Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 15 (1919)
- Issue
- Heft 5-7 (Mai 1919)
- Article
- Die jüdische Bevölkerung in Hamburg
- Date
- 1919-05-01
- Page
- Seite 78 (sequence 14)
- Language
- German
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- 78 — Daraus ergibt sich, daß die im Staate mit 92 % der Bevölkerung vertretenen Evangelischen über ihren Anteil vor allem in Steinwärder, ferner in Hamm, Winterhude, Horn und Eilbeck vertreten sind. Auf der anderen Seite gehen unter 90 % herab die Veddel, infolge der zur Zählungszeit in den dortigen Auswandererhallen anwesenden katholischen und jüdischen Auswanderer, sodann Rotherbaum und Harvestehude und Neustadt Nord, weil diese Stadtteile von den Juden bevorzugt sind. Die katholische Bevölkerung ist am zahlreichsten in Altstadt Nord, Neustadt Nord, St. Georg Nord, Billwärder Ausschlag vertreten, das sind hauptsächlich Bezirke mit einem erheblichen Anteil gewöhnlicher Handarbeiter oder auch Stadtteile in denen sich eine katholische Kirche befindet. Wesentlich anders gestaltet sich die Verteilung der Juden. In den Arbeitervierteln sind sie fast gar nicht anzutreffen und ihr Anteil an der Veddel (11,5%) ist nur deshalb so hoch, weil die in den Auswandererhallen befindlichen Juden mitgezählt worden sind. Sonst konzentrieren sie sich in den teuren Stadteilen und überschreiten in Harvestehude und Rotherbaum mit einem Anteil von 16,1^ und 12,5% beträchtlich ihre Durchschnittsziffer von 2,5 % für den Staat. Im Jahre 1905 ist dieser Prozentsatz noch um 0,7 % bezw. 1.7 % gewachsen, obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung auf 2,2 % gesunken ist. Auch Neustadt Nord zeigt 1905 mit 5,3 % einen hohen Prozentsatz, aber eine bemerkenswerte Abnahme gegen 8,5 % im Jahre 1895. Der Grund ist in verkehrswirtschaftlichen Maßnahmen zu suchen, Die Wohnhäuser wurden zu Kontorhäuser und Speicher umgebaut, die Citybildung entwickelte sich mehr und mehr und verdrängte den Wohnort der Bevölkerung immer weiter in die Außenbezirke. Ueber dem .Staatsdurchschnitt stehen außerdem nur Neustadt Süd mit 3,62 für 1895 und 3,1^ für 1905 und St. Pauli Nord mit 4,0 %7 für 1895 und %h% für 1905. Zwischen 1—2 % beträgt der Anteil 1905 in Altstadt Süd, St. Georg Nord, St. Pauli Süd, Eimsbüttel, Eppendorf und Hohenfelde. In allen übrigen Stadtteilen bleibt der Prozentsatz unter 1 %. Die Verschiedenheit dieser Verteilung bei o den Juden ist aus der durchschnittlich größeren Wohlhabenheit der Bevölkerung, der geringea t * i 11 -t'i n a *k <»v *-» 1\ +• v~\ s~\ * j"\ /-r o l—* i ■* ■* *-* *—' 4 ir= ±* *-» yv *_ '«^ — ~- . » icn AI D£ii.ciz,aiii unu iiücn giuücicu rt.ilsprüchen an Wohnung und Umgebung zu erklären. Leider ermöglicht die Statistik nicht, die Einkommenverhältnisse der Hamburger Juden eingehender zu besprechen, obwohl derartige Angaben zur vollständigen Darstellung der wirtschaftlichen Lage erforderlich wären. Auch der Unterschied geschlechtlicher Gliederung in den einzelnen Stadtteilen kann hier nicht zum Ausdruck kommen, da der Altersaufbau für Stadtviertel fehlt und nur in dieser Kombination eine Gegenüberstellung der Geschlechter charakteristisch wäre. Gebürtigkeit. Einp Rpvnlkprnncr d\p wip nif ham- ~" ~ ~ 7 ' ~ *" ~~ ~~ ~~ burgische in ihrer Gesamtentwicklung so stark von Wanderuneseinflüssen abhängig <-j icf vprlcmfri pin K p e pr= H p r p q m-nHinm oll Ar i. :.J -_; V viiüüKi Wü-iü. y VUV/iiU'wi Ui-UViiUiJli tAii^l damit in Zusammenhang stehenden Fragen, die in der Wanderungsstatistik behandelt werden. Eine Unterscheidung der Ein- und Auswanderer nach der Religion ist aber nicht getroffen, und wenn ich die jüdischen Wanderungsziffern auch durch Berechnung ermitteln konnte, so geben sie doch keine Antwort auf die wissenswerten Fragen nach dem Altersaufbau, geschlechtlicher und beruflicher Gliederung der Ein- und Ausnrrirlnüfnf w amavi wi«