Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 15 (1919)
- Issue
- Heft 8-12 (August 1919)
- Article
- Aus den Ergebnissen der jüdischen Kriegsteilnehmerstatistik
- Date
- 1919-08-01
- Page
- Seite 120 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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soldaien hoch oder niedrig ist, vermag aus der Tabelle als solcher nicht gefolgert zu werden. Es fehlt vollkommen an Vergleichsmaterial, aus welchem ein Schluß gezogen werden könnte. Daß in Königsberg der Prozentsatz der jüdischen Frontsoldaten so sehr unter dem Durchschnitt bleibt, ist wohl auf folgende Momente zurückzuführen. Einmal ist dort die Fehlziffer beträchtlich, sodann sind in Königsberg 22 3,15% der jüdischen Feldzugsteilnehmer vor 1869 geboren, von denen nur ein einziger an der Front gewesen ist. Die Verluste an Toten betrugen 179 9,42%. Da von den Vermißten weitaus die meisten als verloren zu betrachten sind, darf man sie wohl den Sterbefällen hinzurechnen, man erhält dann den Prozentsatz von 9,52. Auch dieser Anteil schwankt in den einzelnen Gemeinden und ist in den mit mehr und weniger als 200 Seelen verschieden. In Königsberg beträgt er (inkh Vermißte) 9,27%, in^Memel 9,78%, Tilsit 14,28%', Alienstein 8,74%, Insterburg 14,29%, in den Gemeinden mit mehr als 200 Seelen 10,10%, in den Gemeinden mit weniger als 200 Seelen 11,07%. Danach hat die jüdische Bevölkerung in Insterburg und Tilsit relativ die größten Blutopfer gebracht. Verwundet wurde durchschnittlich jeder sechste Kriegsteilnehmer. Das Nähere ergibt die Tabelle, es sei nur darauf aufmerksam gemacht, daß der niedrige Prozentsatz der Verwundeten in Alienstein mit dem verhältnismäßig geringen Anteil der Frontsoldaten dortselbst zusammenhängen dürfte; die entgegengesetzte Erscheinung weist Tilsit auf. Eine Inbeziehungsetzung der Sterbefälle und Verwundungen zur Frontbeteiligung ist nur dann am Platze, wenn die Zahl der Frontsoldaten vollständig ermittelt ist. Da, wie oben erwähnt, dies nicht überall der Fall ist, wird besser auf diese Berechnung verzichtet. Zum Schluß noch ein paar Worte über die Zahl der Dekorierten und Beförderten. Mehr als 7a der jüdischen Feldzugsteilnehmer Ostpreußens ist ausgezeichnet worden, in Königsberg nahezu die Hälfte. Befördert wurden im ganzen 40,58%, in Königsberg 53,80%. Der Anteil der zum Offizier Beförderten ist gering, er beträgt nur 2,47%; ebenso viele wurden zu Sanitätsoffizieren und Militärbeamten im Offizierrang befördert. Tabelle 4. Gemeinden Zahl der Kriegsd e kor! p.rt p.ti | absolut j in Proz, 1 Zahl der T r r. rsp.TS. dekorationen absolut Zahl der Beförderten überhaupt in Proz. darunter zu Offizieren dar. zu Sanitätsoffizieren und Militärbeamten im Offizierrang in Proz. abs. in proz. 303 43,47 350 375 53,80 31 4,45 36 5,16 23 25,00 24 35 38,04! 3 3,26! 2 2,17 Ad •±o c\r\ a /~\ ÖÖ,iU 53 54 42,86 2 1.59 r» C 1.59 30 29.13 36 36 34,95! 1 0,97 3 2,91 11 26,19 13 15 35,71 1 2,38 2 4,76 415 39,15 476 515 48,58 38 3,58 45 4,25 291 34.64 306 256 30,48 9 1,07 5 0,06 706 37'l6 782 771 40,58 47 2,47 50 2,63 Königsberg........ Memel.......... Tilsit.......... . Alienstein........ . Insterburg......... Gemeinden mit mehr als 200 Juden zusammen..... Gemeinden mit weniger als 200 Juden zusammen .• , . Ueberhaupt........