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Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden · 1919-01-01 · Heft 1-3 (Januar 1919) · p. Seite 23

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Journal
Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
Volume
15 (1919)
Issue
Heft 1-3 (Januar 1919)
Article
Die berufliche und soziale Gliederung der Juden in Oesterreich
Date
1919-01-01
Page
Seite 23 (sequence 5)
Language
German
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O-l £i3 - Was die letzte Berufsklasse D betrifft, so müssen wir sie ihrer Uneinheitlichkeit wegen, in einzelne Komponenten zerlegen, um die richtige Perspektive gewinnen zu können. Es entfallen auf die beruflich Erwerbstätigen dieser Klasse — öffentlicher Dienst, freie Berufe und Unterrichtswesen — 85084etwa6,5 Prozent der Juden; 104930 gehören in die Abteilung der nicht erwerbstätigen „Berufslosen Selbständigen"; der Rest der Klasse zählt zum aktiven Militär. Unser Anteil irr) öffentlichen Dienst und freien Berufen zeigt eine überdurchschnitt- / liehe Steigerung, indem sich die österrei; chische Bevölkerung im allgemeinem mit nur 44 vom Hundert in diesen Berufsgruppen beteiligt. Diese oben dargelegte Berufsgliederung erklärt uns auch die eigentümliche Ueberj Wucherung der unproduktiven Elemente. j Denn hauptsächlich ist es die Landwirtschaft, j welche in hohem Maße Familienarbeit bindet und für sie das geeignetste Arbeitsfeld darstellt, während der Handel und die Industrie I diese Mithilfe nur in beschränktem Maße j auszunützen vermögen. Daß es jedoch nicht j der einzige Umstand ist, der dafür die Verantwortung trägt, zeigt ein Bück der Tabelle 3, wo die Berufseinteilungen in Verbindung mit den Berufsklassen in Verhältniszahlen wiedergegeben sind. Aus ihr ersehen wir, daß die Zahl unserer unproduktiven Elemente, insbesondere der Familienangehörigen ohne aktiven Berufsanteil, gerade in der Landwirtschaft am meisten hinter der entsorechenden österreichischen Relation zurück- A bleibt. Das beweist noch klarer die folgende Tabelle 4, in welcher die Belastung unserer Produktion durch Erhaltene auf einzelne Berufsklassen aufgeteilt wurde. Tabelle 4. Durchschnittliche Belastung der Berufstätigen mit Angehörigen und Dienenden : Auf je 1000 Berufstätige entfallen in jeder Klasse: Juden Gesamtbevölkerung Klasse: Angehr.: Dienende: Angehr.: Dienend. A. 1047 12 - 622 . 5 B. 1451 13 1057 28 C. 1452 24 1158 87 D. 953 20 489 81 A-D 1320 20 754 29 Von den 3 einheitlicheren Betriebsklassen der Landwirtschaft, Industrie und Handel zeigt die jüdische Landwirtschaft verhältnismäßig die geringste Belastung, welche aber im Vergleich zu den nichjüdischen Relationen gerade die höchsten Differenzwerte aufweist. Freilich ist unsere Landwirtschaft nicht ohne weiteres mit der durchschnittlichen vergleich bar, indem bei uns der Großgrundbesitz und das Pachtsystem einen übergroßen Platz einnimmt, welche Besitzformen eine stärkere Belastung vertragen. Doch sind diese Ergebnisse im Verein mit anderen Tatsachen ein Beweis, daß noch andere Momente hier mitwirken. Es ist dies einerseits unsere längere Lebensdauer, welche zahlreichere Elemente im unproduktiven Alter erhält, andererseits aber sind es unsere Frauen, welche ein zahlenmäßiges Uebergewicht (über dem Durchschnitt) besitzen und als Belastungsfaktor wirken, Doch dürfen hier auch rein ideologische Elemente in Betracht gezogen werden, welche das Fernhalten der Frauen und Angehörigen von wirtschaftlicher Betätigung verursachen. Soweit die Besetzung der einzelnen Berufsklassen durch die Juden. Doch die Systematik kennt noch niedrigere Einteilungseinheiten, die s. g. Berufs g r u p p e n , welche aus den Berufsklassen ausgeschieden wurden. Derartige Berufsgruppen gibt es 31; 3 sind in der Berufsklasse Landwirtschaft enthalten; 14 in der Industrie; 7 entfallen auf die Berufs-

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