Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 15 (1919)
- Issue
- Heft 4 (April 1919)
- Article
- Die Geisteserkrankungen bei den Juden in der Schweiz
- Date
- 1919-04-01
- Page
- Seite 54 (sequence 3)
- Language
- German
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- 54 - gebnissen der eidgenössischen Volkszählung 1. Dez. 1910 die folgende Tabelle VU1U über die Konfessionsverhältnisse der Be- * rA\1*-i rr rr + i $\+r\ A. V KJlIW^l Lllli^ Lt UL llliU.^ii. Zählung Jahre Protestanten Katholiken Israeliten Andere absolut °/ /o absolut °/ /o absolut °/ /o absolut j % 1850 Total 1 417 686 593 971 809 406 3 145 1 _ _ 1860 „ 1478 591 589 1 021 821 407 4 2161) 2 5 866«) 2 1870 . 1 566 347 587 1084 369 406 6 9961) 3 114 3542) 4 1880 , 1667 109 586 1160 782 408 7 373 2 10 838 4 1888 , 1716 212 588 1 184 164 406 8 069 3 9 309 3 1900 , 1 916 157 578 1379 664 426 12 264 4 7 358 2 1910 , 2107 814 562 I 1593 538 424 18 462 5 33 479 9 *) Israeliten und andere Nichtchristen.. 2) Andere christliche Konfessionen. Auf Grund dieser Tabelle kann man ersehen, dass die Zahl der Juden im jähre 1892 nicht größer als im Jahre 1900 war, während die Zahl der Geisteskranken bei den Juden prozentual damals beinahe gleich war. Wie es scheint, sind auch in der Schweiz die Juden den Geisteskrankheiten mehr unterworfen als die Nichtjuden. Und nun verfolgen wir, wie sich die aufgenommenen Geisteskranken nach ihren Krankheitsformen verteilen. Um eine bessere Uebersieht zu erlangen, werden wir die angegebenen Tabellen insofern vereinfachen, als daß wir nur 2 Rubriken einführen, und zwar eine nur Christen (Protestanten und Katholiken zusammen) und die zweite nur Juden. Die Anhänger „anderer Konfessionen" werden wir hier gar nicht berücksichtigen: erstens weil sie sehr wenig an Zahl sind, und zweitens, weil, man nicht weiß, zu welcher Nationalität jeder von ihnen gehört. Ich benütze die Einteilung der Krankheitsformen nach den Antworten der Zählkarte, die man im Jahre 1891 in Münsterlirigen von der Versammlung schweizerischer Psychiater festgestellt hat. So ergibt sich folgende Tabelle: (s. Seite 55) Aus dieser Tabelle, die die Ergebnisse der Jahre 1900—1904 wiedergibt, sehen wir, Juden in den Gruppen II und III HnK /-11 a. udu ulv mehr vertreten sind. Und zwar in der II. Gruppe der konstitutionellen Störungen, die Hysterie, Neurasthenie und ähnliche Krankheiten umfaßt, sind die Juden beinahe doppelt so viele. Obwohl sie im Jahre 1892 6 fo, die Christen 7 % solcher Kranken bilden, liefern sie im Durchschnitt des fünfjährigen Zeitabschnittes 1900—1904, wo verschiedene Zufälle mehr oder weniger ausgeschlossen sein können , 26,8 $ , die Christen 8,4%. In der III. Gruppe, welche die erworbenen Psychosen wie Dementia praecox, Paranoia und manisch-depressives Irresein umgrenzt, sind die Juden in beiden Zeitabschnitten mehr vertreten. In den Gruppen I, IV und VI haben die Christen die Mehrheit. Und zwar in der I. Gruppe der angeborenen Psychosen liefern die Christen im ersten Zeitabschnitt 6 mal so viele, im zweiten 1 lA mal so viel Kranke wie die Juden; in der IV. Gruppe der organischen Störungen sind die Christen in beiden Zeitperioden erheblich stärker beteiligt; aber diese stärkere Beteiligung der Christen gilt nur für die senilen und anderen Dementien, während die Paralyse in der Schweiz wie bei den Juden so auch bei den Christen prozentual ziemlich gleich vertreten zu sein scheint. So geben im Jahre 1892 die Juden prozentual beinahe doppelt so viel