Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 16 (1920)
- Issue
- Heft 1-6 (Januar 1920)
- Article
- Die ostjüdische Einwanderungsbevölkerung der Stadt Berlin
- Date
- 1920-01-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2650397-3187768-3187769-3194485--5000-3194496- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
III. *) Rumänen Mehrung Zuzugszeil in °/ /o in °/ /o m w m w 1910/1906 . . . , -mn^/ioni ±€/\JUf X*J\JJ. » * 1900/1896. .... 1895/1891 ..... 1890/1886 ..... 1885/1881 ..... 45.66 OQ Ai UU, 11 13,50 7,51 6,06 2,89 34.09 qa nn 14,09 10,45 5,00 3,18 22,25 9,83 r* rvn o,v/ ( 1,45 3,17 4,09 15,91 3,64 5,45 2,82 IV.*) Russen Mehrung Zuzugszeit in o/ /o in °/ Jo m w m W 1910/1906 ..... 1905/1901 ..... 1900/1896 ..... 1895/1891 ..... 1890/1886 ..... 1885/1881 ..... 44,23 19,83 9,59 6,36 5,81 2,43 38,52 23,51 10,34 7,88 ß ß« VjVW 3,53 24,40 10,24 3,23 0,55 3,38 i 15,01 13,17 2,46 1,20 3,15 Um die Stärke des Zuzugs in den einzelnen Zeitabschnitten zu verdeutlichen, haben wir die Zahlen der oben stehenden Tabelle berechnet. Es muß aber mit allem Nachdruck hervorgehoben werden, daß die Zahlen auf Grund einer Bestandsaufnahme im Jahre 1910 zusammengestellt wurden, und daß jegliche Anhaltspunkte für die Sterblichkeitsziffer der eingewanderten Ostw juden fehlen. Es ist also unmöglich, nach dieser Tabelle die Entwicklung der Niederlassung zahlenmäßig genau aufzuzeigen. Wie sehr die Tabelle für die am weitesten zurückliegenden Jahre sich von der Wirklichkeit entfernt, zeigt die Angabe über die vor 1881 eingewanderten Ostjuden. Wir haben schon hervorgehoben, daß der Volkszählungsbericht von 1880 allein die Zahl der damals hier lebenden russischen Juden mit 2014 angibt. Trotz der Mängel ist die Tabelle mit der nötigen Vorsicht immerhin zu benutzen, Ihr entnehmen wir deutlicher, als aus den wenigen Daten der Volkszählungsberichte, daß seit ungefähr 1885 die ostjüdische Einwanderung nach Berlin einen von Jahrfünft zu Jahrfünft größeren Umfang annahm. Nur dominieren seit den M?ss^ia1.1? wpi<jii noten . ~-~"^—..«. von 1881/82 nicht mehr die Russen, sondern die Galizianer. Interessant ist die Wechselwirkung, die zwischen der Mehrung männlicher und der weiblicher Einwanderer zu konstatieren ist. Sind in einem Jahrfünft prozentual mehr Männer eingewandert, so überwiegen im nächsten Jahrfünft relativ die Frauen. Die Erscheinung können wir bei jeder Gruppe beobachten, und eine Erklärung dafür finden wir in den Berichten verschiedener Einwanderer selbst. In der Regel wandern die Männer erst allein ein und versuchen im fremden Land festen Fuß zu fassen. Glückt es ihnen, ihr Brot zu finden, erscheint die Stadt zur dauernden Niederlassung geeignet, so lassen sie ihre weiblichen Angehörigen nachkommen. Das dauert fast immer einige Jahre. So hat auch der jüdische Dichter SchalomAsch in seiner Studie „Amerika" die Auswanderung der typischen ostjüdischen Familie geschildert. Verhältnismäßig nur wenige unter den hier ansässig Gewordenen konnten naturalisiert werden. Die Naturalisation von Ostjuden ist in Berlin mit den größten Schwierigkeiten verbunden, die im Laufe der Jahre fast unüberwindlich geworden sind. Am 1. Dezember 1910 waren von 10259 Ostjuden, die in Berlin lebten, 1134 Personen naturalisiert. Diese verteilen sich auf die einzelnen Gruppen: Gruppen Insgesamt Davon naturalisiert anweseno Absolut % Galizianer. , , . 6098 385 6,31 Rumänen , . . . 555 36 6,45 Russen . . . . . 3606 r-J-t O (XO 19,77