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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1920-01-01 · Heft 1-6 (Januar 1920) · p. Seite 5

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
16 (1920)
Issue
Heft 1-6 (Januar 1920)
Article
Die ostjüdische Einwanderungsbevölkerung der Stadt Berlin
Date
1920-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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(a 0 § 2. Historischer Ueberblick. Seit Beginn der achtziger Jahre erfährt die jüdische Gemeindebevölkerung eine Zunahme durch die Einwanderung von Ostjuden nach Berlin. Aber die ersten Anfänge dieser ostjüdischen Einwanderung und Niederlassung reichen weiter in die Vergangenheit zurück. Wann sie beginnt, wie sie sich entwickelt, ist nicht festzustellen. Wir müssen uns mit Vermutungen begnügen, die sich noch dazu total widersprechen, in dem Quellenwerk der preußischen Statistik Bd. 48 a, der einen Rückblick auf die Bewegung der Bevölkerung im preußischen Staate von 1816—1874 darstellt, heißt es: „Die jüdische Bevölkerung im preußischen Staate vermehrt sich großenteils durch Einwanderung, und zwar aus dem russischen Reiche und der österreichischen Monarchie." Diese Behauptung wird aber durch keine Zahlenangabe erhärtet und entbehrt der ausdrücklichen statistischen Begründung. Neumann1) hat — allerdings auch ohne genaue Zahlen angeben zu können — auf Grund von Spezialuntersuchungen, durch Kombination verschiedenster Tabellen dagegen eingewendet, daß zu damaliger Zeit von einer Masseneinwanderung noch gar keine Rede sein konnte. Seiner Beweisführung schließt sich Adolf Wagner2) an: wtLine üujcKtivc i\nüK uiuü anerKennen, daß ... in der Tat die jüdische Masseneinwanderung über die Ostgrenze nach Deutschland, spez. nach Preußen, eine Fabel ist. Nicht nur Tiraden der Publizisten . . . . sondern auch Äußerungen in Werken der amtlichen Statistik (siehe Bd. 48 A, S. 22, x) Die Fabel der jüdischen Masseneinwanderung. Ein Kapitel aus der preußischen Statistik. Berlin 1880. 2) Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft. Jahrgang 188©, Bd. XXXVI, S. 778. S. 27, S. 29) bedürfen danach einer Berichtigung. Auch ich will nicht leugnen, daß der Nachweis, wie gering die Zahlen der russischpolnischen und Österreich-ungarischen Juden unter dei jüdischen Bevölkerung Preußens ist, mich überrascht und nehme nicht Anstand;hier eine Berichtigung meiner Meinung anzuerkennen." In Fortführung seiner Untersuchung hat Neumann l) über die ostjüdische Einwanderung nach Berlin für das Jahr 1877 einige Zahlen erbracht, die allerdings auf Schätzung beruhen. Damals hatte Berlin eine jüdische Bevölkerung von 45464 Personen, davon stammten höchstens 250 Personen aus Rußland, die im Laufe der Jahre hier ansässig geworden waren. Von Galizianern lebten noch weniger hier. Denn von den Österreichern, unter denen allerdings die Gaiizianer dominierten, waren ebenfalls höchstens 250 Personen ansässig geworden. Im Anschluß an die Untersuchungen N e u m a n n s hat in den 70 er Jahren das statistische Seminar hier unter Leitung von Richard Bökh den Versuch gemacht, Zahlen für die ostiüdische Einwanderung zu erbringen2), und zwar durch eine partielle Auszählung des Geburtslandes jüdischer Einwohner. Man wählte hierzu die Altstadt Berlin, einen Stadtteil, der am meisten von Juden bewohnt war. Unter den 16026 männlichen Einwohnern waren 3171 Juden, Unter 7729 außerhalb Geborenen 2294 Juden. Von jüdischen Einwohnern wurden 2928 Zählkarten gefunden. Darunter waren 731 in Berlin Gebürtige, aus Rußland stammten 180, aus Österreich (meist Galizien) 44 und aus Rumänien 8 Personen. Bedenkt man, daß die Ghettotendenz, die ia unter den Ostiuden Berlins 1 <3 s x) Nachschrift zur Fabel von der jüdischen Masseneinwanderung. Berlin 1881. s) Statist. Jahrb. d, Stadt Berlin, 7. Jahrg. 1879,

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