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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1919-05-01 · Heft 5-7 (Mai 1919) · p. Seite 81

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
15 (1919)
Issue
Heft 5-7 (Mai 1919)
Article
Die jüdische Bevölkerung in Hamburg
Date
1919-05-01
Page
Seite 81 (sequence 17)
Language
German
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— 81 . — Än erster Stelle steht Oesterreich-Ungarn sowohl bei der Gesamtbevölkerung (mit 28 %) als auch bei den Juden, die allerdings einen bedeutend höheren Prozentsatz (51 %) aufweisen. Die durch das deutsch-österreichische Bündnis bestehenden Handelsbeziehungen zwischen diesen Ländern, sowie Deutschlands fortgeschrittenere Wirtschaftsstellung begünstigen die Einwanderung österreichungarischer Angehöriger. Der auffallend höhere Prozentsatz der Juden ist außerdem noch der überaus ungünstigen Wirtschaftslage in Galizien zuzuschreiben, die eine Massenflucht zur Folge hatte. Manche Flüchtlinge fanden in Hamburg einen bleibenden Aufenthaltsort und förderten durch ihre mit Oesterreich- Ungarn aufrecht erhaltenen Beziehungen den wirtschaftlichen Verkehr mit der Hansastadt. So ist z. B. der bedeutende Eierhandel mit Galizien von Juden bestündet und bis heute noch vollständig in ihren Händen. Nach Oesterreich-Ungarn kommt für die Juden das russische Reich als zweites Herkunftsland in Betracht, obwohl der Anteil von 13 % (bei der Gesamtbevölkerung 9 %) zu den 51 % für Oesterreich - Ungarn als auffallend gering anzusehen ist, wenn man erwägt, daß die meisten Gründe, die eine erhöhte österreichisch - ungarische Auswanderung der Juden bewirken, erst recht für Rußland in Betracht kommen. Doch war selbst in den 80er Jahren, zur Zeit der grausamsten Judenbedrückungen, von einer verstärkten russischen Einwanderung in Hamburg nichts zu merken. Der Staat hatte Maßnahmen getroffen, um die eintreffenden Flüchtlinge nach England und Amerika weiterzubefördern. Für die Gesamtbevölkerung Hamburgs steht dagegen die Einwanderung aus Dänemark, Schweden und Norwegen (23 %, bei den Juden 8 %) an zweiter Stelle. Die lebhaften Beziehungen zwischen Hamburg und diesen nordischen Ländern sind als Erklärungen hierfür anzusehen. Jüdische Bewohner gibt es dort nur wenige und die dort Ansässigen haben keine äußere Veranlassung zur Abwanderung. Eine Uebersicht der außereuropäischen Gebiete ergibt: Herkunftsland Ges.-Bev.! Juden Nordamerika Mexiko und übriges Amerika Asien Australien Afrika 2631 2950 904 240 753 163 89 16 7 n X 1 An den Zahlen dieser Länder werden wohl die „zurückgekehrten Personen" wesentlich beteiligt sein: Kaufleute, die nach Uebersee gegangen sind und ihre dort erworbenen Kenntnisse als Exporteure oder Importeure in Hamburg verwerten, Arbeiter, die zur See gefahren sind und wieder ansässig werden wollen. Da es bei den Juden relativ häufiger vorkommt, daß sie nach Uebersee gehen — höhere Schulbildung und Sprachenkenntnisse unterstützen noch ihre natürliche Eignung — mag wohl zum Teil auch durch die Zahl der Zurückgekehrten ihr Prozentsatz ein höherer sein als der der Gesamtbevölkerung. Diese Schlußfolgerung erscheint auch dadurch wahrscheinlich, als Nordamerika die größte Ziffer fIir riip TnHpn hipr prcriht ohwnhl dnrh -&P -------WiV^ -_i?=J.^., r, v^».----»» -- rarip AiMf'nk'H nfi*-? pf^phntP Hiifi foevorznol'*1 Land allerwandernden jüdischen Bevölkerung von jeher gewesen ist. Vergleicht man nun alle zugezogenen oder zurückgekehrten Personen mit der Wohnbevölkerung, so sieht man, Herkunft Gesamtbevölkerung Juden m. w. m. w. Zugezog insges. Ortsgebor. ohne Zurückgekehrte 291 836 208 740 275 462 231 672 5164 4155 4744 4884 Wohnbevölkerung 500 576 j 507 134 i 9309 . 9638

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