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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1919-08-01 · Heft 8-12 (August 1919) · p. Seite 117

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
15 (1919)
Issue
Heft 8-12 (August 1919)
Article
Aus den Ergebnissen der jüdischen Kriegsteilnehmerstatistik
Date
1919-08-01
Page
Seite 117 (sequence 5)
Language
German
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- Ü7 — bezug auf den Umfang der Kriegsbeteiligung sich gerade in einigen Gemeinden Ostpreußens deutlich zeigt. Berücksichtigt man alle eben aufgeführten Faktoren, so werden die in der obigen Tabelle angegebenen Zahlen der jüdischen Feldzugsteilnehmer verständlich. Königsberg weist den Prozentsatz von 15,27 auf, der den Durchschnitt nur wenig übertrifft. Dagegen ist der Anteil in Tilsit und Allenstein viel höher, nämlich 20,19% bezw. 21,28%. Insterburg, noch mehr Memel bleiben hinter dem Durchschnitt zurück. Dies ist zweifellos darauf zurückzuführen, daß hier eine größere Zahl von ausländischen Juden lebt, welche für den Kriegsdienst nicht in Frage kam, andererseits aber die Gesamtzahl der jüdischen Bevölkerung, von welcher der Prozentsatz berechnet wird, beträchtlich erhöhte. Die Gemeinden mit weniger als 200 Seelen stellten nur 13,92% ihres Bestandes als Kriegsteilnehmer. Dieses Zurückbleiben ist erklärlich, wenn man daran denkt, daß aus den kleinen Landgemeinden die Abwanderung am stärksten gewesen ist, somit sich die Zahl der im wehrfähigen Alter stehenden Personen — abgesehen von der ungünstigen Geburtenziffer — noch mehr verringert hat. Nun einige Worte über die Kriegsfrei- Willigkeit. Hier müßte, um zu einer gerechten Würdigung der Ergebnisse zu gelangen, vorerst untersucht werden, aus welchen Zeitabschnitten des mehrjährigen Krieges die Zahlen sich zusammensetzen. Nur dann, wenn sie zum größten Teil aus der ersten Kriegszeit stammen, kommt ihnen jene Bedeutung zu, die man mit dem Begriff „KriegsfreiWilligkeit" verknüpft. Hier steht Königsberg an erster Stelle mit 25,68%. Da die akademische Jugend und die Besucher der höheren Lehranstalten in Massen zu Beginn des Feldzuges zu den | Fahnen eilten, werden sicher die Großstädte, vor allem die Universitätsstädte, größere Ziffern aufweisen als Mittel-, Kleinstädte und vor allem das platte Land. Die jüdische Jugend Königsbergs ist in ebenso starker Weise von der Kriegsbegeisterung fortgerissen i ~ worden als die nichtjüdische, dafür zeugt der hohe Prozentsatz von Kriegsfreiwilligen unter den jüdischen Soldaten, die Königsberg gestellt hat. An zweiter Stelle steht Allenstein mit 21,36%, an den drei übrigen Orten machen die Kriegsfreiwilligen 11 — 12% aus, in den Gemeinden mit weniger als 200 Seelen, wo nur wenig Jugend vorhanden ist, immerhin noch 11 %. Es wird die Aufgabe einer besonderen statistischen Studie sein müssen,; durch Kombination mit dem Alter und Ein- | trittszeit in den Heeresdienst, diese interes- | sante Frage näher zu beleuchten. i Die Betrachtung der Einziehungsz e i t ist unmittelbar verknüpft mit der Feststellung: ob gedient oder ungedient; sie kann isoliert nicht durchgeführt werden. Mehr als die Hälfte der Kriegsteilnehmer in der Provinz Ostpreußen, nämlich 52,58%, ist im ersten Kriegsjahr und vorher eingezogen nrnrHoiti Hia Drrivon^cöt7ü fiir f(W 0*PnHpt1 WOiUvii j Uiw Ä I Kj,Lf\~ik WUl^t ILii UiV iVig'v.IiU'wii Jahre 1915, 1916, 1917 und 1918 lauten: 17,47 bezw. 13,31 bezw. 9,53^ bezw. 3,74 °/o. Bei 3,37 % ist das Einziehungsdatum leider nicht ermittelt worden. Die Ziffern für Königsberg weichen sehr wesentlich vom Durchschnitt ab; hier sind in den beiden ersten Kriegsjahren nahezu 3/4 aller Kriegsteilnehmer eingerückt. Memel kann vielleicht als Typus aufgefaßt werden, da hier bei allen Eingezogenen das Einziehungsdatum festgestellt worden ist. Die Fehlziffer ist hier den Jahren 1915 und 1916 zugute gekommen, vor allem dem Jahre 1916, dessen prozentualer Anteil sich im Vergleich mit dem Durchschnitt beträchtlich erhöht hat. Tilsit und Allenstein geben wieder ein

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