zusammenschluß in den Wohlfahrtsvereinen. Jede Einzelgruppe hat ihren Bruderbund, ihre Logen. Und in diesen Vereinen sind Galizier, Russen und Rumänier von einander gesondert. Die Trennung ist nicht streng durchgeführt. Die russische Loge beispielsweise hat auch Mitglieder, die aus Galizien stammen. Aber es ist statutarisch festgelegt, daß z. B. im rumänischen Verein der Vorsitzende und Kassierer, sowie noch mindestens sechs Vorstandsmitglieder rumänischer Herkunft sein müssen. Politische Tendenzen sind in diesen Vereinen gänzlich ausgeschlossen. Prinzipiell unterscheiden sich die Logen nicht. Der