Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 15 (1919)
- Issue
- Heft 8-12 (August 1919)
- Article
- Die jüdische Bevölkerung in München im Jahre 1910, mit besonderer Berücksichtigung der Gebürtigkeit
- Date
- 1919-08-01
- Page
- Seite 130 (sequence 10)
- Language
- German
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- 130 — Die gleiche.n Beobachtungen machen wir, wenn wir nur das männliche Geschlecht ins Äuge fassen. In allen Altersklassen hat die Relativziffer bei den Ledigen abgenommen, bei den Verheirateten zugenommen. \Ä Jn O nkA4< /-4/-»r> ti r £\ 4 k 1 < U /\ £-* /"* V\ 1 V-fi 4- V-^ /-» vvoj aucj US3 wciUiitnc VJCbL.iiict.IH uctrifft. >o Qtrsf! Ahwpirhimcrpn fpQt7iicf,p.11.f»n •/ — "---- - - ••-----—c>—---------------- . In der Tabelle a ist die Relativziffer bei den Ledigen gestiegen, bei den Verheirateten gefallen, also gerade umgekehrt als wie beim männlichen Geschlecht. Dies rührt davon her, daß, wie aus der Tabelle b ersichtlich, der Prozentsatz der ledigen Ausländerinnen in der Altersklasse 16—30 zugenommen, der Prozentsatz der verheirateten Ausländer in derselben Altersklasse aber abgenommen hat. Beim weiblichen Geschlecht scheint also in der jüngeren Altersklasse die Zuwanderung von Ledigen überwogen zu haben und dadurch der Anteil derselben gestärkt worden zu sein. In demselben Maße hat der Anteil der Verheirateten abgenommen. \Ä/ttes h on <3 11C rl 1-OtO^r-? '/iWar« «ria *•* it oviivii UUU UivvJV.ix i^lllVi JLij LH Vv hohem Maße die Zusammensetzung einer Bevölkerung abhängig ist von den demologischen Faktoren, die dabei mitwirken. Diese Faktoren sind aber bei der jüdischen Bevölkerung Münchens sehr eigentümlich infolge der verschiedenen Herkunft, des verschiedenen Zustandes im Zeitpunkt der Ein- A Wanderung und der Ziele, die die Herkunftsgruppen bei der Einwanderung verfolgen. Bemographisches filier die böhmischen usfi Wiener Joden zur Zeit Moria Theresias. Von Dr. med, Sigismund Peller, Wien. T i. Ob im Jahre 1754, dem Jahre der ersten österreichischen Volkszählung, die Juden in Böhmen konsigniert wurden, bezw. zu welchem Ergebnis diese Zählung führte, ist in der Literatur nicht bekannt. Publiziert sind nur die mährischen und schlesischen Resultate. In Ermangelung sicherer Daten glaubt Großmann annehmen zu können, daß Böhmen, das im Jahre 1762 bekanntermaßen 28 394 Juden zählte, im Jahre 1754 rund 25000 Juden beherbergte. Eine von mir Ende 1918 angestellte Nachforschung ergab, daß, wenn auch die böhmischen Spezialtabellen im k. k. Archiv des Ministeriums des Innern in Wien fehlen — sie sind u. a. vor 13 Jahren dem seinerzeitigen Präsidenten der Statistischen Zentralkommission ausgeliehen worden und seither verschollen — dieses Archiv unter den Kontributionsrezessen von den k. k. böhmischen und österreichischen Erbländern der Jahre 1748—1758 Fol. 236 über ein die Resultate der bezüglichen Judenzählung in Böhmen enthaltendes Dokument verfügt. Es ist dies das „Haubtsummarium über die eingelangte Seelen und Häuszer-Conscriptiones de anno 1754". Der unterste Teil der ziemlich umfangreichen Tabelle befaßt sich mit den Juden in Böhmen, Mähren und Schlesien. In diesem Tabellenteil fehlt die übliche Einteilung in Stadt und Land, wie auch die Angabe über die bewohnte Häuserzahl. Die Judenzahlen sind mit denen des oberen Tabellenteiles nicht summiert, wie dies bei „Tyrol und Vorderösterreich", die auch ge- I sondert ausgewiesen werden, der Fall ist.