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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1919-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1919) · p. Seite 93

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
15 (1919)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1919)
Article
Die jüdische Bevölkerung in Hamburg
Date
1919-05-01
Page
Seite 93 (sequence 29)
Language
German
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— 98 — Anschließend an die statistische Zusammenstellung der Berufsgruppen wird mit der Landwirtschaft begonnen: von je 100 Personen der evangelischen Bevölkerung befinden sich im Jahre 1895 : 3,5, im Jahre 1907; 2,5 Personen in der Landwirtschaft Dieser j erstaunlich niedrige Prozentsatz wird sofort verständlich, wenn man bedenkt, daß in Hamburg die städtische Bevölkerung bei weitem überwiegt. Besitzt doch der hamburgische Staat neben den Städten Hamburg, I Bergedorf und Cuxhaven nur einen Guts- \ bezirk und 36 Landgemeinden, so daß auch nur 3,3 (1895) bezw. 2,6 # (1907) aller seiner Erwerbstätigen in der Landwirtschaft I ihre Nahrung finden, während ihr im ganzen Reiche 32,5 % sämtlicher Erwerbenden angehören. Bei den Katholiken ist der Anteil mit 1,7 °/{> für 1895 noch geringer. Die Zunahme auf 4,6^ im Jahre 1907 läßt sich daraus erklären, daß die einsetzende Landflucht fremden Arbeiterzuzug notwendig machte, der zum größten Teil der katholischen Religion angehörte. Daß die an sich schon geringe Beteiligung der Juden an der Landwirtschaft für Hamburg aus genannten Gründen noch unbedeutender sein muß (noch nicht 1 %), ist begreiflich. Wichtiger für Hamburg ist seine' Industrie. 35 % aller hamburgischen Erwerbstätigen gehören mr an, wänrend aber '61 % der Erwerbstätigen des Reiches in ihr tätig sind. Vergleicht man ferner Hamburgs industrielle Beteiligung mit anderen Städten (Berlin: 50,8 ^, Düsseldorf und Leipzig 52 °/0, Breslau, Königsberg 40—44 /%/), so ergibt sich, daß Hamburg in Bezug auf den relativen Umfang der gewerblichtätigen Personen nicht den Durchschnittscharakter einer deutschen Großstadt aufweist. Die Evangelischen, die infolge ihres Ueberwiegens im Staate meist auch hier eine Parallelbewegung mit der Gesamtbevölkerung aufweisen, sind mit 35 % in der Industrie vertreten. Besonders hohe Anteile (43,8 bezw. 46,7 %) finden sich bei der katholischen Bevölkerung, die auch hier wieder auf größeren Zuzug hauptsächlich katholischer Arbeiter zurückzuführen ist. Geringer ist die industrielle Beteiligung der Juden (17,3 °/0). Die dominierende Stelle nimmt in Hamburg der Handel ein. Die Anteilziffer der in ihm tätigen Personen (1895 32 ansteigend für 1907 auf 35 übertrifft den Prozentsatz im Reiche (11,5 %) um das Dreifache. Die evangelische Bevölkerung ist daran mit 31,6 bezw. 34,7*% beteiligt, das ist für 1907 ungefähr der gleiche Prozentsatz, den sie in der Industrie (35,1 %) haben. Der Anteil der Katholiken (26,5 bezw. 28,1 %), der zwar auch gestiegen ist innerhalb der beiden Berufszählungen, stellt sich doch bedeutend geringer als der, den sie in der Industrie aufweisen (43,8 bezw. 46,7 %). Da Anzahl und Zunahme ihrer Angehörigen von Arbeiterzuzug bestimmt werden, kann es nicht weiter verwunderlich scheinen, daß der Handel, der lange nicht in dem Maße wie die Industrie Arbeitsmassen aufsaugen kann, eine geringere Ziffer aufweist. Eine ausgeprägte Sonderstellung nehmen die Juden im Handel ein. Mehr als die Hälfte ihrer Erwerbstätigen (55,5 bezw. 53,9) ist in ihm tätig. Dort wo Hamburgs Einfluß und Ansehen von weltwirtschaftlicher Bedeutung ist, sind auch die meisten aller jüdischen Interessen und Energien konzentriert. Der Anteil an häuslichen Diensten und wechselnder Lohnarbeit hat sich bei den evangelisch Erwerbstätigen (von 4,16 auf 3,54) etwas abgeschwächt. Geringer sind die Ka-

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