Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 17 (1923)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1923)
- Article
- Die russischen Juden in der Kriegs- und Revolutionszeit
- Date
- 1923-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 4)
- Language
- German
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7 Die für Petersburg veröffentlichten Ziffern über die Sterblichkeit sind weniger traurig. Hier liegen aber die Dinge ganz anders. Der Ueberschuß der Sterbefälle über die <"Tohiir+*»n 7picr+ cirh hipr pin fahr früher VJtV.fc-'W*.* IVH AtfWJL^b **.*>»..«. AA Ä A i J tritt aber plötzlich in die Erscheinung und ist lediglich ein Beweis der vielen zufälligen annormalen Vorgänge. Der Aufbau nach Geschlecht und Alter ist für die Petersburger Bevölkerung zurzeit unbekannt. Es ist aber anzunehmen, daß bei der Evakuation der Stadt mehr Frauen und Arbeitsfähige fortgekommen sind. Daher hat sich die Zahl der Geburten verringert, und die Sterblichkeit ist gestiegen. Immerhin beginnt sich Petersburg zu erholen, und der Prozentsatz der Geburten hat sich bereits von 13,8 auf 21,9 erhöht. Besonders schlimm ist für das gegenwärtige Rußland die Verbreitung der venerischen Krankheiten, besonders der Syphilis, an der unzählige Personen jeden Alters und C\enIi 1 ar»V*-fe l^iH^n TvTor»Vi moinon rxaroönlir*1r\an ViVOVüic^iiU iviucn» a ^uvü lli\-Lii\~ix yj v^i üV/xiii \~Ll V^li Erfahrungen sowie auch auf Grund der Beobachtung anderer hat die Syphilis unter den Juden nicht so fest Wurzel geschlagen wie unter der übrigen Bevölkerung. Die sexuellen Verhältnisse sind bei den Juden im Großen und Ganzen, namentlich was die jüdische Frau anlangt, günstig. Während der ganzen Kriegszeit ist mir als Frauenarzt keine jüdische Frau begegnet, die von einem fremden Mann geschwängert war, sowie keine jüdische Frau, die sich durch ihr Verschulden eine Gonorrhoe oder Syphilis zugezogen hat. ogrommaterlalien. Von J. K o r a 1 n i k. Wie groß sind die Verluste, welche das ukrainische und W P1 ß FJ 1 h P 111 n p n t ii rn TT VlWl J.«~» 'W«.-» <l_r -W« A * V •»» * * * durch die Pogrome von 1918—21 erlitten hat? Auf diese Fra^e gibt es bis jetzt keine ü u J zureichende Antwort und wird es auch nie eine geben, da ihre Feststellung infoige der unruhigen Verhältnisse in Kußland so gut UCi HL.ifkoiL.il iic wii ist außerdem, daß auf die ökonomische Lage der Juden in den von Pogromen betroffenen Gegenden auch noch die Revolution mit ihren Folgeerscheinungen eingewirkt hat. Es ist daher geradezu unmöglich, ein Urteil darüber abzugeben, welche von beiden Tatsachen im einzelnen diese oder jene Erscheinung, die wir am jüdischen Volkskörper beobachten, herbeigeführt hat. Leider ist es verabsäumt worden, im Jahre 1920 mit statistischer Methodik die Verhältnisse der Pogromierten zu ermitteln. Es ist daher zurzeit nur auf indirektem Wege möglich, eine Antwort auf die obengestellte Frage zu erhalten. Einer von diesen Wegen besteht darin, die Lage der Heimlosen in jenen Orten festzustellen, wohin sie sich bald nach den Pogromen geflüchtet haben. Eine derartige Untersuchung kann Material schaffen, auf f I?1(Hm /"! *'w ■ J . i ä-?^ aU > * i ' Vi V»V~-3r>V'! iiCl'wil ryp.\tji QQpr ö~ doch möglich ist, sich ein zutreffendes Urteil von der Wirkung der Pogrome auf die ganze pogromierte Bevölkerung zu machen. Solcher Feststellungen gibt es zurzeit mehrere. Die größte und erste ist 1920 vom Kiewer Comittee des Ortes unter der Leitung von Jacob Lestschinski gemacht worden. Der größte Teil der übrigen Untersuchungen wurde in den Jahren 1920 und 21 durch die Rayon-Comittees von „idgeskom" durchgeführt. Bis jetzt ist nur ein kleiner Teil des Materials, nämlich die Untersuchung