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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1919-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1919) · p. Seite 44

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
15 (1919)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1919)
Article
Krankheiten und Sterblichkeit bei den Juden und Nichtjuden in Amsterdam
Date
1919-01-01
Page
Seite 44 (sequence 1)
Language
German
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44 Krankheiten und Sterblichkeit M den Von Dr. I. Sande Vor einiger Zeit habe ich eine Arbeit über obiges Thema veröffentlicht*), welche zugleich meine Inauguraldissertation gewesen ist. Die Redaktion dieser Zeitschrift hat mich gebeten, selbst ein Referat über die Arbeit für ihre Leser zu schreiben. Selbstverständlich wird dieses Referat nur eine Ankündigung des Buches sein. Will man mehr davon wissen, so verweise ich auf die Arbeit selbst. Ich hatte folgendes Material zu bearbeiten : 1. die Sterblichkeitskarten der Gemeinde Amsterdam aus den Jahren 1901 bis einschließlich 1913. Auf diesen Karten stehen Alter, Familienstand, Geschlecht, Religion, Todesursache und Beruf des Verstorbenen : 2. die Register Amsterdams von 1901 bis 19 M, worin alle Fälle von Infektionskrankheiten eingetragen sind; 3. die Tabelle der Geisteskranken Amsterdams, die am 31. Dezember 1909 und 1910 in den Irrenanstaken waren; 4. eine namentliche Liste der Blinden Amsterdams; 5. Jahresbericht und Gutachten über das Trachom in Amsterdam; 6. Tabellen, die mir in liebenswürdiger Weise von den Direktoren des Statistischen Amtes in Krakau und Budapest zur Verfügung gestellt wurden. Es war eine schwere Aufgabe, eine gute Bevölkerungsstatistik der Juden zu bekommen. Glücklicherweise hat der Direktor des Statistischen Amtes auf Veranlassung der Jüdischen" Gemeinde am 1. Mai 1916 alle *) Dr. J. Sanders, Ziekte en Sterfte bij Joden en Niet-Joden te Amsterdam. Verlag W. J. Hengel, Rotterdam, 1918. Juden und tfleittjuden In Amsterdam, r c Dr\il&rd am L kJ , l\VkhVlUUlllg hochdeutschen Juden Amsterdams zählen lassen, und ferner standen mir die Ergebnisse der Volkszählungen von 1899 und 1909 zur Verfügung. So konnte ich durch Interpolation einen Altersaufbau der Juden und Nichtjuden zusammenstellen, welcher zwar nicht genau der Wirklichkeit entspricht, aber doch so weit als möglich sich ihr nähert Bevor ich nun die Sterblichkeit behandelte, hatte ich zu prüfen, ob der Altersaufbau der Juden und Nichtjuden in Amsterdam gleichartig war. Es ist behauptet worden, daß der Altersaufbau der ländlichen Bevölkerung eine Pyramidenform hat, während der Altersaufbau der Großstädte eine Zwiebelform zeigt« Es gibt in einer Großstadt weniger Leute von 0, 1, 2 usw. Jahren als von 20, 21, 22 Jahren usw. Das whd dadurch erklärt, daß die jungen Männer und Mädchen vom Lande nach der Stadt ziehen, um dort zu arbeiten. Paris und Berlin haben den Großstadttypus, Amsterdam im Jahre 1899 den ländlichen Typus; aber im Jahre 1909 sieht man eine Annäherung an den Großstadttypus. Wie steht es nun bei den Juden? Da es in Holland keine jüdische ländliche Bevölkerung gibt, könnte man den ländlichen Typus erwarten. Sehr erstaunt war ich aber, als ich in dem Altersaufbau der Juden Amsterdams den Großstadttypus entdeckte. Wie ist dies zu erklären? Ich glaube eine Erklärung dafür gefunden zu haben. Die Assimilation hat in den letzten zwei Jahren auch in Amsterdam Opfer gefordert Viele Juden lassen ihre Kinder nicht mehr als jüdische Kinder einschreiben, sondern als konfessionslose. Das ist der Grund, warum es jetzt so wenig jüdische Kinder von 1, 2 usw. Jahren gibt. Dann besteht noch ein Unterschied zwischen

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