Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Journal
- Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden
- Volume
- 15 (1919)
- Issue
- Heft 1-3 (Januar 1919)
- Article
- Die Mortalitätsstatistik der Juden
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 4)
- Language
- German
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- lg — heitsfürsorge in erster Linie maßgebend ist für das geringe Befallenwerden von Krankheiten, dafür ist als schlagender Beweis angeführt,daß in Russisch-Polen die Juden, obwohl sie in steter wirtschaftlicher Bedrängnis leben und von anderen Infektionskrankheiten stark befallen werden, doch von den Pocken in weit geringerem Maße befallen werden als ihre Mitbürger, weil sie sich fast ausnahmslos der Impfung unterwarfen, ja sich zu ihr drängten. Tatsächlich trifft es auch zu, daß alle Kinder des Proletariats, wenn sie gestillt werden, gegen Krankheit und Sterblichkeit mehr gefeit sind als die Kinder der reichen Leute, wenn diese künstlich ernährt werden. Auch bei der Bekämpfung der Lungenschwindsucht spielt die Fürsorge der rechtzeitigen Hilfe für den einzelnen Erkrankten gewiß ebenfalls eine große Rolle; aber für ihre Ausbreitung in den verschiedenen Volksschichten kommt doch der Wohlhabenheit eine besondere Bedeutung zu. Wie das enge Wohnen, die dürftige Ernährung, der relative Kinderreichtum der Unbemittelten die Entstehung und Ausbreitung der Tuberkulose begünstigt, so ist sie andererseits wieder eine Quelle der Armut, weil sie durch ihre langsame Entwicklung und ihren langdauernden Verlauf die wirtschaftliche Lage der davon Befallenen untergräbt. Zweifellos gilt aber für die geringere Verbreitung der Tuberkulose bei den Juden die These Körösis, daß sie sich weniger den der Gesundheit schädlichen Berufen zuwenden und daß bei ihnen, wie wir ausführten, ein Industrieproletariat — in Deutschland wenigstens - nicht zu finden ist Irn New Yorker Ghetto, wo die jüdischen Schneider unter ungünstigen sozialhygienischen Verhältnissen leben, ist die Tuberkulose bei ihnen in nicht geringem Umfang verbreitet. Sie berufliche und soziale Gliederung der Juden in Oesterreich. Von Dr. Tennenbaum, Wien. Die folgenden Daten über die berufliche j obwohl die österreichische Judenheit keine ho- und soziale Gliederung der österreichischen j mogene Masse in wirtschaftlicher Hinsicht Juden verdienen auch heute unser regstes j darstellt, so besteht immerhin, bei allen son- Interesse, trotzdem der Krieg den bedeuj stigen Differenzen, eine Anzahl gleichwertitendsten Teil derselben außer Rand und geroder ähnlicher wirtschaftlicher Merkmale, Band brachte und jedes frühere Gefüge gedie den jüdischen Wirtschaftskreis in Oesterlockert erscheint. Denn wenn auch diese reich als Ganzes charakterisieren und eine grausame Zeit Veränderungen und Erschüteinheitliche Besprechung wünschenswert terungen gezeitigt hat, die sonst nach Jahrj machen. Wir wollen nun zuerst diesen gezehnten nicht zu erwarten wären, so bleiben j meinsarneu wirtschaftlichen Erscheinungen die Ergebnisse der letzten Volkszählung im j unser Augenmerk zuwenden. Jahre 1910 die einzigen amtlichen Quellen, j A. Berufliche und soziale Gliederung der auf die jeder zurückgreifen muß, der mit Sachj Juden im ganzen Staate, kenntnis an den Wiederaufbau dieses schwer I 1. Zunächst einige Begriffsumschreibunbetroffenen Volksteiles herantreten will. Und j gen, Alle Personen, die in irgend einem