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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1919-04-01 · Heft 4 (April 1919) · p. Seite 53

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
15 (1919)
Issue
Heft 4 (April 1919)
Article
Die Geisteserkrankungen bei den Juden in der Schweiz
Date
1919-04-01
Page
Seite 53 (sequence 2)
Language
German
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53 früher an anderer Stelle über die Verbreitung und die Art der Nervosität bei den Juden im allgemeinen festgestellt haben,*) Die folgenden Ergebnisse sind der amtlichen „ Schweizerischen Statistik" entnommen. In den statistischen Angaben über die in den staatlichen und wichtigen privaten Irren-, Heil- und Pflegeanstalten der Schweiz im Jahre 1892 ein- und ausgetretenen Geisteskranken greifen wir folgendes heraus über das Verhältnis der Geisteskranken verschiedener Konfessionen zueinander: Im Jahre 1892 sind in 17 kantonalen und privaten Anstalten 1 976 Patienten eingetreten, wovon sind: reformiert 1321, katholisch 606, israelitisch 17 und ohne Angabe der Konfession 32. Also alle Geisteskranken stehen nach den Konfessionen in folgendem Verhältnis zueinander: Die Reformierten sind in 66,8 % vertreten „ Katholiken „ ,, 30,5 % ,, „ Israeliten ,, 0,85^ „ Ohne Angabe „ „ 1,85 % „ Total 100.00^ Nehmen wir eine zweite Tabelle, die in den statistischen Angaben über die während der Jahre 1900— 1904 in den kantonalen Irren-, Heil- und Pfiegeanstalten der Schweiz ein- und ausgetretenen Geisteskranken vorhanden ist, so finden wir, daß die 10372 in diesen Jahren eingetretenen Patienten sich nach Konfessionen folgendermaßen verteilen: Protestanten..... 6152 59,3^ Katholiken...... 4103 39,6 % Israeliten ....... 82 0,8 %' Andere Konfessionen 35 0,3 % Total 10372 100,0 > " *) R. B e c k e r : Die jüdische Nervosität, ihre Art, Entstehung und Bekämpfung. Vortrag Verlag Speidel und Wurzel, Zürich 1918. R. Becker: Die Nervosität bei den Juden. Ein Beitrag zur Rassenpsychiatrie für Aerzte und gebildete Laien. Verlag Orell Füßli, Zürich 1919. Die Wohnbevölkerung in der Schweiz zählte im Jahre 1900 im ganzen 3315443 Seelen, wovon sind: Protestanten . 1 916157 57,8 % Katholiken . . 1379664 41,6 V Israeliten ... 12264 0,2 % Andere . . . . 358 0,4 a yo Total 3 315 443 100,0 % Vergleichen wir nun das prozentuale Verhältnis der verschiedenen Konfessionen zueinander, so sehen wir, daß die Juden an der ganzen Bevölkerung nur 0,4 % ausmachen, in den Anstalten als Geisteskranke aber 0,8^. Oder anders ausgedrückt; auf 1000 Seelen sind in der Schweiz im allgemeinen 3,1 Geisteskranke vorhanden, während auf je 1000 Protestanten 3,2 Geisteskranke „ „ 1000 Katholiken . 3,0 ,, ,, 1000 Israeliten . . 6.7 ,, „ „ 1000 Andere . . . 4,7 entfallen. Also der Anteil der Juden an den Anstaltinsassen ist 2 mal so groß, als er nach ihrer Einwohnerzahl sein sollte. Von den „anderen Konfessionen'' 1 % mal größer, derjenige der Protestanten und Katholiken steht dem durch die ""Einwohnerzahl indizierten ziemlich nahe, der erste ist um 1,5?b größer, der zweite um 2 % kleiner. Dies alles bezieht sich auf die Statistik von 1900 -1904, aber auch in t i h o r\ r\ " i x7r\m; o rs; ' / t:iTii\ V Uijü t>UÜ s C X <J \J £-/ UiiiU die Juden mit 0,85 % vertreten, gleich wie in den Jahren 1900-1904. Leider haben wir keine amtlichen Zahlen über den Stand der Bevölkerung im Jahre 1892, aber nach der ganzen Entwicklung der jüdischen Bevölkerung in der Schweiz ist es als sicher anzunehmen, daß in diesem Jahre es noch weniger Juden gab, wie absolut so auch relativ; also waren sie in Bezug auf die Verbreitung der Geisteskrankheiten in diesem Jahre noch schlechter dran, So ist in den Er-

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